Zum Inhalt springen
FM-Connect Chat

Hallo! Ich bin Ihr FM-Connect Chat-Assistent. Wie kann ich Ihnen helfen?

FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Krankenhausreinigung

Facility Management: Kliniken und Krankenhäuser » Facility Management » Krankenhausreinigung

Reinigung im Krankenhaus – Operative Umsetzung

Reinigung im Krankenhaus – Operative Umsetzung

Die Sauberkeit im Krankenhaus ist ein entscheidender Faktor für die Infektionsprävention und den Betrieb. In Deutschland gelten strenge Vorgaben: Seit 2021 existiert mit der DIN 13063 erstmals ein einheitlicher Standard für die Krankenhausreinigung, der verbindliche Anforderungen für Reinigungsdienstleister und Krankenhäuser festlegt. Ergänzt wird dies durch die Kommission für Krankenhaushygiene (KRINKO) am RKI, deren aktuelle Empfehlung “Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von Flächen” zu befolgen ist. Darüber hinaus schreiben das Infektionsschutzgesetz (IfSG) und weitere Rechtsvorschriften (z.B. MPBetreibV) Hygienemaßnahmen vor. Die folgenden Abschnitte geben praxisorientierte Leitlinien für Reinigungsleitungen, Hygienefachkräfte und Dienstleister, um die Reinigung in verschiedenen Krankenhausbereichen normgerecht umzusetzen. Klare Strukturen, Farb- und Zonenkonzepte sowie digitale Dokumentation sichern hierbei Transparenz, Qualität und Compliance.

Reinigungsdienste nach Funktionsbereichen

Allgemeinstationen (Bedarfspflege auf Normalstation)

In Allgemein- und Pflegestationen sind tägliche Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen obligatorisch. Patientenräume, Sanitärbereiche und Dienstzimmer des Pflegepersonals werden mindestens einmal täglich gereinigt und patientennahe Flächen desinfizierend gewischt. Sichtreinigungen an Wochenenden genügen nicht mehr den aktuellen Standards – eine Nutzungstägliche Reinigung sämtlicher Zimmer beendet die früher übliche, reduzierte Reinigung am Sonntag. Dabei wird zwischen sichtbarer Verschmutzung (sofortige Entfernung von Schmutz), Kontamination (sofortige Desinfektion organischer Rückstände) und der routinemäßigen Flächendesinfektion unterschieden. Häufig berührte Kontaktpunkte im Patientenzimmer (z.B. Bettgitter, Nachttische, Lichtschalter) werden täglich mit einem VAH-gelisteten Flächendesinfektionsmittel abgewischt, um Keimübertragungen zu vermeiden. Badezimmer und Toiletten erhalten ebenso eine tägliche Unterhaltsreinigung mit Desinfektion aller Armaturen und Griffe. Zusätzlich erfolgt bei Bedarf eine Schlussdesinfektion nach der Entlassung oder Verlegung eines Patienten, insbesondere bei multiresistenten Erregern oder Isolation.

Intensivstationen (Intensiv- und Überwachungseinheiten)

Auf Intensivstationen (ICU) gelten erweiterte Hygieneanforderungen. Die Reinigungsfrequenz ist erhöht – patientennahe Flächen und medizinische Geräte werden mehrmals täglich oder unmittelbar nach Kontamination desinfiziert. Besonders kritische Kontaktflächen (Monitore, Beatmungsgeräte, Infusionsständer) müssen konsequent mit geeigneten Desinfektionsmitteln (va. VAH-gelistete Präparate) behandelt werden. Die KRINKO empfiehlt in solchen Hochrisikobereichen eine desinfizierende Reinigung aller häufig berührten Oberflächen sowie auch der Fußböden mindestens einmal täglich. Bei sichtbarer Verschmutzung erfolgt umgehend die zweistufige Reinigung und Desinfektion (z.B. erst Entfernen von Blut/Sekret, dann Wischdesinfektion) gemäß KRINKO-Empfehlung. Aufgrund der erhöhten Infektionsgefährdung sind besonders geschulte Reinigungskräfte dauerhaft für Intensivbereiche einzusetzen. Diese stellen sicher, dass selbst bei hoher Patientenwechselrate zwischen jedem Patienten die Umgebung (Bettrahmen, Matratzenoberfläche, Ablagen) zuverlässig gereinigt und desinfiziert wird. Auch Wände in unmittelbarer Patientennähe sowie seltener berührte Flächen werden in festgelegten Intervallen gereinigt. In der Intensivpflege ist darüber hinaus der Personalschutz wichtig: Reinigungsmitarbeiter tragen geeignete PSA (Handschuhe, ggf. Schutzkittel und -brille) und beachten strikte Hygieneschleusen beim Betreten/Verlassen der Station.

