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Facility Management im Klinikbetrieb

Facility Management: Kliniken und Krankenhäuser » FM

Facility Management ist ein zentraler Faktor, um den Betrieb von Gesundheitseinrichtungen effizient und effektiv zu gestalten

Facility Management ist ein zentraler Faktor, um den Betrieb von Gesundheitseinrichtungen effizient und effektiv zu gestalten

Das Facility Management (FM) im Krankenhaus umfasst alle technischen, infrastrukturellen und kaufmännischen Aufgaben über den gesamten Lebenszyklus der Klinikgebäude und -anlagen. Es geht dabei um die Planung, den Bau, den Betrieb, die Instandhaltung und letztlich auch um Umbau oder Rückbau von Krankenhausinfrastruktur. Klinikspezifisches FM verfolgt dabei besonders die Ziele Patientensicherheit, Verfügbarkeit kritischer Anlagen, Einhaltung gesetzlicher Vorgaben (Compliance) und Kosteneffizienz. Entscheidungen im FM werden stets unter den Aspekten Versorgungssicherheit, Hygiene und Wirtschaftlichkeit getroffen. Krankenhäuser stellen dabei höhere Anforderungen an das FM als andere Gebäude: lebenswichtige Prozesse, strenge Hygienestandards (z. B. DIN 13063) und ein 24/7-Betrieb ohne Toleranz für Ausfälle sind charakteristisch. Insgesamt trägt ein professionelles Klinik-FM entscheidend dazu bei, die Patientenversorgung sicherzustellen, den Betrieb effizient zu gestalten und die rechtlichen Pflichten des Betreibers zu erfüllen.

Das Facility Management nimmt eine zentrale Rolle im Gesundheitswesen ein.

Lebenszyklusmanagement im Krankenhausbetrieb

Lebenszyklus des Facility Managements

Detaillierte Phasen des Facility Managements von der Initiierung bis zur Nutzung.

Idealerweise ist das Facility Management in jeder der sechs Lebenszyklusphasen einer Immobilie involviert. Einerseits als unterstützender Prozess des Kernbetriebs, andererseits sollte es bei der Gestaltung der Immobilie berücksichtigt werden. Die Phasen eins und vier sind grundlegend, da der spätere Erfolg des Facility-Management-Systems in der Nutzungsphase von ihnen abhängt.

Während der Planungsphase muss beispielsweise die Anordnung der Inspektionsklappen berücksichtigt werden, damit spätere Arbeiten an den Lüftungsschächten reibungslos durchgeführt werden können. Es ist auch wichtig zu berücksichtigen, welche Materialien beim Bau der Immobilie verwendet werden und welche Auswirkungen diese Wahl auf die anschließende Reinigung hat. Facility Management kann hier als unterstützender Prozess vielfältig effektiv eingesetzt werden. In der Umsetzungs- und Herstellungsphase müssen unter anderem Vorkehrungen getroffen werden, um Kontaminationen in den Segmenten des Lüftungssystems zu vermeiden, da sonst die Anforderungen an die Luftqualität nicht erfüllt werden können.

Die Nutzungsphase des Gebäudes ist die längste Phase im Lebenszyklus.

Spezifische Anforderungen im Facility Management

Aufgrund des erhöhten Kostendrucks im Gesundheitswesen rückt das Gebäudemanagement (FM) verstärkt in den Fokus des Krankenhausmanagements. In Deutschland werden bereits etwa 13,7% aller Gebäudemanagement-Dienstleistungen im Gesundheitswesen erbracht, lediglich hinter der Industrie mit 20,8% und dem Finanzsektor mit 17,6%. Dies verdeutlicht den Wandel von der Betrachtung von Immobilien ausschließlich als Kostenfaktor hin zur Anerkennung als Ressource im Rahmen der Kernprozesse. Kosteneffiziente Patientenversorgung ist ohne eine optimale Immobilie nicht möglich, und übermäßige Immobilienkosten können alle bisherigen Optimierungsansätze im medizinischen Bereich zunichte machen. Dies hat Bedeutung für Krankenhäuser, denn...

Zudem nimmt die strukturelle Komplexität von Systemen stetig zu, und die Zeiträume zwischen Innovationen verkürzen sich. Dies erfordert einen ganzheitlichen Ansatz für Systeme, um übermäßige Kosten zu vermeiden und den Betrieb technisch veralteter und ineffizienter Systeme zu verhindern.

Während der Nutzungsphase der Immobilie übernimmt das Gebäudemanagement eine entscheidende Rolle, indem es die strukturellen, technischen und infrastrukturellen Funktionen des Gebäudes entsprechend den Nutzeranforderungen aufrechterhält und anpasst.

Um diesen Problemen vorzubeugen, beschäftigt sich das Facility Management mit folgenden Kernaufgaben:

  • Unterstützung von Unternehmens-Kernprozessen

  • Erhöhung der Leistungsfähigkeit betrieblicher Arbeitsplätze

  • Gewährleistung von Sicherheit

  • Erhaltung baulicher und anlagentechnischer Werte

  • Erhöhung von Nutzungsqualitäten

  • Reduzierung von Nutzungskosten

Während der Nutzungsphase der Immobilie spielt das Facility Management eine zentrale Rolle. Es stellt sicher, dass die strukturellen, technischen und infrastrukturellen Funktionen des Gebäudes sowohl gewartet als auch an die Bedürfnisse der Benutzer angepasst werden.

Technisches Management für Klinikinfrastrukturen

Das technische Facility Management konzentriert sich auf die technische Ausstattung eines Gebäudes. Insbesondere im Hinblick auf die Patientenversorgung ist die Gewährleistung einer kontinuierlichen Versorgung, Zugänglichkeit und betrieblichen Zuverlässigkeit von größter Bedeutung.

