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Planung und Konzept für Krankenhäuser
Das Facility Management (FM) in Krankenhäusern bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Patientensicherheit, hochkomplexer Medizintechnik, hohen Hygieneanforderungen, energieintensiven technischen Systemen und strengen regulatorischen Vorgaben. Krankenhäuser sind oft Teil der kritischen Infrastruktur; Ausfälle von Medien, IT oder Gebäudetechnik wirken sich direkt auf die Versorgung aus. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Dekarbonisierung, digitale Transparenz, Wirtschaftlichkeit und Resilienz. Fehlende einheitliche Anforderungen, unzureichende Schnittstellenklärung und unstrukturierte Datentransfers führen häufig zu Mehrkosten, Termin- und Qualitätsrisiken sowie erhöhten Betreiberhaftungsrisiken. Insbesondere die frühzeitige Verzahnung von Planung, Bau und Betrieb ist noch nicht systematisch genug etabliert.
Strategische Konzeption im Klinik‑Facility‑Management
- Relevanz für Kliniken
- Kontext – Definition
- Funktionsmerkmale
- Planungsphasen
- Bereichsprogramm
- Genehmigungsplanung
- Genehmigungsplanung
- Ausführungsplanung
- Inbetriebnahme
- Prozessrahmen
- Auslegungsgrundsätze
- Schnittstellen
- Entlassungen
- Handlungsempfehlungen
- Planungsempfehlungen
- Prioritätenliste
- Nächste Schritte
- Anhang und Werkzeuge
Ein robustes, lebenszyklusorientiertes klinisches FM ist Voraussetzung für:
sichere, hygienische und verfügbare Patientenversorgung,
gesetzeskonforme Betreiberverantwortung mit minimiertem Risiko,
energie- und ressourceneffiziente Nutzung von Gebäuden und Anlagen,
Resilienter Betrieb mit Redundanzen und schnellen Wiederanlaufstrategien,
Transparente Kosten- und Leistungskontrolle über den Lebenszyklus der Anlage.
Facility Management im klinischen Kontext – Definition und Einordnung
Nach internationaler Terminologie ist Facility Management (FM) die Integration von Prozessen, Menschen, Orten und Technologien, um die Funktionalität unterstützender Dienstleistungen sicherzustellen und das Kerngeschäft optimal zu ermöglichen. Im Gesundheitswesen bedeutet dies, bauliche, technische, organisatorische und infrastrukturelle Leistungen so zu planen und zu betreiben, dass eine sichere, hygienische und wirtschaftliche Patientenversorgung jederzeit möglich ist.
Kernfunktionen der Clinic FM:
Lebenszyklusorientierung: von der Bedarfsplanung über den Aufbau und die Inbetriebnahme bis hin zu Betrieb, Umbau und Rückbau.
Kontrollebenen: strategisch (Ausrichtung, Portfoliomanagement), taktisch (Standards, Verträge, Ressourcen), operativ (Wartung, Services, Incident Management).
Leistungscluster: Hard FM (Gebäude, TGA/HLK, Elektro, medizinische Gase, Wasserhygiene, Brandschutz) und Soft FM (Reinigung, Logistik, Catering, Abfall, Sicherheit).
Compliance und Betreiberverantwortung: Erfüllung von Gesetzeskonformität, Normen, Hygiene- und Arbeitsschutzanforderungen.
Daten- und prozessgetriebener Betrieb: BIM- und CDE-gestützte Planung, digitale Übergaben an IWMS/CMMS, IoT-gestütztes Condition und Performance Monitoring.
FM grenzt sich nicht von Medizintechnik und IT ab, sondern koordiniert deren Schnittstellen: Medizintechniksysteme, klinische IT-Systeme und Gebäudetechnik sind im Krankenhaus funktional miteinander verwoben; FM sorgt für die Governance, die Datenlogistik und den sicheren Betrieb der technischen Infrastruktur.
Arten von Kliniken und Funktionsmerkmale
Akutklinik: Breites somatisches Spektrum mit Notaufnahme, Operationssaal, Intensivmedizin, Endoskopie, Bildgebung und Normalstationen. Hohe Anforderungen an Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit, Hygiene, Notstrom, medizinische Gase und HLK-kontrollierte Raumklassen in sensiblen Bereichen.