OP-Säle und Kreißsaal (Operationsbereich)

In Operationssälen, Eingriffsräumen und Entbindungsbereichen herrschen höchste Reinheitsanforderungen. Es existieren gestufte Reinigungsprotokolle vor, während und nach operativen Eingriffen: Vor dem ersten Eingriff des Tages erfolgt eine gründliche Reinigung und Desinfektion des OP-Saals (Boden, OP-Tisch, Arbeitsflächen) gemäß DIN 13063. Intraoperativ werden bei Bedarf Kontaminationen sofort entfernt (z.B. Aufwischen von Blut auf dem Boden mit Desinfektionslösung). Zwischen zwei Operationen sind definierte Reinigungsmaßnahmen durchzuführen: der OP-Tisch, Lagerungshilfen und alle berührten Flächen werden wischdesinfiziert; Böden im sterilen Feld bei Bedarf feucht desinfiziert, um ein keimarmes Umfeld für den nächsten Patienten zu gewährleisten. Am Tagesende (bzw. nach Ende des OP-Programms) findet die Schlussreinigung statt: komplette Desinfektion aller Flächen, Böden und Sanitäranlagen im OP, Entsorgung von Abfällen und Aufbereitung der verwendeten Geräte gemäß Hygieneplan. Die DIN 13063 verweist auf DIN 13031/ 13063-Standards, die u.a. die Reinigung textiler Wiederverwendungsmaterialien und die Qualifikation des Personals regeln. Wichtig ist im OP die Wahrung der sterilen Barriere: Reinigungskräfte dürfen sterile Instrumententische oder verpacktes Sterilguts erst nach Gebrauch berühren und reinigen immer von rein nach unrein (vom OP-Feld weg). Der Kreißsaal wird analog zum OP behandelt, da hier ebenfalls aseptische Bedingungen notwendig sind – insbesondere bei invasiven geburtshilflichen Eingriffen. Zwischen Geburten werden Liege, Böden im Bereich sowie benutzte Geräte desinfiziert, Wäsche und kontaminierte Materialien unverzüglich in geeigneten Behältern entsorgt.

Therapeutische und Verwaltungsbereiche

Therapieeinrichtungen (Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie etc.) und Verwaltungs-/Bürobereiche erfordern ein angepasstes Reinigungskonzept entsprechend ihrer Nutzungshäufigkeit und Infektionsgefährdung. Räume ohne direkten Patientenkontakt wie Verwaltungsbüros, Besprechungszimmer oder Bibliotheken gelten als Bereiche ohne erhöhtes Infektionsrisiko und werden primär durch regelmäßige Unterhaltsreinigung sauber gehalten. Hier genügen meist tägliches Staubwischen, Bodenreinigung (trocken oder feucht) und Lüften; Desinfektionsmittel sind in Verwaltungszonen nur bei Bedarf (z.B. Grippesaison) einzusetzen. Therapieräume, in denen wechselnde Patienten behandelt werden (Gymnastikräume, Bäder, etc.), fallen unter Bereiche mit möglichem Infektionsrisiko. Entsprechend werden Kontaktflächen an Geräten oder Matten nach jedem Patienten gereinigt und ggf. desinfiziert (etwa wenn Hautkontakt besteht oder kleine Verletzungen auftreten können). Gegenstände wie Therapie-Bälle oder -Utensilien sollten regelmäßig einer Wischdesinfektion unterzogen oder waschbar ausgeführt sein. Wichtig ist eine Reinigungsintensität nach Frequenz: stark frequentierte Räume (tägliche Nutzung) erhalten eine tägliche Reinigung; seltener genutzte Seminar- oder Besprechungsräume können z.B. zweimal wöchentlich gründlich gereinigt werden. Sanitäranlagen in diesen Bereichen sind ausnahmslos täglich zu reinigen und zu desinfizieren. Die Reinigungszeiten werden möglichst so gelegt, dass der Therapiebetrieb nicht gestört wird – z.B. abends oder frühmorgens.

Verkehrsflächen (Flure, Eingangshallen, Aufzüge)

Verkehrswege im Krankenhaus wie Korridore, Treppenhäuser, Eingangsbereiche und Aufzüge werden kontinuierlich sauber gehalten, da sie von allen Personengruppen genutzt werden. Diese gelten allgemein als bereiche ohne spezifisches Infektionsrisiko, doch spielt hier die Außenwirkung und Sicherheit eine große Rolle. Die Reinigung erfolgt bedarfsorientiert nach Nutzungsaufkommen: Hauptflure und Lobbys mit viel Publikumsverkehr werden mindestens einmal täglich (bei hohem Aufkommen auch mehrmals täglich) gereinigt. Dies umfasst das Staubwischen und feuchte Wischen der Böden (mit geeigneten Reinigungsgeräten, z.B. automatischen Scheuersaugmaschinen in großen Hallen) sowie das Entfernen von sichtbaren Verschmutzungen sofort nach Auftreten (z.B. nasse Stellen bei Regen, verschüttete Flüssigkeiten). Handläufe an Treppen und Flurwänden, Türgriffe in öffentlichen Bereichen und Fahrstuhlknöpfe sollten ebenfalls in den Reinigungsplan aufgenommen sein, da sie von vielen Händen berührt werden – idealerweise tägliche Wischdesinfektion dieser Kontaktflächen insbesondere in Grippe-/Virussaison. Eingangsbereiche verfügen über Schmutzfangmatten, die täglich gesaugt und bei Bedarf ausgewechselt werden, um das Hereintragen von Staub und Schmutz zu minimieren. Zudem sind Glasflächen (Eingangstüren, Beschilderungen) regelmäßig zu reinigen, um einen gepflegten Eindruck zu wahren. Die Frequenzmatrix für Verkehrsflächen wird vom Facility Management festgelegt – z.B. können nächtliche Reinigungsgänge vorgesehen sein, um tagsüber Störungen zu vermeiden.

