Zum Inhalt springen
FM-Connect Chat

Hallo! Ich bin Ihr FM-Connect Chat-Assistent. Wie kann ich Ihnen helfen?

FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Bauliche und technische FM-Maßnahmen

Facility Management: Kliniken und Krankenhäuser » Krankenhaus » Wirtschaftlichkeit » FM-Maßnahmen

Bauliche und technische Maßnahmen des klinischen Facility Managements für einen sicheren, stabilen Patientendurchlauf

Bauliche und technische Maßnahmen des klinischen Facility Managements für einen sicheren, stabilen Patientendurchlauf

Ein reibungsloser Patientendurchlauf – vom Eintritt in die Klinik bis zur Entlassung – erfordert nicht nur effiziente medizinische Abläufe, sondern auch eine hochverfügbare, sichere Infrastruktur. Krankenhäuser unterscheiden sich von anderen Gebäuden durch 24/7-Betrieb, lebenswichtige Prozesse und strenge Hygienestandards (z. B. normierte Reinräume, OP-Trakte) – Ausfallzeiten sind praktisch inakzeptabel. Entsprechend hat klinisches FM besondere Anforderungen: Redundante Systeme, engere Wartungsintervalle, strikte Normerfüllung und ein umfassendes Risikomanagement sind unerlässlich. Klinisches Facility Management erweist sich als interdisziplinäres Rückgrat des Krankenhausbetriebs – es verknüpft Ingenieurwissen, Betriebsorganisation und normative Expertise, um den medizinischen Kernprozess optimal zu unterstützen. Alle hier beispielhaft beschriebenen Maßnahmen – von hoch technischer Redundanzplanung bis zur feinteiligen Reinigungsnorm – dienen demselben Ziel: Patienten sicher, zügig und unter bestmöglichen Bedingungen durch die Behandlung zu schleusen. In einer Zeit, in der Krankenhäuser zugleich hochkomplexe technische Systeme und Orte menschlicher Heilung sind, gewinnt dieses integrative FM immer mehr an Bedeutung. Die Herausforderung liegt darin, die steigenden Anforderungen (z. B. Digitalisierung, KRITIS-Sicherheit, Nachhaltigkeit) zu meistern, ohne die primäre Aufgabe aus den Augen zu verlieren: den Patienten eine stabile, sichere Umgebung für Genesung zu bieten. Ein klinisches FM, das diese Prinzipien verinnerlicht, wird zum unsichtbaren Helden im Hintergrund, der wesentlich dazu beiträgt, dass die Patientenversorgung ungehindert fließen kann – planbar, effizient und vor allem sicher.

Risikokategorien im Krankenhaus-Facility-Management

Ein zentrales Anliegen des FM ist das Risikomanagement, da Störungen der technischen Infrastruktur unmittelbar die Patientenversorgung und Durchlaufzeiten beeinflussen können.

Wichtige Risikoarten sind:

  • Versorgungsrisiken kritischer Infrastrukturen: Ausfall von Strom, medizinischen Gasen oder Wasser kann die Behandlung innerhalb Sekunden gefährden. Daher gelten höchste Anforderungen an die Versorgungssicherheit dieser Systeme, einschließlich Redundanzen und Notfallplänen. Beispielsweise zählen Energie und Wasser im Risikomanagement zu den „kritischen Risiken“, für die Notfall- und Wiederanlaufpläne nach DIN ISO 22301 (Business Continuity Management) vorgehalten werden.

  • Hygienerisiken und Infektionsprävention: Schlechte Raumluftqualität, kontaminiertes Trinkwasser oder mangelnde Reinigung können nosokomiale Infektionen begünstigen. Kliniken unterliegen strengen Hygienestandards (etwa DIN 13063 für Krankenhausreinigung), und FM-Maßnahmen wie spezielle Lüftungssysteme, Filter, materialsanitär gerechte Gestaltung und Wasserhygiene-Programme dienen der Minimierung mikrobieller Risiken. Hygiene ist integraler Teil der Betreiberverantwortung, z. B. durch regelmäßige Prüfungen der Raumlufttechnik (RLT) nach VDI 6022 oder der Trinkwasseranlagen nach Trinkwasserverordnung (jährliche Legionellenprüfung in Kliniken).

  • Brandschutz- und Sicherheitsrisiken: Krankenhäuser sind Sonderbauten mit erhöhten Brandschutzauflagen. Ein Brand oder Rauchereignis kann Evakuierungen und Betriebsausfälle erzwingen – eine gravierende Gefahr für Patienten. FM-Maßnahmen umfassen bauliche Brandabschnitte, Brandmelde- und Sprinkleranlagen, Rauchabzugsanlagen und Notbeleuchtung. Diese müssen gemäß DIN 14675 geplant, installiert und instandgehalten werden. Zudem zählen personelle Sicherheit (Zutrittskontrolle, Videoüberwachung) und Arbeitsschutz (ArbStättV) zu dieser Kategorie.

  • Technische Ausfalls- und Verfügbarkeitsrisiken: Hierunter fallen ungeplante Technikausfälle (z. B. von Aufzügen, Heizkesseln, Sterilisationsgeräten, IT-Systemen) sowie planbare Stillstände (Wartung, Umbau). Jeder Ausfall kritischer Anlagen kann den Patientendurchlauf verzögern oder stoppen – z. B. OP-Sperrungen bei Lüftungsausfall oder Therapieausfälle bei Gerätedefekten. Klinisches FM zielt daher auf maximale Anlagenverfügbarkeit, typischerweise >99,5 % bei Medizintechnik, durch präventive Instandhaltung, Redundanzen und schnelle Reaktionszeiten (<30 Min bei Störungen). Wichtig ist auch die zeitliche Dimension: Nachtbetrieb und Wochenende bedeuten geringere Personalstärke im FM, sodass Störungen zu ungünstigen Zeiten mit Notdiensten und automatisierten Alarmierungsprozessen abgedeckt werden müssen.