Die Versorgungssicherheit bezieht sich auf wesentliche Materialien, die für medizinische Dienstleistungen benötigt werden, wie Elektrizität, Wasser, Sauerstoff, Anästhesiegase und sogar Diesel für Notstromaggregate. In Notfällen gewährleisten diese Aggregate die Patientenversorgung und den kontinuierlichen Krankenhausbetrieb für eine bestimmte Dauer. Die Verfügbarkeit bezieht sich auf die ununterbrochene Einsatzbereitschaft technischer Systeme, wobei bestimmte Systemfunktionalitäten kontinuierlich überwacht werden, um Ausfallrisiken zu reduzieren. Zu diesen Systemen gehören Klimaanlagen, Notstromaggregate und medizinische Gasanlagen für Patienten. Kritische Bereiche wie Operationssäle und Intensivstationen sind besonders auf diese Systeme angewiesen.

Für unerwartete Systemausfälle stehen Backup-Ressourcen oder Redundanzen zur Verfügung, um Versorgungsunterbrechungen zu vermeiden. Diese Ressourcen sind während des regulären Betriebs nicht unbedingt erforderlich, können jedoch in Notfällen von entscheidender Bedeutung sein.

Die betriebliche Sicherheit umfasst Hygiene, Brandschutz und Arbeitssicherheit. Der besondere Schwerpunkt auf Hygiene in Krankenhäusern richtet sich vor allem an die Anforderungen der technischen Systeme für die Wasseraufbereitung und die Raumluftqualität. Je nach Verwendungszweck - wie Trinken, Luftbefeuchtung, persönliche Hygiene - werden unterschiedliche Wasserqualitätsstandards über die Zeit aufrechterhalten. Die effektive Funktion des Systems ist für den Krankenhausbetrieb und die Einhaltung von Hygienevorschriften unerlässlich. Krankenhausspezifische Brandschutzvorschriften werden von Facility Management streng überwacht, einschließlich der Überwachung von medizinischen Gassystemen aufgrund ihres erhöhten Explosionsrisikos. Arbeitssicherheit, ein weiterer Aspekt der betrieblichen Sicherheit, dreht sich um Schutzmaßnahmen gegen schädliche Strahlung, Staub, Viren und mehr.

Durch ein effizientes technisches FM wird gewährleistet, dass die Gebäude und Anlagen sicher und ohne Unterbrechung funktionieren, was direkt zur Patientensicherheit und zum Therapieerfolg beiträgt. Technisches FM hat also eine Schlüsselrolle, um den Klinikbetrieb technisch zuverlässig, regelkonform und energieeffizient zu gestalten.

Wichtige Aufgaben des TFM sind unter anderem:

  • Instandhaltungsplanung und Wartung aller technischen Anlagen, um deren Verfügbarkeit sicherzustellen und Ausfälle zu vermeiden. Dies umfasst regelmäßige Prüfungen, Inspektionen und Reparaturen (z. B. TÜV-Prüfungen von Aufzügen, Wartung von Notstromaggregaten).

  • Technische Betriebsführung, d. h. Überwachung der Gebäudetechnik (Leitwarte/GLT), Steuerung der Klimatisierung, Energieversorgung und sonstiger technischer Abläufe im 24/7-Betrieb. Im Krankenhaus müssen kritische Systeme redundant ausgelegt und kontinuierlich funktionsfähig sein – Ausfallzeiten sind praktisch inakzeptabel.

  • Dokumentation und Betreiberprüfungen: Führen von technischen Dokumentationen, Wartungsplänen, Prüfnachweisen und Sicherstellen der Einhaltung von Prüffristen (z. B. für elektrische Anlagen nach VDE-Normen oder Raumlufttechnik nach VDI 6022). Die lückenlose Dokumentation ist auch haftungsrelevant und wird im Klinik-FM zunehmend digital unterstützt (siehe Digitalisierung).

  • Brandschutz und Sicherheitstechnik: Umsetzung technischer Brandschutzmaßnahmen (Brandmelder, Sprinkler, Rauchabzüge) und regelmäßige Prüfungen gemäß Brandschutzordnung. In vielen Krankenhäusern fallen auch Zutrittskontrollsysteme und Alarmierungsanlagen in den Zuständigkeitsbereich des TFM, teilweise überschneidend mit dem Sicherheitsmanagement.

Doch neben den zentralen Aufgabenbereichen des Facility Managements gibt es für den wirtschaftlichen Betrieb eines Krankenhauses noch weitere grundlegende Ziele:

  • Werterhaltung bzw. Wertsteigerung

  • Maximierung der Nutzungsqualität

  • Maximierung des Nutzungsgrads

  • Optimierung der Anlagen

  • Nutzerzufriedenheit

  • Optimierung der Instandhaltungskosten

  • Maximierung der Zuverlässigkeitsgrads

Infrastrukturelles Facility Management optimieren

Infrastrukturelles Facility Management sorgt für die Bereitstellung aller Dienstleistungen, die den Krankenhausbetrieb unterstützen. Es umfasst die organisatorischen und serviceorientierten Aufgaben im Hintergrund, die für einen reibungslosen Klinikalltag unverzichtbar sind.

Es zielt darauf ab, einen reibungslosen, patientenorientierten Klinikbetrieb zu gewährleisten. Gut organisierte Reinigungsprozesse, Verpflegung, Logistik und Serviceleistungen tragen nicht nur zur Patientenzufriedenheit bei, sondern sind auch für Hygiene, Komfort und Sicherheit im Krankenhaus mitverantwortlich. Gerade im sensiblen Umfeld Krankenhaus ist ein effizient abgestimmtes IFM ein wichtiger Faktor für die Qualität der Versorgung.