Technikräume (Serverräume, Haustechnik, Versorgungsräume)

In technischen Anlagenbereichen des Krankenhauses (IT-Serverräume, Elektroschaltzentralen, Heizung/Lüftungskammern, Werkstätten) steht weniger die Infektionshygiene als die Funktionserhaltung im Vordergrund. Hier werden staubarme Trockenreinigungsverfahren angewendet: Zum Schutz empfindlicher Geräte erfolgt die Reinigung überwiegend trocken oder nebelfeucht, niemals mit großflächigem Wasserauftrag. Beispielsweise werden Server- und EDV-Räume durch spezielles Staubsaugen mit Feinstaubfiltern und anschließendes nebelfeuchtes Wischen der Oberflächen gereinigt, damit keine Feuchtigkeit in die Hardware dringt. Klimaanlagen und Lüftungsauslässe werden gemäß Wartungsplan vom technischen Dienst gereinigt und die Filter gewechselt, da diese ebenfalls Keim- und Staubquellen darstellen können. Wichtig ist in Technikräumen auch die Staubbindung: antistatische Tücher und Mopps verhindern, dass aufgewirbelter Staub sich auf Geräte niederschlägt. Fußböden (meist PVC oder versiegelter Beton) werden je nach Bedarf wöchentlich oder monatlich trockengewischt und gelegentlich feucht aufgewischt. Chemikalien oder entzündliche Stoffe in Werkstätten werden vorschriftsgemäß gelagert; etwaige Leckagen sind sofort zu beseitigen, wobei hier Arbeitsschutzaspekte überwiegen (z.B. Nutzung von Bindemitteln statt Wasser). Da Technikbereiche in der Regel nicht täglich von Reinigungsfachkräften betreten werden, kann ein spezieller Reinigungsplan (z.B. quartalsweise Grundreinigung) vorgesehen sein. Zudem sind Technikräume von Lebensmitteln und Textilien frei zu halten, um Schädlinge und Schmutz gar nicht erst einzutragen.

Außenflächen (Eingänge, Wege, Hofbereiche)

Auch Außenbereiche des Krankenhauses tragen zur Gesamthygiene und Sicherheit bei. Gereinigte Zuwege und Eingangsbereiche verhindern, dass Schmutz ins Gebäude eingetragen wird, und sorgen für Unfallvermeidung (Rutschgefahr). Das Facility Management organisiert hier die Reinigung oft im Rahmen des Hausmeister- oder Winterdienstes. Täglich werden die Haupteingänge und Zuwegungen gefegt oder maschinell gebürstet, Abfälle aufgesammelt und Abfalleimer geleert. Bei feuchtem Wetter achtet man darauf, Wasser und Matsch an den Eingängen regelmäßig zu entfernen. Saisonale Anpassungen sind essenziell: Im Herbst werden Laub und Schmutz häufiger entfernt (Laubbläser oder Kehrmaschine), um Wege sauber und trocknen zu halten; im Winter erfolgt ein Winterdienst mit Schneeräumen und Streuen (Sand/Salz) gemäß der lokalen Straßenreinigungssatzung. Wichtig ist auch die Reinigung der Außenmobiliar (Bänke, Aschenbecher) und der Rettungswege (z.B. Hubschrauberlandeplatz, Feuerwehrzufahrten) – diese sind nach Bedarf von Schmutz, Eis oder Laub freizuhalten. Müllstationen und Anlieferzonen gelten als kritisch: Hier ziehen Abfälle potenziell Schädlinge an. Deshalb werden Müllcontainer-Stellplätze regelmäßig gereinigt (z.B. Hochdruckreinigung) und desinfiziert, insbesondere im Sommer, um Geruchsbildung und Ungezieferbefall vorzubeugen. Die Dokumentation dieser Außenreinigungen ist meist Teil des Gebäudemanagements, da sie nicht direkt in den Hygieneplan fällt, aber zur Gesamtbetriebsfähigkeit beiträgt.

Unterkünfte, Gästezimmer und Schädlingskontrolle

Einige Kliniken verfügen über Patienten- und Angehörigenunterkünfte (Gästezimmer) oder Personalwohnheime. Diese Bereiche werden im Hotelstil gereinigt: Zimmer von Gästen oder Angehörigen werden vor Bezug grundgereinigt und mit frischer Wäsche ausgestattet, während des Aufenthalts in regelmäßigen Intervallen gereinigt (z.B. wöchentlich oder auf Anfrage) und nach Abreise umfassend gereinigt und desinfiziert, bevor der nächste Gast einzieht. Personalunterkünfte werden je nach Nutzungsart entweder vom Bewohner selbst sauber gehalten oder vom Reinigungsdienst bei Mieterwechsel gereinigt. Unabhängig davon muss das Krankenhaus ein Schädlingsmonitoring etablieren: Regelmäßige Kontrolle auf Schädlinge (Insekten, Nagetiere) in allen Bereichen – besonders Küche, Lager, Wäscherei und Abfallräume – ist vorgeschrieben, da Schädlinge Krankheiten übertragen und Material beschädigen können. In sensiblen Zonen wie OP, Intensiv, Apotheken und Sterilgutlager ist ein Schädlingsbefall besonders kritisch und daher präventiv zu verhindern. Monitoring-Maßnahmen umfassen Klebefallen für Insekten, Köderstationen für Nagetiere und dokumentierte Rundgänge eines Schädlingsbekämpfers. Wenn Befall festgestellt wird, erfolgt umgehend eine fachgerechte Bekämpfung durch zertifizierte Unternehmen, stets unter Einhaltung der Sicherheits- und Hygienevorschriften (Einsatz von Bioziden nur außerhalb des Patientenumfelds etc.). Die Durchführung von Schädlingsbekämpfung wird im Hygieneplan bzw. in einem eigenen Schädlingsplan festgehalten, inklusive Intervalle der Routineinspektionen. So wird sichergestellt, dass sowohl Unterkünfte als auch medizinische Bereiche frei von Ungeziefer sind – ein wichtiger Beitrag zur Gesamt-Hygiene.