  • IT-/OT-Risiken (Kritische Informationsinfrastruktur): Moderne Kliniken sind stark IT-abhängig – vom klinischen Informationssystem bis zur Gebäudeleittechnik. Ausfälle oder Cyberangriffe (wie Ransomware) können Patientenströme lahmlegen (z. B. bei IT-Ausfall keine Aufrufsysteme, Verzögerung von Befunden). Krankenhäuser mit >30.000 Fällen/Jahr gelten in Deutschland als KRITIS und müssen einen branchenspezifischen Sicherheitsstandard (B3S Krankenhaus) umsetzen. FM-Maßnahmen umfassen redundante Rechenzentren, Notstrom für Server, Netzwerk-Redundanzen, Zugangskontrollen und regelmäßige Penetrationstests gem. §75b SGB V. Auch OT-Systeme (Gebäudeautomation, Medizingeräte) sind zu schützen durch Netzwerksegmentierung und aktuelle Updates, da z. B. Manipulation der Lüftungssteuerung oder Ausfall der Telefonanlage unmittelbare Betriebsstörungen bedeuten.

  • Logistik- und Kapazitätsrisiken: Unterbrechungen in internen Transporten, Engpässe bei Bettenkapazitäten oder Sterilgutversorgung können zu Stau im Patientenfluss führen. FM trägt durch funktionierende Aufzüge, Rohrpost, Transportdienste und Vorratshaltung (Pufferlager für Verbrauchsmaterial, Reserven an Betten oder Medizingeräten) zur Entkopplung von Prozessen bei. Beispiel: Falls ein OP-Saal ausfällt, sollten Ausweich-OPs verfügbar sein (Pufferkapazität), oder bei Ausfall einer Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP/Sterilisation) sollte eine Notfallstrategie (Kooperation mit anderer Klinik oder Outsourcing) bestehen.

Diese Risikoarten sind oftmals miteinander verzahnt. Ein Ausfall der Stromversorgung ist z. B. zugleich ein Versorgungs- und Verfügbarkeitsrisiko, kann aber auch ein Hygienerisiko auslösen (Klimaanlagenstillstand erhöht Infektionsgefahr). Daher verfolgt FM einen ganzheitlichen Ansatz, unterstützt durch Normen wie DIN ISO 31000 (Risikomanagement) und branchenspezifische Leitfäden. Kritische Risiken werden in Notfallplänen abgebildet, die technische und organisatorische Maßnahmen verzahnen.

Raumlufttechnische Anlagen (Klima- und Lüftungstechnik)

Raumlufttechnische Anlagen (RLT) sichern in Kliniken ein hygienisches, komfortables Klima und sind essenziell für OPs, Intensivstationen, Isolierzimmer und Labore. Aus FM-Sicht adressieren sie vor allem Hygienerisiken (Keimreduktion) und Betriebsrisiken (Raumklima für Mensch und Technik).

  • Risiken & Ausfallmodi: Ein Ausfall der Lüftung in sensiblen Bereichen kann unmittelbar OP-Ausfälle erzwingen oder Intensivpatienten gefährden (unzureichende Frischluft, Temperaturanstieg). Zudem steigt ohne ausreichende Belüftung die Keimkonzentration in der Luft, was Infektionen fördern kann. Typische Störszenarien sind Ventilator- oder Filterausfälle, Regelungsfehler (Temperatur, Feuchte), Undichtigkeiten oder Druckverluste in Über-/Unterdruckräumen. Auch Fehlbedienung (z. B. Öffnen von Fenstern entgegen Vorschrift) kann die Schutzwirkung beeinträchtigen.

  • Maßnahmen und technische Lösungen: Klinische RLT-Anlagen werden nach DIN 1946-4 geplant und betrieben – diese Norm definiert detailliert die Anforderungen an Lüftungssysteme in Einrichtungen des Gesundheitswesens (OP, Isolation, Intensiv etc.). In OP-Räumen der höchsten Reinheitsklasse Ia schreibt DIN 1946-4 eine turbulenzarme Verdrängungsströmung (TAV) mittels Laminar-Flow-Decke (ca. 3.2×3.2 m) vor, um einen definierten Schutzbereich mit nahezu keimfreier Luft für aseptische Eingriffe (Implantationen) zu schaffen. Die Zuluft wird dreistufig gefiltert (inkl. HEPA-Filter) und mit hohem Außenluftanteil bereitgestellt, typischerweise 19–26 °C temperiert. Raumluftdruckkaskaden sind so eingestellt, dass z. B. OPs leichten Überdruck gegen umliegende Flure halten (verhindert Partikeleindrang), während Isolierzimmer für infektiöse Patienten Unterdruck gegenüber dem Gang aufweisen, um Erreger zurückzuhalten. Fenster in Reinräumen bleiben aus Hygienegründen geschlossen. Wichtig ist zudem die Bauliche Ausführung: glatte, desinfizierbare Oberflächen, dicht schließende Türen (möglichst berührungslos bedienbar) und abgehängte Decken mit Unterdruck im Deckenhohlraum (damit im Leckfall keine ungefilterte Luft in den OP gelangt).

  • Zur Betriebssicherheit werden RLT-Anlagen redundant oder segmentiert ausgeführt. Beispielsweise verfügen große Kliniken über mehrere Lüftungszentralen, die verschiedene Brandabschnitte versorgen. Zentrale Komponenten (Ventilatoren, Pumpen) können in N+1-Redundanz vorhanden sein, sodass bei Wartung oder Defekt ein Backup übernimmt. Monitoring und Steuerung erfolgen über Gebäudeleittechnik: Sensoren überwachen kontinuierlich Temperatur, relative Feuchte und Differenzdrücke (etwa im OP gegenüber Umgebungsbereichen). Alarmgrenzen sind so definiert, dass Wartungsteams frühzeitig reagieren können, bevor Grenzwerte verletzt werden (z. B. Warnung bei Druckabfall im Isolationszimmer). IoT-Sensorik kann in Echtzeit Zustandsdaten liefern und Predictive Maintenance unterstützen, um Bauteilverschleiß (Motorströme, Lagergeräusche etc.) rechtzeitig zu erkennen.