Universitätsklinikum: Akutversorgung plus Forschung und Lehre. Zusätzliche Funktionsbereiche wie Molekular- und Tierlabore, GMP-bezogene Herstellungsbereiche in Apotheken (z.B. Zytostatika), komplexe IT-/Datenanforderungen und erweiterte Sicherheitskonzepte. Höhere Redundanz- und Skalierungsanforderungen.
Reha-Klinik: Schwerpunkte auf Nachbehandlung, Therapie, Bewegungs- und Badebereichen. Weniger invasive Eingriffe, aber erhöhte Anforderungen an Wasserhygiene, Zugänglichkeit, Patientenkomfort und logistische Effizienz.
Psychiatrische Klinik: Fokus auf patienten- und mitarbeitersichere Umgebungen, antiligatursichere Geräte, kontrollierter Zugang. Die Hygieneanforderungen der TGA sind oft moderater, dafür gibt es spezielle Schutz- und Überwachungskonzepte sowie aufeinander abgestimmte Alarm- und IT-Architekturen.
Leitbild und Phasenlogik
Die Planung im Clinic FM folgt dem Prinzip der End-to-End-Lebenszyklusorientierung: Anforderungen definieren, Lösungen entwerfen, Risiken steuern, Qualität prüfen und den Betrieb daten- und prozessorientiert übernehmen. In der Praxis ist die Phasenlogik der HOAI mit FM-spezifischen Meilensteinen, Risikoanalysen und strukturiertem Datenmanagement (BIM/CDE) verknüpft. Zentrale Querschnittsaufgaben sind: Hygienic Design, Redundanz- und Verfügbarkeitskonzepte, IT/OT-Sicherheit, Verifikation und frühzeitige Inbetriebnahme.
Ziel ist es, eine verlässliche Definition des medizinisch-funktionalen Bedarfs und der technischen/organisatorischen Rahmenbedingungen zu liefern.
Inputs: Strategische Zielbilder, Kennzahlen, medizinische Prozesse, Hygiene- und Risikoprofile, IT/IS-Anforderungen, rechtliche Rahmenbedingungen.
Methoden: Bedarfsplanung (z.B. nach DIN 18205): Auslastungs- und Kapazitätsmodelle, Patientenpfade, Material- und Personenströme.
Funktions- und Raumprogramm: Raumtypen, Größen, Nachbarschaften, Zonen- und Schleusenlogik, Reinheit und Druckstufen.
Vorläufige RAMS- (Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit, Wartbarkeit, Sicherheit) und Redundanzziele (N+1/N+2).
Erste Risikobewertung und Hygienebewertung (Hygienerisikomatrix, Risiken im Wasser und in der Luft).
Lebenszykluskostenanalyse (CAPEX/OPEX) inkl. Energie- und Personalauswirkungen.
Ergebnisse/Leistungen: Benutzeranforderungsprogramm, Funktionsdiagramme, Raumfunktionsbuch mit Anforderungsattributen (z.B. RLT-Klasse, Elektrogruppe, Wasserhygienestatus).
Anforderungen an Betreiber- und Asset-Informationen (AIR) mit Datenmodellen für eine spätere FM-Übernahme.
Grobkonzepte für TGA/HVAC, medizinische Gase, Elektro-/Sicherheitselektrik, Brandschutz, Wasserhygiene, IT/OT.
Die konzeptionellen Lösungen werden in genehmigungsfähigen, überprüfbaren Planungsdokumenten verdichtet; Hygiene, Brandschutz, IT/OT und Medizintechnik sind gleichberechtigt integriert.
Entwurfsebene: Variantenvergleiche (funktional, energetisch, verfahrenstechnisch), 3D-Kollisionsprüfung, 4D/5D-BIM (Bauablauf/Kosten).
Raum- und Zonenbildung mit definierten Rein- und Druckstufen, Strömungen und Materialflüssen (z.B. OP, AEMP, Isolationsstation).
Vorläufige Ursache-Wirkungs-Matrizen: Brand-/Störfallszenarien, Abschalt- und Alarmketten, Tür- und Aufzugskupplungen.
IT/OT-Architektur: Netzwerksegmentierung, VLAN, Schnittstellen (GA/BMS zu KIS/PACS/Alarmserver), Anforderungen an die Cyberhygiene.