Sammlung und Desinfektion benutzter Betten

Die Bettenaufbereitung beginnt direkt auf Station: Sobald ein Patient entlassen oder ein Bett verschmutzt wurde, wird das gebrauchte Bett aus dem Zimmer entfernt. Dabei ist darauf zu achten, dass kontaminierte Betten sicher transportiert werden, ohne auf dem Weg Keime zu verbreiten. In vielen Häusern werden benutzte Betten zunächst vor-desinfiziert (Wischdesinfektion der Liegefläche und Seitengitter) oder zumindest mit einem sauberen Betttuch abgedeckt. Alternativ können Betten auch komplett eingehaust (abgedeckt) oder in Bettsäcke verpackt werden, um beim Transport keine Umgebung zu kontaminieren. Dieses Vorgehen ist besonders wichtig bei Betten aus Isolationszimmern (z.B. MRSA, Norovirus): Hier schreibt der Hygieneplan meist eine sofortige Desinfektion vor Verlassen der Station vor. Das Personal trägt beim Abrüsten des Bettes (Entfernen der Schmutzwäsche, Abstöpseln von Geräten) Handschuhe und Schutzkleidung. Schmutzwäsche und Einmalartikel werden in geeigneten Säcken entsorgt (dichte Wäschesäcke, Abwurfbehälter). Anschließend bringt der Bettenportier oder Service das Bett entweder in die zentrale Bettenaufbereitung (Bettenzentrale) oder reinigt es dezentral auf der Station, falls keine zentrale Einheit vorhanden ist. In der Bettenzentrale werden die Betten entweder manuell im Reinigungsraum oder maschinell in einer Bettenwaschanlage aufbereitet. Wichtig ist: Keine Pflege- oder Reinigungsarbeiten an belegten Betten, solange der Patient noch darin liegt – außer in Ausnahmesituationen (z.B. Wechsel der Unterlage bei starker Verschmutzung, dann immer partielle Reinigung mit patientenschonendem Vorgehen).

Zonierung: Unrein- und Rein-Bereiche

In der zentralen Bettenaufbereitung herrscht ein striktes Zonenkonzept, um saubere und unreine Bereiche zu trennen. Gemäß RKI-Richtlinie sind räumlich mindestens ein Abrüstraum (für schmutzige Betten), ein Reinigungs- und Desinfektionsraum sowie ein Aufrüstraum (sauberer Bereich für fertige Betten) vorzusehen. Praktisch bedeutet dies: Ein eingehendes schmutziges Bett wird im unreinen Bereich entladen und dort zerlegt – alle abnehmbaren Teile (Seitengitter, Matratze, Bettgestell) werden voneinander getrennt. Im maschinellen Verfahren wandert das Bettgestell dann durch eine Desinfektionswaschanlage, die in einer Schleuse zwischen unrein und rein aufgestellt ist (Einführung auf der unreinen Seite, Ausgabe auf der reinen Seite). Bei manueller Bettenaufbereitung gibt es getrennte Arbeitsplätze: im unreinen Sektor erfolgt zunächst eine Grobreinigung und ggf. Vorreinigung des Bettes. Danach wird das Bett in den sauberen Bereich überstellt (z.B. durch eine Schleuse oder Markierung getrennt), wo die Endreinigung und Trocknung stattfinden. Personal und Material bewegen sich idealerweise einrichtungsrichtungsweise: Mitarbeiter im unreinen Teil tragen entsprechende Schutzkleidung und wechseln diese, bevor sie in den reinen Teil wechseln, um Kreuzkontamination zu vermeiden. Dieses Zonenkonzept stellt sicher, dass ein frisch gereinigtes Bett nicht wieder mit Keimen aus schmutzigen Betten in Kontakt kommt. Auch Wege und Transportwagen sind entsprechend gekennzeichnet (ein Wagen für unreine Matratzen, ein anderer für saubere). Die Einhaltung der Trennung wird häufig intern überwacht und ist Teil der Qualitätssicherung.