Typische Leistungsbereiche des IFM in Kliniken sind:

  • Reinigungs- und Hygienemanagement: Umfasst die tägliche Reinigung und Desinfektion von Patientenzimmern, OP-Sälen und allen Bereichen des Krankenhauses nach strengen Hygienevorschriften. Die Krankenhausreinigung erfolgt nach spezifischen Standards (seit 2021 bspw. gemäß DIN 13063, die einheitliche Anforderungen an Reinigung und desinfizierende Reinigung in Krankenhäusern festlegt). Hohe Hygienestandards sind essenziell, um Infektionen zu vermeiden – siehe auch Abschnitt Hygiene und Infektionsprävention.

  • Ver- und Entsorgungsdienste: Sicherstellung der Versorgung mit wichtigen Gütern (z. B. Bettenaufbereitung, Bereitstellung von Sterilgütern, medizinischen Gasen, Arzneimitteln in Zusammenarbeit mit der Apotheke) sowie Entsorgung von Abfällen und Sondermüll. Hierunter fällt auch das Abfallmanagement (inkl. Entsorgung infektiöser oder gefährlicher Abfälle nach den einschlägigen Vorschriften) und Wäscheversorgung (Bettwäsche, OP-Kleidung, textile Aufbereitung).

  • Catering und Logistik: Organisation der Speisenversorgung für Patienten und Mitarbeiter (Küche, Verteilerküchen) sowie interne Logistik wie Transportdienste. Dazu zählen Patiententransport innerhalb der Klinik, Hol- und Bringdienste für Proben oder Medikamente, Materiallogistik (Lagerhaltung, Nachschub an Stationen) und ggf. der Betrieb von Automatischen Warentransportsystemen (wie fahrerlose Transportsysteme in größeren Krankenhäusern).

  • Hauswirtschaftliche Dienste und Außenanlagen: Pflege der Außenanlagen, Winterdienst, Reinigung von Verkehrsflächen, Betreiben von Parkplätzen/Parkhäusern (Parkraummanagement), Patientenaufnahme und Pfortendienst (Empfangsdienste), sowie ggf. Garten- und Landschaftspflege auf dem Gelände.

  • Sicherheits- und Empfangsdienste: Obwohl Sicherheitsmanagement ein eigenes Thema ist (siehe Sicherheitsmanagement), fallen operative Dienste wie Pforte, Wachdienst und Besuchersteuerung oft unter das infrastrukturelle FM. Das IFM koordiniert Zugangskontrollen für Besucher, einfache Sicherheitsrundgänge und stellt den geordneten Ablauf im täglichen Betrieb sicher (z. B. durch Information des Sicherheitsdienstes bei besonderen Vorkommnissen).

Kaufmännische Lösungen für Kliniken

Die Bandbreite des kommerziellen Facility Managements entspricht den in anderen Immobilien üblichen Praktiken und strebt eine kosteneffiziente Funktion des Gebäudes an. Jenseits der Betriebswirtschaft erfordert es Fachkenntnisse in gesundheitsbezogenen Bereichen wie Krankenhausrecht, Medizinrecht und ein Verständnis für Krankenhausabläufe. Seine Aufgabenbereiche umfassen Beschaffung, Überwachung sowie Vertrags- und Projektmanagement. Es stellt sicher, dass die Infrastruktur kosteneffizient betrieben wird und die rechtlichen sowie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden.

Das kaufmännische FM schafft damit die transparente Entscheidungsgrundlage für das Management. Es sorgt dafür, dass FM-Maßnahmen finanziell tragfähig sind, Kosten gesenkt werden können und die Immobilienwerte langfristig erhalten bleiben. In Krankenhäusern ist KFM besonders gefordert, da hier begrenzte finanzielle Mittel auf die wichtigen Unterstützungsprozesse verteilt werden müssen und Fehlentscheidungen unmittelbare Auswirkungen auf Patientenversorgung oder Rechtskonformität haben können.

Zentrale Aufgaben und Unterthemen des KFM sind:

  • Budgetierung und Kostenkontrolle: Planung des FM-Budgets und laufendes Controlling aller Kosten, die im Zusammenhang mit Gebäuden und technischen Dienstleistungen anfallen. Dazu gehören z. B. Energie- und Betriebskosten, Instandhaltungskosten, Ausgaben für Reinigung, Sicherheitsdienst oder extern vergebene Dienstleistungen. Durch Betriebskostenabrechnungen wird transparent, wofür Mittel verwendet werden. Ziel ist es, wirtschaftliche Effizienz zu erreichen und Einsparpotenziale zu identifizieren, ohne die Betriebssicherheit zu gefährden.

  • Vertrags- und Lieferantenmanagement: Verwaltung von Dienstleistungs- und Wartungsverträgen mit externen FM-Dienstleistern (z. B. Reinigungsfirmen, Catering-Unternehmen, Wartungsfirmen). Dazu gehört die Ausschreibung, Vergabe, Überwachung der Leistungserfüllung (Service Level Agreements) sowie ggf. das Outsourcing-Management. Auch Versicherungsmanagement für die Immobilien und Haftpflichtrisiken kann dazugehören.

  • Flächen- und Kapazitätsmanagement: Optimale Nutzung der vorhandenen Gebäude- und Raumflächen. In einem Krankenhaus bedeutet das z. B. die Planung von Stationen, OP-Sälen, Ambulanzen und Büros in Hinblick auf Auslastung und zukünftige Bedürfnisse. Eine Flächenbewirtschaftung trägt zur langfristigen Wertsteigerung und optimalen Nutzung der Immobilie bei. Gegebenenfalls müssen Aus- oder Umbauten geplant oder Verwaltungsbereiche effizient konsolidiert werden.