Energie- und Nachhaltigkeitskonzept (GEG, Monitoring, Lastmanagement, Abwärmenutzung, Dekarbonisierungspfade).
Prüfungsvorbereitung:
Checklisten vor der Inbetriebnahme (Montage-/Dichtheits-/Isolations-/Drehrichtungsprüfungen).
Testpläne für Integrated Systems Testing (IST)-Szenarien für Brände, Stromausfälle, Medienausfälle, IT-Fehlfunktionen.
Factory Acceptance Tests (FAT) für kritische Komponenten (UPS, NEA, BMA/SAA, Sterilisatoren).
Genau schildernd:
Arbeits- und Montageplanung, Linien- und Kabelwegekoordination, revisionssichere Kennzeichnungssysteme.
Funktionslisten und I/O-Listen für GA/BMS, Alarmlisten, klare Signal- und Prioritätsdefinitionen (z.B. Sicherheitsstrom).
Detailkonzepte für Wasserhygiene (Hydraulik, Zirkulationssteuerung, Stagnationsvermeidung), HLK (Filterstufen, Druckhaltung), medizinische Gase (Redundanz, Leckageüberwachung).
Prüf- und Wartungsstrategien als Entwurf: Intervall, Prüfumfang, Rollen (Sachkundige Personen/ZÜS), Musterformulare.
Eine strukturierte Inbetriebnahme stellt sicher, dass Schutzziele, Kapazitäten und Verfügbarkeiten erreicht werden und der Betrieb mit vollständigen Daten aufgenommen werden kann.
Inbetriebnahme Planung: V-Modell: Anforderungen → Designverifikation → Pre-Functional Tests → Functional Performance Tests → IST.
Rollen: Inbetriebnahmeleiter, Fachgewerke, Hygiene, IT/IS, Brandschutz, Bediener/Fachabteilungen.
Durchführung: Funktions- und Leistungstests unter Norm- und Lastbedingungen (z.B. Raumdruck im Operationssaal, Partikel-/Keimzahl, Temperatur-/Feuchteprofile).
Sicherheitsstromprüfungen: USV/NEA unter Volllast, Selektivitätserkennung, Prioritätsschaltung; Muster für schwarzen Start.
Wasserhygiene: Spül-, Desinfektions- und Probenahmepläne; Freigabeempfehlung bei Einhaltung des Grenzwertes.
AEMP/Endoskopie: Qualifizierung/Validierung (IQ/OQ/PQ) nach ISO 15883/EN 285, Freigabeprotokolle.
IT/OT: Netzwerkabnahmen, Autorisierungs- und Patch-Status, Alarmweiterleitung; Härtung der Cybersicherheit.
Übergabe: Bestandsmodelle und -pläne, Prüf-/Abnahmedokumente, Serien-/Typenschilder, Garantie- und Wartungsunterlagen.
Datenübertragung an IWMS/CMMS: Asset-Register, Attributkataloge, Wartungspläne, Ersatzteillisten, Inspektionsintervalle, Normreferenzen; Synchronisierung von As-built zu As-maintained.
Schulung/Unterweisung, SOPs und Notfallverfahren; Bewertung nach der Belegung nach 3/6/12 Monaten.
BIM strukturiert Informationen über den gesamten Lebenszyklus; Das CDE sorgt für eine kollaborative, revisionssichere Datenspeicherung.
Informationsanforderungen: OIR/AIR/EIR definieren, welche Informationen zu welchem Zeitpunkt und in welcher Qualität benötigt werden (Level of Information Need).
BIM Implementation Plan (BEP): Modellierungsrichtlinien, Klassifizierungssysteme (z.B. DIN 276/DIN 277/IFC), Abstimmungs- und Prüfprozesse.
Klinische Infrastrukturen erfordern systemisch konzipierte, redundante und hygienische Designs. Kern:
HLK/RLT: Raumklassen, Druckstufen, Filter- und Luftmengen nach DIN 1946-4, Hygienenormen VDI 6022; Energieeffizienz und Wärmerückgewinnung nach GEG.