Reinigung von Bettgestell und Matratze

Krankenhausbetten gelten als Medizinprodukte der Klasse I und müssen entsprechend aufbereitet werden. Das Bettgestell (Rahmen, Kopf-/Fußteile, Räder) wird mit einem geeigneten Desinfektionsmittel gereinigt. Meist kommt ein auf quaternären Ammoniumverbindungen oder alkoholbasiertes Flächendesinfektionsmittel zum Einsatz, das gegen häufige Krankenhauskeime wirkt (inkl. MRSA, VRE). Zunächst werden grobe Verschmutzungen entfernt (mechanisch vorreinigen, um Eiweißfehler zu vermeiden), dann alle Flächen nass gewischt mit der Desinfektionslösung. Bei starker Verschmutzung wird ein zweistufiges Vorgehen angewandt: Reinigung mit einem tensidhaltigen Reiniger, Abspülen, anschließend Desinfektion. Matratzen sind ein besonderer Fokus: Moderne Klinikmatratzen besitzen einen vollständig desinfizierbaren, flüssigkeitsdichten Rundumbezug. Dieser Bezug wird abgewischt und desinfiziert; ist er beschädigt oder stark verschmutzt, muss er ersetzt oder die Matratze ausgetauscht werden. Einige Häuser haben für Matratzen spezielle Waschmaschinen oder Dampfdesinfektoren. Wichtig ist nach der Reinigung eine ausreichende Trocknungszeit: Betten werden erst wieder bezogen, wenn Gestell und Matratze vollständig trocken sind, um Schimmelbildung oder Feuchtigkeit in Schichten zu vermeiden. Nach Trocknung folgt eine Sichtkontrolle: Sind alle Verschmutzungen weg? Sind keine Risse oder Defekte am Bett? Das Bett wird außerdem auf Funktion geprüft (Bremsen testen, elektrische Verstellung prüfen). Danach wird es mit frischer Bettwäsche bezogen: alle Textilien (Bezüge, Laken, Kissen, Decken) kommen aus der Wäscherei und sind frisch desinfizierend gewaschen. Jedes Bett erhält ein Freigabekennzeichen (z.B. ein Anhänger oder Farbmarkierung), das signalisiert, dass es gereinigt und einsatzbereit ist.

Dokumentation und Barcode-Tracking

Moderne Bettenaufbereitung ist eng mit Digitalisierung verzahnt. Viele Krankenhäuser nutzen Barcode- oder RFID-Systeme, um jedes Bett und seinen Reinigungsstatus zu verfolgen. Beispielsweise ist an jedem Bett ein QR-Code oder RFID-Tag angebracht, der die Bett-ID enthält. Sobald ein Bett in die Aufbereitung kommt, wird dieser Code von den Mitarbeitenden mit einem Handscanner oder Smartphone erfasst. Damit können alle Schritte lückenlos dokumentiert werden: Wann wurde das Bett abgerüstet? Wer hat gereinigt? Welche Desinfektionsschritte wurden durchgeführt? Wie lange hat der Prozess gedauert? – Diese Daten fließen in ein zentrales System (z.B. das Krankenhaus-Informationssystem oder ein spezielles Bettenmanagement-Tool). Ein Beispiel: Im St. Anna Krankenhaus wird jedes Bett vor der Reinigung per Barcode gescannt und – abhängig von der vorherigen Nutzung (normaler Patient, Isolation etc.) – dem passenden Aufbereitungsprozess zugeführt. Die Mitarbeitenden erhalten dadurch konkrete Anweisungen am Display, welche Reinigungsschritte durchzuführen sind (unterschieden etwa nach normaler Verschmutzung vs. Kontamination). Ist die Reinigung abgeschlossen, wird dies digital vermerkt; es entsteht ein Aufbereitungsnachweis ähnlich einem Protokoll, der Bettnummer, Datum/Uhrzeit und verantwortliche Person enthält. Diese digitalen Aufzeichnungen erlauben es jederzeit nachzuvollziehen, wann ein Bett zuletzt gereinigt wurde – ein Vorteil für die Hygieneüberwachung und bei Nachfrage aus Station (“Ist Bett X schon sauber?”). Zudem unterstützt es die Betreiberpflichten gemäß Medizinprodukte-Betreiberverordnung, da für jedes Medizinprodukt (hier das Bett) der Nachweis der ordnungsgemäßen Aufbereitung erbracht werden kann. Im Falle von Beschwerden oder Infektionsvorfällen kann das Krankenhaus lückenlos belegen, dass die Betthygiene eingehalten wurde. Schließlich können die erfassten Daten auch für die Optimierung genutzt werden (z.B. Auswertung, wie lange die Bettenaufbereitung durchschnittlich dauert, um Personalplanung zu verbessern).