  • Normen und Betreiberpflichten: Neben DIN 1946-4 (Planung/Betrieb) ist die VDI 6022-Richtlinienreihe zentral: Sie stellt Hygieneanforderungen an raumlufttechnische Anlagen und Geräte auf, inkl. regelmäßiger Hygieneinspektionen (Sauberkeit der Komponenten, Keimtests). Weiterhin fordert die Arbeitsstättenverordnung in Krankenhäusern ein gesundheitlich zuträgliches Raumklima für Beschäftigte und Patienten. Die Krankenhausbauverordnungen der Bundesländer verweisen in der Regel auf diese technischen Regeln. Betreiber sind verpflichtet, RLT-Anlagen turnusmäßig warten und prüfen zu lassen. OP-Lüftungsanlagen der Klasse Ia müssen gemäß DIN 1946-4 mindestens halbjährlich qualifiziert und gemessen werden (Luftmengen, Strömungsvisualisierung, Partikelkonzentration etc.), Klasse Ib alle 12 Monate. Hierbei werden u. a. Filterlecktests nach EN ISO 14644-3 durchgeführt. Alle Prüfergebnisse sind im Prüfkataster zu dokumentieren. Bei Nichteinhaltung drohen Sanktionen (z. B. Haftung nach BGB §823 oder gar strafrechtlich bei fahrlässiger Gefährdung).

  • Wirkung auf Patientendurchlauf: Eine einwandfreie Lüftung wirkt direkt auf die Verfügbarkeit von Kernbereichen: OP-Säle dürfen nur betrieben werden, wenn die Klimaparameter im Soll liegen und die Lüftung in Betrieb ist. Durch robuste Auslegung (z. B. Notkühlung über getrennte Kaltwasserkreise, USV-gestützte RLT-Steuerung) wird sichergestellt, dass Operationen nicht wegen Klimaausfällen abgesagt werden müssen. Zudem ermöglichen gute Anlagen kurze Wechselzeiten: Nach einem infektiösen Patienten kann ein OP durch hohen Luftwechsel und ggf. automatisierte Entkeimung (UV-C, Plasma) schneller wieder belegt werden, was die Durchlaufzeit verbessert. Langfristig reduzieren RLT-Anlagen postoperative Wundinfektionen (SSI), was indirekt Aufenthaltsdauern und Wiederaufnahmen senkt. Allerdings erhöhen komplexe Anlagen den Wartungsaufwand – Wartungsarbeiten werden idealerweise in betriebsschwachen Zeiten (nachts, Wochenende) oder durch temporäre Kapazitäten (Ausweich-OP mit eigener Lüftung) durchgeführt, um den laufenden Betrieb nicht zu stören.

Elektrische Energieversorgung und Notstrom

Eine stabile Stromversorgung ist die Lebensader jeder Klinik – nahezu alle Prozesse hängen von Elektrizität ab (Medizingeräte, Beleuchtung, IT, Lüftung, Pumpen u.v.m.). Entsprechend zählt das elektrische System zum höchstrangigen Versorgungsrisiko.

  • Risiken & Ausfallmodi: Ein Stromausfall kann innerhalb von Sekunden kritisch werden, insbesondere auf Intensivstationen und im OP. Bereits eine kurze Unterbrechung (<30 Sek.) kann Beatmungsgeräte, Infusionspumpen oder Monitore ausfallen lassen, was unmittelbare Lebensgefahr bedeutet. Ursachen können extern (Netzunterbrechung, großflächiger Blackout) oder intern (Schaltanlagenstörung, Kurzschluss, Überlast) sein. Auch Spannungseinbrüche oder Überspannungen (Blitz, Netzschwankungen) sind gefährlich für empfindliche Medizintechnik. Typische Failure Modes: Ausfall einer Haupt-Einspeisung, Versagen des Notstromaggregats, Defekt an einer USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) oder Selektivitätsprobleme in der Unterverteilung, die ungewollt große Bereiche abschalten. Ferner besteht Brandrisiko durch elektrische Anlagen (Kurzschlüsse) – daher spielt Brandschutz in der Elektroplanung (Kabelabschottungen, Brandmelder) eine große Rolle.

  • Maßnahmen und Redundanzen: Krankenhäuser realisieren eine hochausfallsichere Stromversorgung. Bereits die Netzeinspeisung erfolgt i. d. R. über zwei unabhängige Einspeisungen vom Energieversorger (zweikreisige Mittelspannung), die idealerweise geografisch getrennt ins Gebäude geführt werden. Kritische Verbraucher werden auf zwei Stromkreise verteilt (bei Ausfall einer Phase übernimmt die andere). Notstromaggregate (NSA) mit Dieselmotor(en) und Generator stellen die Ersatzstromversorgung sicher: Bei Netzausfall schalten sie automatisch ein. In deutschen Krankenhäusern gilt die Faustregel, dass innerhalb von 15 Sekunden nach Netzausfall alle lebenswichtigen Anlagen durch das Notstromaggregat versorgt sein müssen. Diese erste Versorgungsstufe wird auch Notstromversorgung im engeren Sinne genannt, fokussiert auf unmittelbar lebensrettende Systeme. Hierzu zählen z. B. Operationssaal-Beleuchtung, gewisse Medizingeräte, Notbeleuchtung, Telemetrie, brandrelevante Anlagen und Teile der IT. Eine zweite Stufe, die Ersatzstromversorgung, kann weitere Verbraucher nach und nach ans Netz nehmen, die für den Klinikkernbetrieb nötig sind (Labore, Bettenhausversorgung, Aufzüge), aber nicht zwingend in den ersten 15 Sekunden. Moderne Steuerungen priorisieren die Zuschaltung von Verbrauchern sequentiell, um die Generatoren nicht zu überlasten.

  • Da selbst 15 Sekunden Versorgungsunterbrechung für viele Geräte zu lang sind, kommen flächendeckend USV-Anlagen zum Einsatz. Insbesondere OP-Säle, Intensivplätze und IT-Serverräume haben USVs, die bei Netzausfall sofort einspringen und die Überbrückung bis zum Dieselstart leisten. Normativ ist eine USV nicht in allen Fällen vorgeschrieben, aber „technisch zwingend“ für sensibelste Geräte, die keinen Stromausfall tolerieren. Beispiele sind Herz-Lungen-Maschinen, Neuro-Monitoring oder die klinischen Netzwerk-Switches. USVs sind meist batteriegestützt für 10–30 Min Überbrückungszeit ausgelegt. Darüber hinaus wird bei längerem Netzausfall der Diesel den Hauptanteil übernehmen, dimensioniert für mindestens 24 Stunden Betrieb mit Kraftstoffvorrat (gemäß Richtlinien des Bundesamts für Bevölkerungsschutz).