Medizinische Gase: Zentrale Versorgung mit N+1 Redundanz, Segmentierung, Leckage- und Reinheitsüberwachung nach DIN EN ISO
Elektro-/Sicherheitsstrom: Selektiver Netzaufbau, USV für kurzzeitige kritische Lasten, NEA für Langzeitbetrieb, gruppenspezifische Prioritätsmatrix nach DIN VDE 0100-710; Notbeleuchtung nach DIN VDE 0108/ISO 22060.
Wasserhygiene/Abwasserentsorgung: Strategien zur Zirkulation und Temperaturerhaltung, Vermeidung von Stagnation, Verkostungs- und Spülpunkte; DVGW W551/W557, VDI 6023.
Brandschutz/Sicherheit: BMA/SAA/RWA, Tür- und Aufzugskupplungen, Brandraumlogik, Entrauchung nach DIN 14675, DIN 18232/EN 12101, MLAR.
AEMP/Reinigung/Desinfektion: Prozessketten, Medienanforderungen (Dampf, Reindampf, demineralisiertes Wasser), Validierung nach ISO 15883/EN 285.
Entsorgung/Logistik: Trennung von infektiösen/zytotoxischen Strömen, geschlossene Transportwege; KrWG/AVV, TRBA/TRGS.
Digitalisierung/GA: Gebäudeautomation mit sicherer IT/OT-Schnittstelle, VLAN-Segmentierung, Alarmserver; BIM nach ISO 19650, Datenübertragung nach CAFM/CMMS.
Schnittstellen und Orchestrierung
Ursache-Wirkungs-Matrizen definieren Alarm-, Abschalt- und Freigabeketten (Brand, Medien-/Netzwerkausfall, Hygieneereignisse).
GA/BMS als Orchestrator: konsolidierte Alarme, Prioritätsumschaltung, Last- und Druckmanagement; Übergaben an IT-/Kliniksysteme (HL7, DICOM über sichere Gateways).
Bauphysik – Gebäudetechnik – Medizintechnik: Nachbarschaften, Schleusen, Wärme-/Feuchteströme; Anforderungen an EMV und Schalldämmung.
Prioritäten und Entlassungen
Versorgungspriorität: Vitalbereiche (OP, ITS, Anästhesie, Notaufnahme, Sterilgut, IT-Kernsysteme) mit N+1/N+2-Topologie; Schwarzstartfähige Ketten (NEA→UPS→kritische Lasten).
Selektivität und Inselbetrieb: definierte Abschaltsequenzen, Selektivitätsnachweise; Hydraulische Bypässe und Druckhaltekonzepte zur Instandhaltung hygienekritischer Bauwerke.
Wartungsfreundlichkeit: Doppelstränge, Bypass-/Umschaltkreise, Hot-Swap-fähige USV, Zugang auf Filter- und Ventilebene; Planbare Inspektions- und Desinfektionsfenster.
Zentrale Anforderungen (Essenz)
Sicherheit/Hygiene first: Raumklassen, Druckkaskaden, Wasserhygiene, AEMP-Prozesse, Brandschutz und Alarmkupplungen.
Resilienz: Redundanzen (N+1/N+2), selektive elektrische Struktur, Sicherheitsstrom, Schwarzstartfähigkeit, segmentierte Netzwerke.
Betreiberpflichten: BetrSichV/TRBS, MPDG/MPBetreibV, TrinkwV/W551/W557, VDE/VDI/DIN-konforme Prüfung und Wartung.
Datenintegration: ISO 19650-konforme Informationslogistik, definiertes AIR/EIR, auditierbare und übertragbare Asset- und Attributmodelle, CMMS-Workflows.
Risiko- und Qualitätsmanagement: HAZOP/FMEA/Hygienerisiko, Ursache-Wirkungs-Matrizen, integrierte Systemprüfung, Quality Gates.
Cyber/IT/OT: VLAN/ZONE-Modell, IEC 62443-orientierte Härtung, gesicherte Gateways, Protokollierung/SIEM, HL7/FHIR-Trigger ohne Persistenz von Patientendaten.
Konkrete Planungsempfehlungen
Anforderungen/Bereichsprogramm: OIR/AIR frühzeitig definieren, Raum- und Funktionsklassen definieren, RAMS-Ziele und Redundanzstufen festlegen, Hygiene-Scoping durchführen.