Reinigungsplanung und -intervalle

Eine effiziente Krankenhausreinigung erfordert eine systematische Planung. Grundlage ist die Einstufung aller Krankenhausbereiche nach Hygienerisiko. Angelehnt an die KRINKO-Empfehlungen werden Bereiche in Kategorien eingeteilt, etwa: A (kein besonderes Infektionsrisiko) – z.B. Büros, Flure; B (mögliches Infektionsrisiko) – z.B. Allgemeinstationen, Funktionsbereiche; C (hohes Infektionsrisiko) – z.B. Intensivstation, OP-Abteilung. Für jede Kategorie sind im Reinigungsplan die Intervalle festgelegt: So kann vorgesehen sein, dass Kategorie-A-Bereiche 3x wöchentlich gereinigt werden, Kategorie-B-Bereiche mindestens einmal täglich und Kategorie-C-Bereiche mindestens einmal täglich desinfizierend gereinigt werden. Diese Pläne werden vom Krankenhaushygieniker in Abstimmung mit der Hygienekommission erstellt und im Hygieneplan dokumentiert. Wichtig ist dabei auch die Erstellung von Reinigungs- und Desinfektionsplänen für jeden Bereich, in denen genau steht, was wie oft und womit zu reinigen ist. Diese Pläne hängen oft auf Station aus (z.B. als Tabellenmatrix) oder sind digital hinterlegt. Farbcodierung ist ein zentrales Element: Die DIN 13063 standardisiert die Verwendung eines vier-Farben-Systems für Reinigungsutensilien. Zum Beispiel: Rot für Toiletten und Urinale (plus direkt angrenzende Fliesenbereiche), Gelb für sonstige Sanitärobjekte (Waschbecken, Spiegel), Blau für allgemeine Möbel und Flächen im Patientenzimmer/Büro, Grün für OP-Bereiche. Durch konsequente Farbtrennung wird vermieden, dass z.B. ein Wischtuch aus der Toilette auf einer Tischfläche benutzt wird (Vermeidung von Keimverschleppung). Neben Farben kommen auch Piktogramme und Raumbücher zum Einsatz: In einem Raumbuch ist jede Räumlichkeit aufgeführt mit Angabe ihrer Kategorie, Fläche (m²) und dem Reinigungsintervall. Solche Dokumente dienen auch der Planung der Personalressourcen. Insgesamt folgt die Reinigungsplanung dem Grundsatz: So häufig wie nötig, so selten wie möglich – um sowohl die Hygiene sicherzustellen als auch wirtschaftlich zu arbeiten. Änderungen (z.B. erhöhte Frequenz bei Norovirus-Ausbruch) werden tagesaktuell in Absprache mit dem Hygieneteam vorgenommen.

Personaleinsatz und Reviereinteilung

Die Organisation des Reinigungspersonals erfolgt über Schicht- und Revierpläne. Dabei wird das Krankenhaus in Reinigungsreviere oder -touren aufgeteilt, denen jeweils bestimmte Mitarbeiter fest zugeordnet sind. Ein transparenter Dienstplan stellt sicher, dass zu jeder Tageszeit genügend geschulte Kräfte verfügbar sind – gerade in kritischen Bereichen wie Intensiv/OP oft auch außerhalb der üblichen Arbeitszeit (z.B. abends oder früh morgens, oder sogar 24/7-Bereitschaft). Gemäß KRINKO ist in definierten Risikobereichen ständig entsprechend qualifiziertes Personal einzusetzen. Die Reinigungskräfte erhalten für ihre Tour Raumlisten oder -karten, worauf die abzuarbeitenden Räume in der optimalen Reihenfolge verzeichnet sind. Darauf können sie die Durchführung abhaken bzw. bei Mängeln Rückmeldung geben. Checklisten helfen, dass kein Schritt vergessen wird – zum Beispiel eine tägliche OP-Checkliste: OP-Saal 1: Boden gewischt, Tisch desinfiziert, Lampe abgewischt, Mülleimer geleert, etc.. Solche Listen werden oft vom Vorarbeiter kontrolliert. Wegeoptimierung ist ebenfalls Teil der Einsatzplanung: Reinigungswagen sind so bestückt, dass alle für den Rundgang nötigen Mittel/Farbsysteme dabei sind, um unnötige Wege zu vermeiden. In größeren Häusern kommen Funkgeräte oder Mobiltelefone zum Einsatz, damit Reinigungskräfte schnell erreichbar sind, z.B. um bei Bedarf zu einem Zwischenfall gerufen zu werden (verschüttete Flüssigkeit in der Lobby, Zimmer nach Entlassung schnell reinigen). Das Personal benötigt darüber hinaus regelmäßige Schulungen: Die DIN 13063 schreibt vor, dass die Fachkunde des Personals durch initiale und fortlaufende Qualifizierungsmaßnahmen sichergestellt wird. Themen sind z.B. korrekte Anwendung von Desinfektionsmitteln, Arbeitssicherheit, Verhalten bei Isolation, etc. Die Schichtpläne berücksichtigen gesetzliche Arbeitszeitvorgaben und Pausen, und es wird auf ausreichende Personaldecke geachtet, damit auch bei Krankheit oder Stoßzeiten (z.B. Grippewelle) die Reinigung gewährleistet bleibt. Insgesamt erhöht eine gute Personalplanung die Zuverlässigkeit und Motivation des Teams – jede Reinigungskraft kennt ihre Zuständigkeiten und fühlt sich verantwortlich für “ihre” Bereiche.