  • Kaufmännische Immobilienverwaltung: Dazu zählen die Objektbuchhaltung (Erfassung aller buchhalterischen Vorgänge der Liegenschaften), Berichtswesen gegenüber der Geschäftsführung, sowie das Benchmarking von Kennzahlen (Vergleich von Leistungskennzahlen mit Branchenwerten, z. B. FM-Kosten pro m²). Auch strategische Entscheidungen wie Investitionsrechnungen für Sanierungen, Lebenszykluskostenanalysen (LCC) und Mietmanagement bei verpachteten Bereichen (z. B. Cafeteria an einen Pächter) fallen darunter.

Anforderungen und Zufriedenheiten

Das Erfüllen von Kundenanforderungen und das Sicherstellen einer hohen Benutzerzufriedenheit sind für jeden Dienstleister von grundlegender Bedeutung. Angesichts der wachsenden Anerkennung des Facility Managements im Gesundheitswesen und des sich entwickelnden Marktes ist es auch wichtig, Kundenanforderungen genau zu verstehen und zu erfüllen. Dies stellt jedoch in einem Krankenhausumfeld eine Herausforderung dar.

Drei unterschiedliche Kundengruppen können identifiziert werden, die das Krankenhaus täglich besuchen:

  • Personal

  • Patienten

  • Besucher

Zufriedenheit

Beispielsweise erwarten Mitarbeiter einen ordentlichen, funktionalen Arbeitsplatz, zugängliche technische Hilfsmittel und qualitativ hochwertige Verpflegungsdienste. Patienten hingegen verdienen besonderen Schutz, Aufmerksamkeit und erstklassige Pflege und Komfort. Besucher haben eine eigene Reihe von Erwartungen: Sie schätzen eine saubere Umgebung, einen effizient verwalteten Empfang und ein klares, funktionsfähiges Leitsystem.

Facility Management Leistungsmatrix

Nutzer und FM-Zuordnung

Nutzer und FM-Zuordnung

Die Tabelle ordnet Facility Management Leistungen den verschiedenen Funktionsbereichen und Nutzern zu.

Mitarbeiter sind nicht aufgrund ihrer ständigen Interaktion mit dem Facility Management die Hauptkunden. Obwohl das Personal vielleicht den Großteil der Dienstleistungen in reiner Menge erhält, wirken sich die wichtigsten, qualitativen Dienstleistungen direkt auf den Patienten aus. Die Gesundheit des Patienten kann eng mit den Dienstleistungen des Facility Managements wie medizinischen Untersuchungen, Behandlungen und Pflege verbunden sein und in einigen Fällen davon abhängig sein. Bei der Pflege werden alle drei Kundengruppen des Facility Managements bedient, aber der Patient bleibt zentral.

Darüber hinaus beeinflusst das Facility Management maßgeblich die persönliche Wahrnehmung des Krankenhauses durch den Patienten und sein Umfeld. Dies zeigt die direkten Vorteile eines effizienten Facility Managements bei der Kundengewinnung und bei der Schaffung des "Krankenhausmarken"-Images.

Zufriedenheitsanalyse nach Kriterien

Bewertungsübersicht von Dienstleistungen

Bewertungsübersicht von Dienstleistungen

Exemplarische Darstellung der Wahrnehmung der Patienten und Besucher

Betreiberverantwortung – Pflichten des Klinikbetreibers

Betreiberverantwortung bezeichnet die rechtliche Pflicht des Krankenhausbetreibers (Träger/Geschäftsführung), für einen sicheren Betrieb aller Anlagen, Gebäude und technischen Einrichtungen zu sorgen. Wer ein Krankenhaus betreibt, hat eine Vielzahl von Verkehrssicherungs- und Sorgfaltspflichten gegenüber Patienten, Mitarbeitenden und der Umwelt, um Gefahren abzuwenden. Vernachlässigt der Betreiber diese Pflichten fahrlässig oder vorsätzlich, haftet er für entstehende Schäden und kann im Ernstfall sogar strafrechtlich belangt werden.

Der Gesetzgeber definiert den Begriff Betreiberverantwortung nicht ausdrücklich in einem einzigen Gesetz. Orientieren kann man sich jedoch an branchenüblichen Richtlinien. So liefert VDI-Richtlinie 3810 eine oft zitierte Definition: „Betreiberverantwortung ist die Rechtspflicht zum sicheren Betrieb einer Anlage, einer Gebäudeeinheit, einer sonstigen Gefahrenquelle oder eines Bereichs mit öffentlichem Publikumsverkehr.“

Zu den Kernpflichten der Betreiberverantwortung im Krankenhaus zählen: Einhaltung aller relevanten Gesetze und Vorschriften, regelmäßige Prüfungen (z. B. von Medizingeräten, elektrischen Anlagen, Aufzügen) innerhalb der vorgeschriebenen Fristen, Instandhaltung der Gebäude und Technik, Hygiene- und Arbeitsschutzmaßnahmen für Personal und Patienten, sowie die Organisation von Zuständigkeiten. Der Betreiber darf Aufgaben an fachkundige Dritte oder interne Verantwortliche delegieren (z. B. an einen Technischen Leiter oder externe FM-Dienstleister), bleibt aber in der Überwachungspflicht und trägt letztlich weiterhin die Gesamtverantwortung. Eine wirksame Delegation muss schriftlich erfolgen und die beauftragte Person muss geeignet und unterwiesen sein (§13 BetrSichV erlaubt die Übertragung bestimmter Betreiberpflichten).

Für Krankenhausbetreiber ist es unabdingbar, ein systematisches Betreiberpflichten-Management zu etablieren. Dazu gehört z. B. eine zentrale Pflichtenmatrix oder Checkliste, welche alle Anlagen und Bereiche mit ihren Prüfvorschriften auflistet (von Trinkwasserinstallationen über Medizintechnik bis Brandschutztüren). Nur so kann man den Überblick behalten, welche wiederkehrenden Prüfungen, Wartungen oder Schulungen erforderlich sind und wann sie fällig werden. Vernachlässigungen – etwa die Unterlassung einer vorgeschriebenen Sicherheitsprüfung – können im Schadensfall als Pflichtverletzung ausgelegt werden und zu Haftungsansprüchen führen. Durch aktive Wahrnehmung der Betreiberverantwortung stellt der Klinikträger sicher, dass Patienten, Mitarbeiter und Besucher vor Gefahren geschützt werden und dass er selbst rechtlich auf der sicheren Seite ist.