  • Die interne elektrische Infrastruktur ist nach DIN VDE 0100-710 ausgeführt. Diese Norm regelt elektrische Anlagen in medizinisch genutzten Räumen, insbesondere Schutzmaßnahmen in Gruppe 1 (Allgemeine Behandlungsräume) und Gruppe 2 (z. B. OP, Intensiv). In Gruppe 2 Räumen verlangt VDE 0100-710 u. a. ein IT-System (isoliertes Netz mit Isolationsüberwachung) – dadurch wird bei erstem Fehler kein Stromausfall verursacht, sondern ein Alarm (Isolationswächter) erlaubt präventives Eingreifen. Weiterhin sind strengere Anforderungen an Erdung, Potenzialausgleich und getrennte Stromkreise vorgesehen, um Patient und Personal vor elektrischem Schlag zu schützen. Selektivitätsplanung stellt sicher, dass bei einem Kurzschluss nur die kleinste Schutzeinheit abschaltet und nicht ein ganzer Flügel stromlos wird.

  • Für Blitz- und Überspannungsschutz sorgen mehrstufige Schutzeinrichtungen (VDE 0185, 0100-443/534): Gebäudeblitzeinschlag wird durch Fang- und Ableitsysteme abgeführt; Überspannungsableiter an den Einspeisungen und Feinableiter an Endgeräten schützen sensible Medizintechnik vor Spannungsspitzen.

  • Wartung und Prüfung: Elektrische Anlagen unterliegen der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und den DGUV-Vorschriften. Ortsfeste medizinische Anlagen werden regelmäßig nach VDE 0105 geprüft; mobile elektrische Betriebsmittel mindestens jährlich nach DIN VDE 0701-0702. Notstromaggregate sind wöchentlich probezulaufen und monatlich unter Last zu testen (bestenfalls mit automatischer Testeinspeisung in ein Probelastnetz). Batterien der USV werden zyklisch getestet, und die Isolationsüberwachung nachgewiesen. Organisationsübungen – etwa Blackout-Simulationen – gehören zu Best Practices: Das Personal muss geschult sein, kritische Geräte manuell weiter zu betreiben oder Patienten zu evakuieren, falls trotz Technik etwas versagt. Aus dem Blackout 2019 lernte man z. B., dass Blockheizkraftwerke oft nicht schwarzstartfähig sind und bei Netzausfall abschalten mussten – Kliniken sollten daher ihre Eigenerzeugungsanlagen auf Inselbetrieb prüfen und ggf. nachrüsten.

  • Normen und Vorschriften: Neben DIN VDE 0100-710 sind DIN 0833-2 (Brandmeldeanlagen, indirekt relevant für Stromversorgung dieser Systeme), DIN VDE 0107 (Notbeleuchtung in Krankenhäusern) und diverse IEC/EN-Normen für medizinische elektrische Geräte zu nennen. Die KRITIS-Vorgaben (§8a BSIG, B3S Krankenhaus) fordern resilienten Betrieb kritischer Infrastrukturen, wozu eine ausfallsichere Stromversorgung zählt. Betreiber müssen nachweisen, dass alle sicherheitsrelevanten Stromanlagen (z. B. OP-Notstrom, Alarmanlagen) regelmäßig geprüft sind – Versäumnisse können im Haftungsfall schwer wiegen.

  • Wirkung auf Patientendurchlauf: Die elektrische Versorgung ist grundlegend für die Betriebsverfügbarkeit. Redundante Stromnetze mit Notstrom stellen sicher, dass auch bei externem Blackout der Klinikbetrieb zumindest im Notmodus weiterläuft – Operationen können zu Ende geführt, Intensivpatienten weiter versorgt werden. Dadurch werden Evakuierungen (die den Durchlauf drastisch stören) im Idealfall vermieden. Eine klare Priorisierungskonzeption für Stromverbraucher bedeutet auch, dass im Krisenfall nicht alle Bereiche gleich weiterlaufen: Das FM muss mit dem Klinikpersonal definieren, welche Abteilungen im Notbetrieb eventuell heruntergefahren werden, um Ressourcen zu schonen (z. B. Elektivpatientenaufnahme stoppt, um Notfallbetrieb zu sichern). Im Normalbetrieb ermöglicht eine stabile Strominfrastruktur kurze Durchlaufzeiten, weil Untersuchungen und Therapien ohne technische Verzögerungen ablaufen. Beispiel: Radiologische Modalitäten (CT, MRT) haben hohe Strombedarfe und sensible Elektronik – durch saubere Spannungsversorgung und Klimatisierung wird sichergestellt, dass sie jederzeit verfügbar sind und keine Warteschlangen durch Gerätedefekte entstehen. Ein Nebeneffekt: Ein gut gewartetes Stromnetz vermeidet kleinere Störungen (wie flackernde Beleuchtung oder IT-Neustarts), die sonst kumulativ Zeit kosten könnten. Insgesamt gilt: Ohne Strom kein Patientendurchlauf – daher genießt die Elektroversorgung im FM höchste Priorität.

Medizinische Gasversorgung (O₂, Druckluft, Vakuum etc.)

Medizinische Gase wie Sauerstoff (O₂), medizinische Druckluft, Lachgas (N₂O) und Vakuum (Absaugung) sind für viele Behandlungen unverzichtbar. Sie werden über zentrale Anlagen im Haus verteilt. Die Gasversorgung ist ein klassisches Beispiel für ein Gewerke, bei dem Versorgungssicherheit direkt über Leben und Tod entscheiden kann: Ein Ausfall der O₂-Versorgung in der Intensivstation oder im OP ist innerhalb von Sekunden kritisch.

Risiken & Failure Modes

Kritische Risiken sind Druckabfall oder Unterbrechung der Gaszufuhr. Ursachen können z. B. ein Leck in der Rohrleitung, Ausfall von Verdampfern oder Kompressoren, leere Vorratstanks oder Fehlbedienung (Ventil falsch geschlossen) sein. Ebenfalls relevant: Qualitätsrisiken (Kontamination der Druckluft mit Öl, Partikeln oder Keimen bei mangelhafter Aufbereitung) – medizinische Druckluft muss keinerlei gesundheitsgefährdende Verunreinigungen enthalten. Auch Brand- und Explosionsgefahren bestehen (etwa O₂ in hoher Konzentration begünstigt Brände, Lachgas ist brandfördernd). Daher zählen medizinische Gase sowohl zu den technischen als auch sicherheits- und hygienerelevanten Gewerken.