Konstruktion/Zulassung: Bewertung von Varianten hinsichtlich technischer, hygienischer und energetischer Aspekte; Brandschutz- und Hygienekonzepte aufeinander abstimmen; Entwicklung von C&E-Matrizen und Bauphasen-/Schaltkonzepten.
Ausführungsplanung: Prüf- und Prüfpläne, FAT/SAT, IST-Szenarien, Kennzeichnungssysteme und Datentransfers verbindlich machen; Priorisieren Sie Wartungs- und Teststrategien.
Inbetriebnahme/Übergabe: Inbetriebnahme nach V-Modell, Hygiene- und Wasserzulassungen, Datenpakete (as-built→as-maintained), Schulungen und Nachbelegungsevaluation.
Prioritätenliste (Top 10)
Patientensicherheit und Hygiene sollten als Verhandlungsfaktor vertraglich fixiert werden.
Betreiber-Governance: Einrichtung von Aufgaben, RACI, Gate- und Change-Management.
Redundanz- und Prioritätsarchitektur (Elektrik/Medien/IT) mit zertifizierten Schaltketten.
Quality Gates mit klaren Ein-/Ausstiegskriterien und revisionssicheren Zulassungen.
CDE und BIM-BEP mit AIR/EIR; IDS-Regeln für die Datenqualität.
CMMS-Struktur mit obligatorischen Attributen, Prüfkalendern, mobilen Workflows.
Risikomethodik: HAZOP/FMEA/Hygienerisiko in jeder Phase obligatorisch; Führen Sie Risikoregister.
Integrierte Brand- und Alarmkupplungen; jährliche Tests von Ist-Szenarien.
Überwachung von Wasserhygiene und HLK mit automatisierten Arbeitsaufträgen; Requalifizierung nach Änderungen.
Cyber-Härtung von OT (Segmentierung, Patching, Fernwartung über Bastion), Notfall-/BCM-Tests inkl. Schwarzstart.
Nächste Schritte (90-180 Tage)
Governance: Konstituierung des Lenkungsausschusses/Technischen Ausschusses, Veröffentlichung von RACI und Eskalationsmatrizen.
Informationsmanagement: Finalisierung von AIR/EIR, Einrichtung von BEP/CDE, Definition von Attributkatalogen/IDS; Überprüfen Sie, ob die Pilotdaten abgelegt werden.
Compliance-Baseline: Aktualisierung des gesetzlichen Registers, Ladungsprüfkalender im CMMS, Strukturierung von Bedienerbüchern.
Risiko/Qualität: Erste HAZOP/FMEA-Workshops, Erstellung eines Risikoregisters, Übernahme der ersten Ursache-Wirkungs-Matrix (Brand/Strom/Medien).
Resilienztests: Ermöglicht NEA/USV-Lasttests, Schalt- und Druckkaskadentests, Wassertemperatur- und Nutzungsüberwachung.
Schulungen: Hygiene (VDI 6022/6023), VEFK/Elektrische Sicherheit, BMA/DIN 14675 Grundlagen, CMMS/BIM Datenpflege, Cyber Grundlagen.
Quick Wins Energy/ESG: Optimierung der HLK-Wärmerückgewinnung, Standby-Modi außerhalb kritischer Zonen, Leckage- und Δp-gestützte Filter-/Pumpenoptimierung.
Checklisten und Abnahmeprotokolle (Auszug)
HLK nach DIN 1946-4/VDI 6022: Raumklasse, Druckkaskade, Volumenströme, T/φ, HEPA-Integrität, Strömungsvisualisierung, Filter Δp, GA-Anschluss, C&E-Brand.
Trinkwasser nach VDI 6023/DVGW W551/W557: Temperatur VL/RL, ΔT pro String, Zirkulationsnachweis, Stagnationspunkte, Isolierung/Trennung WW/KW, Probenplan, Erst-/Requalifizierung.
Elektrischer/Sicherheitsstrom nach DIN VDE 0100-710/0108: Selektivität, Kurzschlussfestigkeit, IPS/IMD-Funktion, USV/NEA-Prüfungen (No-Break/ATS), Notbeleuchtung (Autonomie/EN 1838).
Medizinische Gase nach EN ISO 7396: Druck/Dichtheit, Reinheit, AVSU-Funktion, Steckdosenverwechslungstest, Alarmkette, N+1-Quelle.