Hygiene und Infektionsprävention

Hygienemanagement im Krankenhaus ist von überragender Bedeutung, da hier unmittelbar Patientensicherheit und Gesundheitsschutz auf dem Spiel stehen. Krankenhaushygiene umfasst alle Maßnahmen, um nosokomiale Infektionen (hospitalbedingte Infektionen) zu verhindern und die Ausbreitung von Krankheitserregern zu vermeiden. In Deutschland bildet § 23 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) die zentrale rechtliche Grundlage: Krankenhausleitungen sind verpflichtet sicherzustellen, dass “die nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft erforderlichen Maßnahmen getroffen werden, um nosokomiale Infektionen zu verhüten und die Weiterverbreitung von Krankheitserregern […] zu vermeiden.”. Das bedeutet praktisch, dass jede Klinik ein umfassendes Hygienekonzept haben muss, das alle Aspekte von Reinigung, Desinfektion, Sterilisation bis hin zu Isolation und Ausbruchsmanagement regelt.

Wichtige Elemente der Infektionsprävention im FM-Kontext sind:

  • Bauliche und technische Hygienevoraussetzungen: Schon bei Planung und Betrieb der Gebäude muss Hygiene mitgedacht werden. Zum Beispiel benötigen OP-Säle spezielle raumlufttechnische Anlagen (keine Fenster, Reinluft-Filterung, Über-/Unterdruckzonen), um Keime fernzuhalten. Materialien und Oberflächen im Krankenhaus sollten leicht zu reinigen und desinfizieren sein (z. B. Hohlsockelleisten statt aufstehender Sockel, um Schmutz leicht entfernen zu können). Auch die Trinkwasseranlage und Lüftungssysteme müssen hygienisch einwandfrei betrieben werden (Stichwort Legionellenprävention in Warmwasser, VDI 6022 für Lüftung). Das technische FM stellt durch Wartung und Monitoring sicher, dass diese Anlagen sauber bleiben.

  • Reinigung und Desinfektion: Ein großer Teil des infrastrukturellen FM ist dem Bereich Reinigung zugeordnet. Hier gelten klare Vorgaben, z. B. durch die erwähnte DIN 13063 für Krankenhausreinigung, die seit 2021 einheitliche Maßstäbe für Reinigungspläne, Methoden und Qualitätskontrollen setzt. Die Reinigungsteams arbeiten nach detaillierten Hygieneplänen der Klinik: darin ist festgelegt, wie häufig welche Bereiche mit welchen Mitteln zu reinigen bzw. zu desinfizieren sind. Moderne Verfahren (etwa mikrofasergestütztes Wischen mit abgestuften Feuchtigkeitsgraden, um Keimverschleppung zu verhindern) kommen zum Einsatz. Wichtig ist die validierte Desinfektion: z. B. OP-Bereiche und Patientenzimmer nach infektiösen Patienten müssen mit geeigneten Desinfektionsmitteln nach Vorgabe des Hygieneplans behandelt werden.

  • Sterilgut- und Aufbereitungsprozesse: Die Aufbereitung von Medizinprodukten (z. B. chirurgische Instrumente, Endoskope) fällt zwar häufig in den Aufgabenbereich eines Zentralsterilisations-Teams, gehört aber organisatorisch zum FM-Umfeld bzw. technischen Dienst. Hier greift die Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV), die vorschreibt, dass kritische Medizinprodukte mit validierten Verfahren gereinigt, desinfiziert und sterilisiert werden müssen. Das FM stellt die nötige Infrastruktur (Sterilisationsgeräte, Reinigungsautomaten) bereit und muss die lückenlose Dokumentation jedes Sterilisationsvorgangs gewährleisten (Nachverfolgbarkeit über Jahre).

  • Überwachungs- und Meldesysteme: In Zusammenarbeit mit dem Hygienefachpersonal implementiert das FM Maßnahmen zur kontinuierlichen Überwachung der Hygiene. Beispiele: Regelmäßige hygienisch-mikrobiologische Kontrollen (z. B. Abklatschproben auf Oberflächen, Trinkwasseruntersuchungen), Monitoring von Raumklima in sensiblen Bereichen, sowie Schulung von Reinigungspersonal. Auch die organisatorische Vorbereitung auf Ausbrüche (Notfallpläne bei z. B. Norovirus) gehört dazu. Gemäß IfSG müssen bestimmte Infektionen und Ausbrüche dem Gesundheitsamt gemeldet werden – hier sorgt ein gutes Hygienemanagement für die Einhaltung dieser Meldepflichten in Zusammenarbeit mit dem Krankenhaushygieniker.

KRINKO-Richtlinien

Wesentliche Orientierung bei all dem bieten die KRINKO-Richtlinien der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am RKI. Diese evidenzbasierten Empfehlungen definieren den „aktuellen Stand der Wissenschaft“ für zahlreiche Hygienethemen (z. B. Händehygiene, Prävention postoperativer Wundinfektionen, Umgang mit multiresistenten Erregern). Behörden und Gerichte ziehen die KRINKO-Richtlinien oft heran, um zu beurteilen, ob ein Krankenhaus seine Hygienepflichten nach § 23 IfSG erfüllt hat. Daher sind Krankenhausträger faktisch gehalten, die KRINKO-Empfehlungen verbindlich umzusetzen und in ihren internen Hygieneplänen zu verankern.