Technische Lösungen und Redundanz

Die zentrale Gasversorgung umfasst i. d. R. flüssige Sauerstofftanks im Außenbereich, Druckluft-Kompressoren mit Luftaufbereitung, zentrale Vakuumpumpen und Gasflaschenbündel für N₂O/CO₂. Nach DIN EN ISO 7396-1 sind diese Anlagen so auszulegen, dass Versorgungsunterbrechungen vermieden werden.

Konkrete Maßnahmen sind:

  • Doppelte Versorgungswege: Wichtige Stationen (OP, Intensiv) werden über mehrere Stränge versorgt, die ventiliert und mit Rückschlagventilen ausgerüstet sind. Sollte der Hauptstrang ausfallen, fließt Gas über den zweiten Weg weiter (manchmal in Zonen unterteilt). In Intensivbereichen gibt es zwei getrennte, überwachte Gaskreise mit Priorisierung.

  • Redundante Vorräte mit automatischer Umschaltung: Flüssigsauerstoff-Tanks sind oft doppelt vorhanden (Primär- und Reservetank). Bei Druckluft gibt es mindestens zwei Kompressoren (N+1), die abwechselnd laufen und automatisch übernehmen, falls einer ausfällt. Zentralen Vakuumpumpen ebenso in redundanter Konfiguration. Automatische Umschalteinrichtungen leiten bei Druckabfall sofort auf Reserven um. Etwa: Sinkt der O₂-Druck unter einen Schwellwert, öffnet sich automatisch die Ventilbank zu den Reservespeichern, bevor Geräte Alarm schlagen.

  • Geografische Trennung kritischer Komponenten: Um die Ausfallsicherheit gegen lokale Ereignisse zu erhöhen, empfiehlt es sich, redundante Komponenten getrennt aufzustellen (z. B. zwei Druckluftanlagen in verschiedenen Technikräumen). So führt z. B. ein Brand oder Wasserschaden nicht zum Komplettausfall, wenn die zweite Anlage in anderem Brandabschnitt intakt bleibt.

  • Früherkennung und Monitoring: Sensoren überwachen Druckniveaus, Flussraten und Füllstände ständig. Schon leichte Abweichungen (z. B. Druck fällt kontinuierlich -> Hinweis auf Leck) generieren Alarmmeldungen an die Leitzentrale. Diese Alarmsysteme sind teils mehrstufig: lokaler Alarm auf der Station (akustisch/optisch) und zentraler Alarm beim Techniker. Moderne Anlagen binden die Sensorik in ein zentrales IWMS/CAFM-System ein, das entsprechende Notfallprozeduren anstößt. So können Gegenmaßnahmen oft aktiviert werden, bevor Geräte stillstehen – z. B. Techniker informiert, Reserveflaschen vorbereitet.

  • Mobile und dezentrale Backups: Für den Fall größerer Umbauten oder Störungen hat man mobile Gasversorgungseinheiten parat. Beispielsweise können für Sauerstoff mobile Tankanlagen oder Bündel aufgestellt und ans Netz angeschlossen werden, etwa während Wartungsarbeiten am Haupttank. Ebenso existieren mobile Vakuumpumpen oder Notfall-Sauger. In sensiblen Abteilungen halten Mitarbeiter Handbeatmungsbeutel als kurzfristiges Notfallbackup bereit, sollten sowohl Haupt- als auch Reserve-O₂ ausfallen.

Organisatorische Maßnahmen

Neben der Technik sind Notfallprotokolle und Schulungen entscheidend. Das Personal (medizinisch und technisch) muss wissen, wann und wie auf Reservebetrieb umzustellen ist: z. B. an welcher Stelle Reserve-O₂-Flaschen angeschlossen werden, wie man manuell von Zentral- auf Flaschenversorgung wechselt, oder wie bei Vakuumausfall Sekrete anderweitig aufgefangen werden. Solche Abläufe werden regelmäßig geübt. Wichtig ist auch die Kommunikationskette: Wer informiert wird (Ärzte, Pflege, Technikleitung) und wer Entscheidungen trifft (z. B. OP stoppen oder weiterführen mit Flaschenversorgung). Dokumentation spielt eine Rolle – Zugänge zu aktuellen Lageplänen der Gasleitungen, zu Ventilstandorten und Wartungsprotokollen müssen jederzeit verfügbar sein (im Notfall keine Zeit, lange zu suchen). Schließlich werden vorausschauend Evakuierungsoptionen bedacht: Mobile Entnahmestellen (Verteiler) in Ausweichbereichen ermöglichen es, Patienten z. B. in einen anderen Gebäudeteil zu verlegen und dort trotzdem beatmen zu können.

Normen und Pflichten

Medizinische Gaspipelines gelten als Medizinprodukte (MPG-Kategorie), weshalb die Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) volle Geltung hat. D.h. Installation, Abnahmeprüfung, messtechnische Kontrollen (MTK) und wiederkehrende Prüfungen sind nach MPBetreibV durchzuführen, inkl. Dokumentation der Funktionsfähigkeit. DIN EN ISO 7396-1 legt die technischen Anforderungen an Planung, Bau und Betrieb von Rohrleitungssystemen für medizinische Gase fest. Hier sind z. B. Reinheitsanforderungen, Alarmierungsgrenzen, farbliche Kennzeichnungen und Prüfprozedere bei Änderungen geregelt. Entnahmestellen entsprechen Normen wie ISO 9170-1. Die Betriebssicherheitsverordnung und ggf. Gefahrstoffverordnung greifen für Druckbehälter (z. B. O₂-Tank als überwachungsbedürftiger Behälter, jährliche TÜV-Prüfung). Zudem fließen KRITIS-Anforderungen ein, da Gasversorgung Teil der kritischen Infrastruktur Gesundheit ist – interdisziplinäre Risikobeurteilungen und Notfallkonzepte müssen vorliegen.