BMA/SAA/RWA: DIN 14675 Abnahme, Szenariotest, Tür-/Aufzugskupplungen, Feuerwehrperipherie, E30/E90 Verkabelung.
Bauphase/Hygienezulassung: ICRA-Klasse, Unterdruck-/HEPA-Protokolle, Terminalreinigung, Hygienezulassungsvermerk.
Digitale Übergabe: IDS/COBie-Validierung, obligatorische Attribute (Asset/Raum), Revisionsdokumente, Parametrierungs-Backups, C&E-Matrizen.
Hinweis
Alle Protokolle werden in der CDE (Work-in-Progress/Shared/Published) versioniert und dem Operatorbuch zugeordnet.
Prozesslandkarten (Übersicht)
Planung-Gebäude-Betrieb: Anforderungen → Entwurf/Genehmigung → Ausführung → Inbetriebnahme/IST → Betriebsfreigabe → Betrieb/MBCx → Requalifizierung/Änderung.
Querschnittsprozesse: Risiko (HAZOP/FMEA/Bow-Tie), Hygiene (Scoping/Surveillance), Daten (BIM→CAFM/CMMS), Compliance (BetrSichV/TRBS/MPDG), Change/CCB, Permit-to-Work.
Schnittstellen- und RACI-Matrizen (Beispielpunkte)
Feuerleitsysteme: Verantwortlicher Installateur BMA/SAA; Verantwortlicher Brandschutzbeauftragter; Konsultierte FM/TGA/IT; Informiertes Klinikmanagement.
Wasserprobenahme W551: Verantwortliches Labor/extern; Verantwortungsvolle Hygiene; Konsultierte den FM-Betrieb; Informiertes Bereichsmanagement.
Medizinische Gasumstellung: Verantwortliche TGA/Medizintechnik; Verantwortliche technische Leitung; Beratung des Hygiene-/Operationsmanagements; Informierter Bereitschaftsdienst.
IT/OT-Change (Patch): Verantwortliche IT/OT; Rechenschaftspflichtiger ISB; Beratung FM/GA, Medizintechnik; Informierter Benutzerbereich.
Anforderungskataloge und Datenmodelle
Raumdatensatz: Raum-ID, Gebäude/Ebene, Nutzung/Abteilung, Raumklasse (DIN 1946-4), Hygienezone, Druckniveau, Elektrogruppe (VDE 0100-710), Medienanschlüsse, Brandschutz (Abschnitt/Anforderungen).
Asset-Datensatz: Asset-ID, Systemzuordnung, Standort (Raum-ID), Hersteller-/Typ-/Seriennummer, Baujahr/Inbetriebnahme, Kritikalität, Redundanzgrad (N+1/N+2), Norm-/Regelreferenz, Prüfintervall/-frist (TRBS/DGUV), Wartungsstrategie, Ersatzteile, Dokumente/Pläne.
Signal/Alarm: Quelle, Priorität, Grenzwerte/Hysterese, Zielaktion (CMMS Workorder/Alarm Server), Kopplungen (C&E), Testzyklus.
Datenqualität: Pflichtattribute pro Phase (LOIN), IDS-Regeln, Name-/Label-Logik (IFC/CAFM-Connect), Änderungsverfolgung.
Bewertungskriterien (Planung/Leistung/Angebote)
Technische Qualität/Hygiene: Nachweis von Raum-/Druck-/HLK- und Wasserhygienekonzepten; Vollständigkeit von C&E.
Resilienz: Redundanz-/Prioritätsarchitektur, Test- und Black-Start-Konzept.
Daten/Übergabe: ISO 19650 konform BEP, IDS/COBie Validierung, IWMS/CMMS Schnittstellen.
Compliance: Normenkonformität, Prüf- und Prüfkonzept, Qualifikationen (DIN 14675, VEFK, VDI 6022/6023).
Wirtschaftlichkeit/LCC: Lebenszykluskosten, Energie-/GEG-Nachweise, DGNB Beiträge.
Cybersicherheit: IEC 62443/ISO 27001 Ansatz, Segmentierung, Fernwartungskonzept.
Termin/Methodik: Realitätsnahe Bau-/Inbetriebnahmeplanung, Quality Gates, Ressourcen.