Insgesamt trägt ein konsequentes Hygienemanagement durch das Facility Management dazu bei, Patienten und Mitarbeiter vor Infektionen zu schützen, die Qualität der Versorgung hochzuhalten und den gesetzlichen Auftrag zur Infektionsprävention zu erfüllen. Hygiene ist im Klinik-FM kein optionales Extra, sondern zentraler Bestandteil der Betreiberverantwortung und Qualitätsstrategie.

Sicherheitsmanagement (Schutz von Personen und Einrichtungen)

Krankenhäuser müssen nicht nur hygienisch, sondern auch allgemein sicher betrieben werden. Das Sicherheitsmanagement im Rahmen des Facility Managements umfasst alle Vorkehrungen zum Schutz von Patienten, Mitarbeitenden, Besuchern sowie zur Sicherung von Gebäuden und technischen Anlagen. Dazu gehören Aspekte der physischen Sicherheit, der organisatorischen Notfallvorsorge und teilweise auch der Arbeitssicherheit.

Wichtige Teilbereiche des Sicherheitsmanagements sind:

  • Zutrittskontrolle und Objektschutz: In Kliniken gibt es unterschiedliche Sicherheitszonen – z. B. öffentlich zugängliche Bereiche (Eingangsbereiche, Ambulanzen), interne Bereiche (Stationen) und Hochsicherheitsbereiche (OP, Intensivstation, Serverräume, Technikzentralen, Apotheken, Archive). Entsprechend muss ein passendes Zutrittskontrollsystem implementiert sein. Gerade im Gesundheitswesen bedarf es oft eines optimalen Mix aus konventioneller Zutrittskontrolle und intelligenter mechatronischer Schließtechnik, um all diese verschiedenen Bereiche verlässlich abzusichern. Moderne elektronische Schließsysteme (z. B. Transponderkarten/RFID) ermöglichen es, Zutrittsrechte für Mitarbeiter und Externe gezielt zu steuern und Protokolle über Zugänge zu führen. Gleichzeitig müssen Notausgänge und Besucherwege klar geregelt sein. Der Werkschutz bzw. Sicherheitsdienst (oft Teil des IFM) überwacht per Streifengänge oder Videoüberwachung sensible Zonen und steht im Ernstfall bereit einzugreifen.

  • Brandschutz- und Notfallmanagement: Kliniken unterliegen strengen Brandschutzvorschriften (Landesbauordnungen, Krankenhausbauverordnungen). Das FM verantwortet einen aktiven Brandschutz: Bereitstellung und Wartung von Feuerlöschern, Brandmeldeanlagen, Rauchabzugsanlagen und regelmäßige Brandschutzübungen. Es bestellt einen Brandschutzbeauftragten und schult das Personal in Evakuierungsplänen. Darüber hinaus müssen Pläne für andere Notfälle vorhanden sein – zum Beispiel Ausfall der Stromversorgung, IT-Ausfall, Naturkatastrophen. Viele Krankenhäuser erstellen umfangreiche Notfall- und Wiederanlaufpläne nach Standard DIN ISO 22301 (Business Continuity Management), um auf kritische Risiken wie Stromausfall, Ausfall der Wasserversorgung oder Ausfall der Sterilgutversorgung vorbereitet zu sein. Dieses Notfallmanagement wird regelmäßig aktualisiert und geübt, um im Ernstfall schnell und koordiniert reagieren zu können.

  • Arbeitsschutz und Sicherheitstraining: Die Sicherheit der Mitarbeiter fällt ebenfalls in diesen Bereich. Das FM stellt sicher, dass die Arbeitsschutzgesetz-Vorgaben eingehalten werden – etwa durch regelmäßige Sicherheitsunterweisungen, Bereitstellung von Schutzausrüstung (PSA) für bestimmte Tätigkeiten und Überprüfung der Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung). Ein Sicherheitsingenieur oder Fachkraft für Arbeitssicherheit (oft im Team der technischen Leitung) überwacht die Unfallverhütung und gestaltet mit dem Betriebsarzt zusammen ein sicheres Arbeitsumfeld. Dazu zählen z. B. Schulungen in Brandschutz und Erste Hilfe für Mitarbeiter, ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und Kontrolle der Einhaltung von Sicherheitsstandards (z. B. elektrischer Sicherheit bei medizinischen Geräten).

Schutzniveau

Ziel des Sicherheitsmanagements ist es, ein hohes Schutzniveau im Krankenhaus zu gewährleisten, ohne die offenen und zugänglichen Strukturen einer Pflegeeinrichtung unnötig zu beeinträchtigen. Patienten, die sich in oft hilfloser Lage befinden, sollen sich ebenso sicher fühlen wie Mitarbeiter, die etwa nachts allein auf Station arbeiten. Ein integrales Sicherheitskonzept – von der Zugangskontrolle über Videoüberwachung kritischer Bereiche bis zur Alarmorganisation – trägt nicht nur zur Sicherheit bei, sondern auch zum Vertrauen von Patienten und Belegschaft in die Klinik. Das FM koordiniert diese Maßnahmen in enger Abstimmung mit der Klinikleitung und ggf. Behörden (Polizei, Feuerwehr) und stellt sicher, dass Schutz und reibungsloser Klinikablauf Hand in Hand gehen.

Energiemanagement im Krankenhaus

Krankenhäuser zählen zu den energieintensiven Gebäuden: Ein 24/7-Betrieb mit hohem Lüftungsbedarf, vielen elektrischen Geräten, Beleuchtung, Sterilisation und Kühlung führt zu einem sehr großen Energieverbrauch. Entsprechend wichtig ist ein professionelles Energiemanagement, das sowohl ökologische Ziele (Klimaschutz) als auch ökonomische Vorteile (Kostenersparnis) verfolgt.