Wirkung auf Patientendurchlauf

Die ständige Verfügbarkeit medizinischer Gase ist für Kontinuität der Behandlung unabdingbar. Dank der genannten Maßnahmen können Kernprozesse (Beatmung, Anästhesie) auch bei technischen Störungen fortgeführt werden, was vermeidbare Verlegungen oder Behandlungsabbrüche verhindert. Beispielsweise erlaubt eine doppelt abgesicherte O₂-Versorgung in der Intensivstation, dass selbst beim Ausfall des Haupttanks die Beatmung ohne Unterbrechung weiterläuft – die Patienten müssen nicht hektisch verlegt werden, was sonst den Ablauf massiv stören würde. Zudem erhöhen stabile Druckniveaus und qualitativ einwandfreie Gase die Patientensicherheit und Behandlungsqualität: Operationen können planmäßig stattfinden, Neugeborene erhalten konstanten Sauerstoff, und Notfälle (z. B. Schockraum) haben sofort Druckluft/O₂ verfügbar, ohne auf Flaschenwechsel warten zu müssen. Im Falle eines Versorgungsengpasses (z. B. O₂-Knappheit, wie teils in Pandemien gesehen) hat ein vorausschauendes FM Puffer und Lieferketten im Blick – es werden genügend Vorräte gelagert bzw. rechtzeitig Nachschub organisiert. All das trägt dazu bei, dass der Patientendurchlauf zeitlich stabil bleibt und keine Kapazitätsreduktionen durch Gasmangel eintreten. Letztlich bildet die Gasversorgung ein gutes Beispiel, wie Technik, Organisation, Digitalisierung und Strategie zusammenspielen müssen, um auch im Ausnahmefall eine sichere Patientenversorgung und damit ungestörten Klinikbetrieb zu gewährleisten.

Trinkwasser-Installation und Trinkwasserhygiene

Eine zuverlässige Wasserversorgung und strenge Trinkwasserhygiene sind weitere Pfeiler der Krankenhausinfrastruktur. Wasser wird nicht nur für Küche, Sanitär und Reinigung gebraucht, sondern in der Medizin z. B. für Dialyse, OP-Reinigung, Aufbereitung von Medizinprodukten und Therapiebäder. Hygienerisiken stehen hier im Vordergrund: Wasser kann Bakterien (Legionellen, Pseudomonas), andere Erreger oder chemische Kontaminanten tragen, die für geschwächte Patienten gefährlich sind. Zudem wäre ein Wasserausfall (Versorgungsrisiko) gravierend, da Hygieneprozesse ins Stocken kämen.

Risiken & Problemfelder

Hauptgefahr sind Legionellen in der Warmwasseranlage, die beim Einatmen von Aerosolen (Duschen) schwere Pneumonien (Legionärskrankheit) auslösen können. Patienten mit schwachem Immunsystem sind besonders anfällig; auf Intensivstationen werden bis zu 40 % der Pseudomonas-Infektionen auf kontaminiertes Leitungswasser zurückgeführt. Legionellen vermehren sich in lauwarmem Wasser (20–45 °C) und bei Stagnation. Daher begünstigen lange Leitungen, selten genutzte Entnahmestellen, zu niedrige Warmwassertemperaturen das Wachstum. Weitere Risiken: Biofilmbildung in Rohren (v.a. bei Kunststoffleitungen und Perlatoren), die Keime schützt; chemische Belastungen (z. B. Medikamentenrückstände, die über Abwässer ins Wasser gelangen – hierfür gibt es allerdings bislang kaum Regulierung). Schließlich ist auch ein Lieferausfall vom städtischen Netz möglich oder ein größerer Rohrbruch im Haus, was Wasserschäden und Betriebsstörungen auslöst.

Folgende Maßnahmen kommen zum Einsatz:

  • Anlagenauslegung nach DVGW-Regeln: Das technische Regelwerk DVGW W 551 und W 552 gibt vor, wie Warmwasserbereiter und Leitungsnetze zu gestalten sind, um Legionellenwachstum zu vermeiden. Wichtig ist eine Warmwassertemperatur ≥ 60 °C am Speicherausgang und ≥ 55 °C an jeder Entnahmestelle. Daher werden ausreichend dimensionierte Boiler mit kontinuierlicher Zirkulation betrieben. Totleitungen (Abschnitte ohne Fluss) sind zu vermeiden; nicht mehr benötigte Leitungen werden rückgebaut. Rohrleitungsquerschnitte sollen nicht überdimensioniert sein, damit das Wasser regelmäßig umgewälzt wird.

  • Trinkwasserverordnung und Monitoring: Die deutsche Trinkwasserverordnung (TrinkwV) verlangt für Großanlagen (Speicher >400 Liter oder Leitung >3 Liter Inhalt bis Zapfstelle) eine regelmäßige Legionellen-Untersuchung. Für Krankenhäuser ist mindestens jährlich eine Wasserprobe auf Legionellen vorgeschrieben (durch autorisierte Labore). Diese Proben müssen repräsentativ sein – neben dem Speicher auch entfernte Zapfstellen (z. B. Ende eines Strangs, Duschen am Ende der Zirkulation), da zentrale Proben alleine Kontamination in Peripherie übersehen könnten. Überschreitet die Keimzahl definierte technische Maßnahmenwerte, sind Schritte wie thermische Desinfektion (Spülen mit ≥70 °C heißem Wasser), chemische Desinfektion oder Anlagensanierung einzuleiten.

  • Thermische Desinfektion & Temperaturhaltung: Viele Kliniken führen prophylaktisch Wärmestoßmaßnahmen durch, bei denen periodisch das Warmwasser kurzzeitig auf ~70 °C aufgeheizt und an allen Entnahmestellen gespült wird, um Biofilm abzutöten. Zudem kommen Zirkulationssysteme zum Einsatz, die auch bei geringem Verbrauch das Wasser in Bewegung halten. Pumpen und Steuerungen sorgen dafür, dass in jedem Leitungszweig die Zieltemperatur erreicht wird. Eine zusätzliche Maßnahme sind elektrische Begleitheizungen für längere Stichleitungen, um Temperaturverluste auszugleichen.

  • Armaturen und Filter: In sensiblen Bereichen (Onkologie, Transplantationsstation) werden oft Endständige Sterilfilter an Wasserhähnen und Duschen installiert, um jegliche Bakterien zurückzuhalten, insbesondere wenn das Leitungsnetz kontaminiert sein könnte. Allerdings sind solche Filter regelmäßig zu wechseln. Armaturen sollen hygienegerecht sein: möglichst berührungslos (Infrarotsteuerung) in Hochrisikobereichen, um Kreuzkontamination zu verringern; Thermostatmischer mit Verbrühungsschutz sollen trotzdem ausreichend heißes Wasser durchlassen (Dilemma: Verbrühungsschutz vs. Legionellen, hier sind Lösungen mit temporärer Hochtemperatureinstellung in Debatte). Bodeneinläufe und Wasserhähne sind innerhalb von OP-Räumen nach RKI gar nicht zulässig, um stehendes Wasser in aseptischen Umgebungen zu vermeiden.