Digitale Reinigungsnachweise und Kontrolle

Die fortschreitende Digitalisierung ermöglicht auch im Reinigungsmanagement effizientere Abläufe und bessere Kontrolle. Viele Kliniken setzen heute auf mobile Erfassungssysteme: Reinigungskräfte tragen ein Smartphone oder Handheld bei sich, mit dem sie ihre erledigten Aufgaben in Echtzeit rückmelden können. Oft werden in Räumen NFC-Tags oder QR-Codes angebracht, die beim Betreten/Verlassen gescannt werden, um die Reinigungszeit zu dokumentieren. Dadurch entsteht ein minutengenauer Leistungsnachweis pro Raum (z.B. Zimmer 101 gereinigt von 10:05 bis 10:20 durch MA X). Solche Daten fließen in zentrale Dashboards ein, auf die Objektleiter oder Hygienebeauftragte zugreifen können. Der Hygienestatus von Räumen oder Betten ist so jederzeit einsehbar. Einige Systeme (wie z.B. von CLINARIS GmbH) erlauben auch eine digitale Karte des Krankenhauses, in der der Status jedes Bettes oder Raums angezeigt wird. Darüber hinaus können in die Software die Reinigungspläne hinterlegt werden, sodass die Mitarbeiter Schritt-für-Schritt-Anleitungen erhalten und abhaken (Abb. 2 in der Quelle zeigt z.B. Arbeitsschritte). Dies standardisiert die Abläufe und verringert Fehler. Abweichungen (wie vergessene Reinigungen) werden sofort sichtbar und können nachverfolgt werden. Für das Berichtswesen lassen sich aus den digitalen Logs Kennzahlen (KPIs) generieren, etwa: erfüllte Reinigungsquoten, durchschnittliche Reinigungsdauer pro Raum, Verbrauchsmittelstatistik etc. Diese helfen dem Management, die Leistungserbringung objektiv zu bewerten und ggf. nachzusteuern. Zudem stärkt die digitale Dokumentation die rechtliche Absicherung: Im Streitfall kann nachgewiesen werden, welche Hygienemaßnahmen wann durchgeführt wurden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat 2019 entschieden, dass Krankenhäuser in Haftungsfällen darlegen müssen, wie sie die Hygienestandards einhalten. Eine automatisierte Dokumentation liefert hier einen ersten Anschein ordnungsgemäßer Reinigung und entlastet das Haus, da konsistente Aufzeichnungen vorliegen. Dennoch ersetzt Technik nicht den Menschen: Die Reinigung selbst muss immer noch sorgfältig durch die Mitarbeitenden erfolgen – digitale Systeme unterstützen hierbei, können aber menschliche Sorgfalt nicht komplett erzwingen.

Leistungsabrechnung und Kennzahlen

Die Abrechnung von Reinigungsleistungen im Krankenhaus erfolgt häufig nach Flächen- und Leistungskennzahlen. Externe Dienstleister vereinbaren mit dem Krankenhaus ein Leistungsverzeichnis, das z.B. die Reinigung nach Quadratmetern (€/m²) oder pro Raumkategorie (Pauschalen für Patientenzimmer, OP-Saal etc.) definiert. Intern kann für die Kostenstellenrechnung jeder Bereich seine Reinigungskosten pro Monat ermitteln (z.B. X €/Station aufgrund Y m² Fläche und definierter Frequenz). Leistungsindikatoren (KPI) im Reinigungsmanagement umfassen etwa: erreichte Reinigungsquote (% der geplanten Reinigungen durchgeführt), Verbrauch von Desinfektionsmittel pro 100 m², Personaleinsatzstunden pro Bett, etc. Diese Kennzahlen werden in Dashboards oder Monatsberichten aufbereitet und mit Sollwerten verglichen. Dadurch lässt sich die Effizienz überwachen und gegebenenfalls optimieren. Ein wichtiges Instrument sind Service-Level-Agreements (SLAs), insbesondere wenn Fremdfirmen tätig sind: Darin wird festgelegt, welche Qualität erwartet wird (z.B. keine sichtbare Verschmutzung, Keimzahlreduktion auf bestimmtem Niveau) und wie überprüft wird. Bei Nichterfüllung können Vertragsstrafen greifen, bei überdurchschnittlicher Erfüllung ggf. Boni. Manche Krankenhäuser führen Benchmarking zwischen Stationen durch – etwa welche Station die wenigsten Reinigungsbeanstandungen hat. Diese gesunde Konkurrenz fördert die Motivation. Die Kostenkontrolle bleibt ebenfalls zentral: Reinigung ist personalintensiv, daher wird versucht, Leerläufe zu vermeiden und z.B. durch geschickte Tourenplanung Arbeitszeit optimal zu nutzen. Moderne Maschinen (etwa Reinigungsroboter für große Flure) können langfristig Personalkosten reduzieren, werden aber stets nach Kosten-Nutzen abgewogen. Insgesamt trägt ein gut geplantes Abrechnungssystem dazu bei, Transparenz zu schaffen: Sowohl die Klinikleitung als auch die Reinigungsverantwortlichen sehen genau, welche Leistungen zu welchen Kosten erbracht werden. Diese Transparenz schafft Vertrauen und erleichtert auch Audits durch interne Revision oder externe Prüfer, da eine klare Dokumentation der erbrachten Reinigungsleistungen vorliegt.