Die Kernpunkte des Energiemanagements sind:

  • Energiemonitoring und -optimierung: Zunächst muss der Energieverbrauch (Strom, Wärme, Kälte) kontinuierlich überwacht werden. Viele Kliniken setzen dafür Energiemanagement-Systeme gemäß DIN ISO 50001 ein, um systematisch Energiedaten zu erfassen und Effizienzpotenziale zu identifizieren. Energiereports zeigen z. B. an, wie hoch der Verbrauch pro Gebäude oder pro Bett ist, wo Lastspitzen auftreten etc. Auf dieser Basis werden Maßnahmen zur Verbrauchsreduzierung ergriffen – etwa die Optimierung der Lüftungsanlagen (bedarfsgerechte Steuerung), Umstellung auf LED-Beleuchtung, Dämmungsmaßnahmen oder Energierückgewinnung aus Abluft.

  • Sichere und effiziente Energieversorgung: Ein Krankenhaus muss jederzeit mit Strom und Wärme versorgt sein. Daher gehören Notstromanlagen (meist Dieselgeneratoren oder Batteriepuffer) zur Pflichtausstattung, die regelmäßig getestet werden. Darüber hinaus setzen viele Kliniken auf hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), also Blockheizkraftwerke, um Strom und Heizwärme gleichzeitig vor Ort zu produzieren. Diese KWK-Anlagen laufen oft erdgasbetrieben und decken den Grundbedarf, überschüssiger Strom wird ins Netz gespeist oder in Notstrombatterien gespeichert. Auch Photovoltaik-Anlagen auf Klinikdächern und Geothermie/Wärmepumpen sind verbreitet, sofern baulich möglich, um regenerative Energiequellen zu nutzen.

  • Klimatisierung und Kälteversorgung: Ein spezieller Teil ist die Kälteerzeugung (Klimaanlagen für OPs, Kühlung von MRT-Geräten, Laboren etc.). Hier achtet das Energiemanagement auf effiziente Kältemaschinen und Klimaanlagen. Freie Kühlung (Nutzung kühler Außenluft), Kaltwassersätze mit hoher Effizienz und smarte Steuerung (z. B. Nachabsenkung in nicht genutzten Räumen) sparen Energie.

  • Betriebskosten und Verträge: Das Energiemanagement kümmert sich auch um die Energiebeschaffung (Strom- und Gaslieferverträge zu wirtschaftlichen Konditionen) sowie ggf. um Energiespar-Contracting mit spezialisierten Firmen. Steigende Energiepreise und gesetzliche Abgaben (z. B. CO₂-Bepreisung) werden beobachtet und ins Budget eingeplant. Einige Kliniken lassen sich auch energie- oder umweltzertifizieren (nach ISO 50001 oder ISO 14001), was systematische Prozesse voraussetzt.

Durch all diese Maßnahmen gelingt es, Energie einzusparen und zugleich die Versorgungssicherheit zu erhöhen

Energiemanagement zahlt direkt auf die Nachhaltigkeitsziele des Krankenhauses ein (siehe nächster Abschnitt) und kann erhebliche Kostensenkungen bewirken, die letztlich der medizinischen Kernleistung zugutekommen. Zudem leisten Kliniken so einen Beitrag zum Klimaschutz, was zunehmend auch von öffentlicher Seite eingefordert wird.

Nachhaltigkeit im Facility Management

Nachhaltigkeit ist in den letzten Jahren zu einem zentralen Thema – auch im Klinik-Facility-Management – geworden. Krankenhäuser streben an, ökologisch verantwortungsvoll zu handeln, Ressourcen zu schonen und ein gesundes Umfeld für kommende Generationen zu gewährleisten. Im FM-Kontext bedeutet Nachhaltigkeit nicht nur Energiesparen, sondern ein ganzheitliches Umwelt- und Sozialmanagement.

Wichtige Aspekte sind:

  • Klimaschutz und Emissionsreduktion: Aufbauend auf dem Energiemanagement zielen Kliniken vermehrt darauf ab, ihren CO₂-Fußabdruck zu verkleinern. Einige Krankenhäuser verfolgen Strategien zur Klimaneutralität bis zu einem bestimmten Zieljahr. Maßnahmen umfassen Energieeffizienz, Umstieg auf erneuerbare Energien, Elektromobilität im Klinikfuhrpark, und Kompensation unvermeidbarer Emissionen. Es gibt Green-Building-Zertifikate wie den DGNB-Standard mit Klinikschwerpunkt, die nachhaltige Krankenhausbauten auszeichnen. Solche Zertifizierungen bewerten z. B. Energieverbrauch, Materialökologie und Innenraumqualität. Nachhaltigkeit spiegelt sich also schon in der Planung von Klinikgebäuden wider (Baustoffe, Energiekonzepte, Begrünung).

  • Ressourcenmanagement und Abfallvermeidung: Neben Energie betrachtet nachhaltiges FM auch Wasserverbrauch (Optimierung von Sterilisationsprozessen, Regenwassernutzung für Gartenanlagen), Materialverbrauch und Müllvermeidung. Krankenhäuser produzieren verschiedenste Abfälle – von Siedlungsabfall über infektiösen Müll bis hin zu radioaktiven Abfällen. Ein nachhaltiges Konzept zielt darauf, möglichst wenig Abfall zu erzeugen (z. B. Mehrwegsysteme statt Einweg bei Textilien oder Geschirr, soweit hygienisch vertretbar) und das Recycling zu fördern. Zudem werden umweltfreundliche Produkte bevorzugt (z. B. Reinigungsmittel mit Öko-Zertifizierung, PVC-freie Bodenbeläge).