  • Bauliche Trennung und Vermeidung von Rückflüssen: Anlagen werden so geplant, dass Trinkwasser und Nichttrinkwasser strikt getrennt sind (kein Rücksaugen von z. B. Kühlwasser in Trinkwasserleitungen, Verwendung von Systemtrennern). Das verhindert Kontaminationen durch technische Systeme.

  • Notfallreserven: Für extreme Situationen halten manche Kliniken Notwasser-Vorräte bereit – z. B. Tanks für einige Stunden, v.a. um Dialysen und Intensivpflege aufrecht zu halten. Mobile Wasseraufbereitungsanlagen (Filteranlagen) könnten im Falle einer schweren Verkeimung eingesetzt werden, um zumindest Brauchwasser zu generieren. Allerdings ist dies aufwändig; daher liegt der Fokus darauf, Ausfälle zu verhindern.

Organisatorische Maßnahmen

Das FM etabliert Hygienepläne für die Trinkwasseranlage in Abstimmung mit Krankenhaushygienikern. Dazu gehören Spülpläne für selten genutzte Entnahmestellen (z. B. einmal pro Woche alle Duschen in leerstehenden Zimmern heiß durchspülen), Dokumentation von Umbauten/Reparaturen (nach denen u. U. eine mikrobiologische Kontrollmessung erfolgt) und Schulungen des Haustechniker-Teams hinsichtlich Hygiene (z. B. sterile Entnahme bei Probenahmen, um keine Verfälschung zu verursachen). Bei Bauarbeiten am Wassernetz wird nach Abschluss oft eine Desinfektion der Leitungen (Chlorung oder Heißwasser) durchgeführt, bevor Patientenwasser entnommen wird. Die RKI-Kommission (KRINKO) betont, dass die TrinkwV auf den Schutz der Allgemeinbevölkerung ausgelegt ist und nicht allein ausreicht, um hochgradig immungeschwächte Patienten zu schützen – daher sind in solchen Bereichen weitergehende interne Maßnahmen nötig, wie individuelle Filter oder die Verwendung von sterilem Wasser für Mundpflege etc., je nach Risiko.

Normen und Vorschriften

Trinkwasserverordnung (TrinkwV) ist das zentrale Gesetz – sie setzt EU-Vorgaben um und schreibt „Genusstauglichkeit“ und Freiheit von Krankheitserregern vor. Relevant sind insbesondere § 14b (Untersuchungspflicht auf Legionellen) und § 16 (Maßnahmen bei überschrittenen Grenzwerten). Ergänzend gelten technische Normen DVGW W 551 (Legionellenprävention in Großanlagen), W 552 (Betrieb von Trinkwasser-Warmwassersystemen), VDI 6023 (Hygiene in Trinkwasserinstallationen – Schulungspflicht, Planungsgrundlagen) und einschlägige DIN (z. B. DIN 1988-Reihe für Planung/Dimensionierung). Für Dialysewasser existieren gesonderte Anforderungen (DIN ISO 23500), aber das betrifft die Dialyseabteilung direkt (Wasseraufbereitung zu Reinstwasser). Das Infektionsschutzgesetz (§ 38 IfSG) ermächtigt die TrinkwV und verpflichtet Gesundheitsämter, die Einhaltung zu überwachen. Zudem fordern Berufsgenossenschaften, dass Verbrühungsschutz gemäß technischen Regeln erfolgt, um Personal und Patienten vor zu heißem Wasser zu schützen – dies muss mit Legionellenprophylaxe ausbalanciert werden.

Wirkung auf Patientendurchlauf

Sauberes, jederzeit verfügbares Wasser beeinflusst den Klinikbetrieb auf subtile, aber fundamentale Weise. Im Normalfall sorgt das Facility Management dafür, dass keine Ausbrüche wasserbedingter Infektionen auftreten – was sonst Stationenschließungen oder Aufnahmestopps nach sich ziehen könnte. Beispielsweise kann ein Legionellenausbruch zur (teilweisen) Sperrung eines Gebäudeteils führen, bis die Anlage saniert ist, was massiv Patientendurchlauf und Kapazität einschränkt. Präventive FM-Maßnahmen vermeiden solche Worst-Case-Szenarien. Auch kurzfristig hat Wasser Einfluss: Fällt warmes Wasser aus, müssen evtl. Operationen verschoben werden (mangels Möglichkeit zur hygienischen Händedesinfektion mit Wasser und Seife oder zum Reinigen von Instrumenten vor Sterilisation). Fällt die Dialysewasser-Aufbereitung aus, können Nierenpatienten nicht behandelt werden, was akut zu lebensbedrohlichen Situationen führen kann – dann müssten Patienten zeitaufwändig verlegt werden. Somit ist die Wasserversorgung auch eine Zeit- und Kapazitätsressource. Durch Puffer (z. B. mehrere Sterilisatoren mit Wasservorrat, Tanks) und schnelle Störfallreaktionen stellt FM sicher, dass Patienten ohne Verzögerung ihre Behandlungen erhalten. Zudem steigern Maßnahmen wie gute Warmwasserverfügbarkeit den Komfort und verkürzen Abläufe (z. B. keine Wartezeit, bis Wasser warm wird beim Patientenduschen, zügige Aufbereitung von Instrumenten). Letztlich bleibt vieles davon unsichtbar für den Patienten – was genau der Erfolg eines funktionierenden FM ist: Die Patientenversorgung läuft stabil im Hintergrund, weil die Wasserqualität stimmt und kein Notfallplan aktiviert werden muss.