Interne und externe Qualitätskontrollen

Eine kontinuierliche Qualitätssicherung der Reinigungsleistungen ist unerlässlich, um die Hygieneziele zu erreichen. Intern werden regelmäßige Kontrollgänge durch Vorarbeiter oder Hygienefachkräfte durchgeführt: Dabei wird stichprobenartig geprüft, ob die Räume wirklich sauber sind (visuelle Kontrolle) und ob Desinfektionsmaßnahmen korrekt durchgeführt wurden. Häufig kommen objektive Testmethoden zum Einsatz, z.B. ATP-Biolumineszenz-Tests: Hierbei wird mit einem Abstrich (Abklatsch) von Oberflächen der Gehalt an Adenosintriphosphat gemessen – ein Indikator für organische Rückstände. Ein niedriger ATP-Wert zeigt effektive Reinigung, ein hoher Wert würde auf unzureichende Sauberkeit hindeuten. Auch Fluoreszenztests (Schwarzlichttests) werden angewandt: Vor der Reinigung werden bestimmte Stellen mit einem unsichtbaren fluoreszierenden Marker versehen; nach der Reinigung wird mit UV-Licht kontrolliert, ob der Marker entfernt wurde. Die DIN 13063 hat konkrete Standards definiert, welche Prüfinstrumente und Methoden eingesetzt werden sollen, um Reinigungsergebnisse messbar zu machen. Externe Audits, etwa nach ISO 9001 im Qualitätsmanagement, schauen ebenfalls auf die Reinigungs- und Hygieneprozesse. Zudem können Gesundheitsämter oder externe Hygienegutachter Proben ziehen (z.B. Abstriche von OP-Tischen auf Keime). Wichtig ist, dass festgestellte Mängel in der Reinigung unmittelbar kommuniziert und behoben werden: Dazu dient ein Feedback-System, z.B. ein Reinigungsmängelbuch pro Station oder digitale Meldungen. Bei systematischen Problemen (etwa immer wieder unsaubere Ecken in Zimmern) werden Schulungen oder Anpassungen im Reinigungsverfahren vorgenommen. Trendanalysen der Qualitätskontrollen (z.B. Entwicklung der ATP-Werte über Monate) können zeigen, ob Verbesserungsmaßnahmen wirken. Die Qualitätssicherung ist eng mit der Hygienekommission verknüpft, welche die Ergebnisse der Kontrollen auswertet und in Maßnahmen umsetzt. Letztlich soll durch interne und externe Kontrollen sichergestellt sein, dass die Reinigungsdienste den normierten Standards (DIN 13063, KRINKO-Empfehlungen) entsprechen und die Sauberkeit auf hohem Niveau gehalten wird. Das erhöht die Sicherheit für Patienten und Mitarbeiter und schafft Vertrauen bei Prüfbehörden.

Bedeutung einer professionellen Reinigung im Krankenhaus

  • Verhütung nosokomialer Infektionen: Eine sachgerechte Reinigung und Desinfektion reduziert die Keimlast der Umgebung und beugt Krankenhausinfektionen vor. Zwar spielen unbelebte Flächen im Vergleich zu direkten Kontakten eine kleinere Rolle, doch können kontaminierte Oberflächen zur indirekten Übertragung von Erregern beitragen. Durch professionelle Reinigung – besonders an häufig berührten Stellen – wird diese Infektionskette unterbrochen.

  • Einhaltung gesetzlicher Hygienevorgaben: Krankenhäuser sind per Gesetz (IfSG §23) verpflichtet, Hygienepläne mit Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen zu erstellen und umzusetzen. Durch strukturierte Reinigungsprozesse wird die Compliance mit den Empfehlungen der KRINKO/RKI sichergestellt, welche laut IfSG als Stand des medizinischen Wissens gelten. Auch Betreiberpflichten aus der Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) – z.B. ordnungsgemäße Aufbereitung von Betten als Medizinprodukte – werden erfüllt. Die neue Norm DIN 13063 konkretisiert diese Anforderungen und macht sie messbar.

  • Klare Definition von Reinigung vs. Desinfektion vs. Sterilisation: Professionelles Hygienemanagement unterscheidet deutlich zwischen Reinigung (mechanisches Entfernen von Schmutz ohne spez. Keimabtötung), Desinfektion (Abtöten/Inaktivieren der meisten Krankheitserreger auf Oberflächen) und Sterilisation (vollständige Keimfreiheit für invasive Medizinprodukte). Dieses Verständnis verhindert Fehlanwendungen – z.B. dass bei Bedarf wirklich desinfiziert (und nicht nur gereinigt) wird. Routine-Reinigung, desinfizierende Reinigung und Sterilisationsarbeiten (etwa von Instrumenten) sind unterschiedlichen Bereichen zugeordnet, was hohe Qualität garantiert.

  • Sicherstellung des Betriebs in Hochrisikobereichen: Ohne konsequente Reinigung könnten Intensivstationen, Operationssäle oder Reinräume nicht sicher betrieben werden. Die Umgebungsflächen dieser Bereiche werden täglich (teils mehrfach) desinfiziert, um immungeschwächte Patienten oder operative Wunden vor Umgebungskeimen zu schützen. Professionalisiertes Reinigungspersonal in diesen Bereichen (einschließlich ständiger Präsenz während des OP-Betriebs) gewährleistet die sofortige Beseitigung von Kontaminationen und damit einen reibungslosen, sicheren Klinikbetrieb.

  • Transparenz, Auditsicherheit und Haftungsminimierung: Durch lückenlose Dokumentation aller Reinigungsschritte – zunehmend digital unterstützt – entsteht Transparenz für Management, Auditoren und Behörden. Bei internen oder externen Audits (z.B. nach ISO 9001 oder durch das Gesundheitsamt) kann das Krankenhaus die Einhaltung der Reinigungspläne und -standards jederzeit nachweisen. Dies reduziert auch rechtliche Risiken: Gemäß einem BGH-Urteil 2019 muss das Krankenhaus bei Infektionsvorwürfen darlegen, dass Hygienestandards eingehalten wurden. Eine professionelle Reinigungsorganisation mit Nachweisen schützt somit vor Haftungsansprüchen und Imageschäden. Zudem trägt sie maßgeblich zur Zufriedenheit von Patienten und Mitarbeitern bei, die eine saubere, sichere Umgebung vorfinden.