  • Nachhaltigkeitsberichterstattung und Regularien: Größere Kliniken unterliegen teils schon (oder bald) der berichtspflicht nach EU-Vorgaben wie der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Das bedeutet, sie müssen über ihre Nachhaltigkeitsleistung (z. B. Energiekennzahlen, Emissionen, soziale Aspekte) Rechenschaft ablegen. Das FM liefert hierfür die Daten und Maßnahmenberichte. Einige Krankenhausträger veröffentlichen Nachhaltigkeitsberichte, die ökologische und soziale Projekte des Hauses darstellen.

  • Lebenszyklusbetrachtung und langfristige Strategie: Nachhaltigkeit im FM bedeutet auch, Investitionen nicht nur nach Anschaffungskosten, sondern nach Lebenszykluskosten zu bewerten (Total Cost of Ownership). Ein billigeres Gerät kann z. B. höhere Betriebskosten verursachen. Daher werden Entscheidungen mehr und mehr an ganzheitlichen Kriterien ausgerichtet. Auch die Nachhaltigkeit der Lieferkette (Beschaffung regionaler Produkte, ethische und faire Produktion von Gütern) fließt in FM-Entscheidungen ein.

Ein nachhaltiges Klinik-FM zeigt sich letztlich in umweltgerechten Betriebsabläufen und einem bewussten Ressourceneinsatz

Neben dem offensichtlichen Nutzen für die Umwelt bringt dies oft finanzielle Vorteile (durch geringere Verbräuche) und Imagegewinn für die Klinik. Patienten, Mitarbeiter und die Öffentlichkeit nehmen wahr, wenn ein Krankenhaus Verantwortung für Nachhaltigkeit übernimmt – sei es durch ein „grünes Krankenhaus“-Projekt, ein modernes Energiekonzept oder nachhaltige Versorgungsangebote.

Digitalisierung im FM

Die Digitalisierung hat auch im Facility Management von Krankenhäusern Einzug gehalten und revolutioniert viele Prozesse. Durch digitale Werkzeuge können Abläufe effizienter, transparenter und sicherer gestaltet werden.

Wichtige Digitalisierungsaspekte im Klinik-FM sind:

  • CAFM-Systeme und Datenmanagement: Viele Krankenhäuser nutzen spezialisierte Computerized/Aided Facility Management (CAFM)-Software, um ihre Gebäude, Anlagen und FM-Leistungen zu verwalten. Gängige Systeme (z. B. Planon, Archibus, Wave) sind in Deutschland verbreitet und oft nach GEFMA-Standards zertifiziert. Sie dienen als zentrale Datenbanken für Wartungspläne, Flächen- und Inventarverzeichnisse, Ticketmeldungen (Störungsmanagement) und Dokumente. Moderne CAFM-Lösungen können BIM-Modelle (Building Information Modeling) der Gebäude integrieren, sodass bereits Planungsdaten für den Betrieb genutzt werden. Über Cockpits und Dashboards behalten Techniker und Manager den Überblick über offene Arbeiten, Fristen und Leistungskennzahlen.

  • Automatisierung und IoT: Internet of Things (IoT)-Sensorik hält Einzug in das technische Gebäudemanagement. Sensoren überwachen in Echtzeit Zustände – z. B. Temperatur und Feuchtigkeit in Räumen, Belegung von Parkplätzen, Vibration an Maschinen, Füllstände von Tanks oder Abfallcontainern. Über IoT-Plattformen lassen sich diese Daten sammeln und automatisch auswerten. Ein Trend ist Predictive Maintenance: IoT-Daten ermöglichen vorausschauende Wartung, bei der Anlagenstörungen erkannt und behoben werden, bevor ein Ausfall auftritt. Beispielsweise kann ein ungewöhnliches Schwingungsmuster an einer Lüftungsanlage frühzeitig einen Lagerschaden anzeigen, der dann geplant repariert wird. Das erhöht die technische Verfügbarkeit und senkt langfristig Kosten.

  • Digitale Prozessoptimierung und Robotik: Durch Digitalisierung werden auch infrastrukturelle Prozesse optimiert. In einigen großen Kliniken sind robotergestützte Logistiksysteme im Einsatz – fahrerlose Transportroboter oder Rohrpostanlagen übernehmen den Material- und Probenversand. Reinigungsroboter für Flure oder OP-Säle befinden sich in Entwicklung. Digitale Schlüssel- und Schließsysteme erleichtern das Zugangsmanagement (z. B. Berechtigungen über Software verwalten, siehe Sicherheitsmanagement). Service-Apps ermöglichen es Mitarbeitern, Störungen oder Bedarfe (wie „Glühbirne defekt“ oder „Reinigungsbedarf“) per Smartphone direkt an die FM-Zentrale zu melden.

  • Dokumentation, Reporting und Analytics: Eine wichtige Rolle spielt die digitale Dokumentation im FM. Gesetzliche Prüfungen, Wartungsnachweise, Hygienekontrollen – all dies wird heute elektronisch erfasst und archiviert, was Auditierungen erleichtert. Mit Analytics-Tools lassen sich zudem FM-Daten auswerten, um Schwachstellen zu identifizieren (z. B. Bereiche mit häufigen Störungen) oder um Kennzahlen für Benchmarks zu generieren. Zukünftig gewinnen auch ESG-Reporting-Tools an Bedeutung, um Anforderungen an Umwelt, Soziales und Governance zu erfüllen (siehe Nachhaltigkeit/CSRD).

  • Trends wie digitale Zwillinge und KI: Als Ausblick werden digitale Zwillinge diskutiert – virtuelle Echtzeit-Abbilder des Krankenhauses, in denen man simulieren kann, wie Umbauten oder Ausfälle sich auswirken würden. Künstliche Intelligenz (KI) könnte in Zukunft genutzt werden, um FM-Prozesse weiter zu automatisieren, beispielsweise die Einsatzplanung von Technikern zu optimieren oder Anomalien in Sensorstreams zu erkennen.