IT- und OT-Infrastruktur (Kommunikation und Digitalisierung)

Moderne Kliniken sind digital vernetzte Organisationen. Informations-Technologie (IT) – von klinischen Arbeitsplatzsystemen bis zur digitalen Patientenakte – und Operational Technology (OT) – Gebäudesteuerung, Medizintechnik-Netzwerke, Kommunikationsanlagen – bilden das Nervensystem des Krankenhauses. Ihr Ausfall kann den Betrieb weitgehend lähmen, weshalb sie als kritische Infrastruktur betrachtet werden (in DE gesetzlich ab einer gewissen Größe als KRITIS eingestuft, siehe §75c SGB V).

Risiken & Ausfälle

IT/OT-Risiken umfassen technische Störungen (Serverausfall, Netzwerkunterbrechung, Hardwaredefekte) sowie Cyber-Risiken (Malware-Befall, Hackerangriffe). Ein Krankenhaussystemausfall kann z. B. bedeuten: keine Einsicht in elektronische Patientenakten, Ausfall von Labor-IT (keine Befunde), PACS-Bilder nicht abrufbar, Ausfall der Telemetrie oder Patientenrufanlagen. Im Gebäudebereich könnte die Klimasteuerung versagen oder die Zutrittskontrolle deaktiviert werden. Auch Telefone (VoIP) oder Notfallmelder könnten betroffen sein. Attacken wie der WannaCry-Virus (2017) haben gezeigt, dass ganze Krankenhäuser Patienten abweisen mussten, da IT und Medizingeräte verschlüsselt waren – der Patientendurchlauf kam zum Stillstand. OT-spezifisch droht bei ungeschützten Systemen, dass z. B. eine HLK-Steuerung falsch regelt oder Alarme (Brand, Gas) im Ereignisfall nicht weitergeleitet werden.

Die IT-Infrastruktur im Krankenhaus wird nach dem Prinzip der Hochverfügbarkeit und Informationssicherheit gestaltet:

  • Redundante Rechenzentren und Netzwerkpfade: Kritische Server (etwa Klinikinformationssystem, bildgebende Systeme) laufen in redundanten, räumlich getrennten Rechenzentren innerhalb des Klinikcampus oder in zertifizierten externen Rechenzentren. Es gibt USV und Notstrom für alle zentralen IT-Komponenten, da ein Neustart Zeit und Daten kosten würde. Netzwerkkomponenten (Switches, Router) sind redundant ausgelegt, oft mit Doppeleinspeisung aus verschiedenen Verteilern. Zwei voneinander unabhängige Datenleitungen verbinden wichtige Gebäude (Ring- oder Mesh-Topologie), sodass bei Kabelbruch automatisches Umschalten erfolgt. Für das klinikweite Kommunikationsnetz (Telefone, Pager, WLAN) gilt Ähnliches: separate VLANs und Backup-Systeme (z. B. analoges Telefon als Fallback in Aufzügen oder Notrufsystem).

  • IT-Sicherheitssysteme: Ein FM-nahes Thema, da FM häufig auch die IT-gestützten FM-Systeme und OT verwaltet. Die Klinik setzt Firewalls, Intrusion-Detection-Systeme und segmentierte Netzwerke ein, um Angriffe abzuwehren. Insbesondere sind medizinische Geräte und Gebäudetechnik oft in eigene Netzsegmente (VLANs) isoliert, um bei Infektion eines Office-PCs nicht direkt die Lüftungssteuerung zu gefährden. Wichtig ist auch regelmäßiges Patch-Management für OT, da z. B. ungepatchte Windows-Systeme in Laborgeräten Einfallstore sein können.

  • Backups und Datenmanagement: Tägliche Backups aller wichtigen Systeme (nach Möglichkeit auch ausfallsicher an getrenntem Ort gelagert) ermöglichen, bei Datenverlust schnell wieder arbeitsfähig zu sein. Einige Kliniken halten auch Papier-Notfallsysteme bereit (Formulare), um für einige Stunden oder Tage dokumentieren zu können, falls IT komplett ausfällt – diese müssen im FM-/IT-Notfallplan verankert sein. Das Ziel ist jedoch, durch redundante Systeme solche Downtimes zu minimieren.

  • Monitoring: Eine zentrale Leitstelle (ggf. 24/7 besetzt oder On-Call) überwacht die IT/OT-Landschaft. Monitoring-Software prüft Serverzustände, Netzlast, Temperatur in Serverräumen, etc. Frühwarnsysteme melden z. B. Festplattenfehler oder überlastete CPU, damit präventiv reagiert wird (Austausch, Lastverteilung). Zudem werden sicherheitsrelevante Events (Ungewöhnliche Logins, Netzwerkscan-Aktivitäten) detektiert.

  • Notfallkommunikation: Als Backuplevel hält man ggf. analoge Telefone, Satellitentelefone oder Funkgeräte bereit, um im IT-Ausfall weiter kommunizieren zu können (etwa mit Rettungsdiensten). Ein separates Alarmierungssystem (z. B. DECT-basierte Personenrufanlage oder mobile Messenger über GSM) kann die interne Alarmierung bei IT-Ausfall sicherstellen.

Organisatorische Maßnahmen

Krankenhäuser führen ein ISMS (Information Security Management System) ein, häufig zertifiziert nach ISO 27001, um systematisch Schwachstellen zu adressieren. In Deutschland schreibt §75b SGB V vor, dass Kliniken angemessene organisatorisch-technische Vorkehrungen zur Vermeidung von IT-Ausfällen treffen, inklusive regelmäßiger Penetrationstests und Auditierung. Das FM/IT-Team erarbeitet Notfallhandbücher: Was tun bei IT-Blackout? Welche Prozesse können manuell weitergeführt werden, welche müssen eingestellt werden? Beispiele: Labor geht auf manuellen Betrieb mit telefonischer Befundübermittlung, Radiologie dokumentiert schriftlich, Patientenanmeldung wechselt auf Papier. Diese Provisorien werden geübt (ähnlich einem Feueralarm-Drill, nur für IT). Auch Cyberabwehrpläne gehören dazu – isoliert man im Angriffsfalle Netzsegmente? Fährt man bestimmte Server runter, um Daten zu schützen? Hier ist Interdisziplinarität gefragt (FM, IT, Medizintechnik, Krankenhausleitung).

Zudem ist Schulung enorm wichtig

Viele Angriffe passieren über Phishing bei Mitarbeitern. Regelmäßige Awareness-Trainings gehören somit indirekt zu FM-Maßnahmen (im Rahmen der Betreiberverantwortung, die auch IT einschließt). Schließlich muss auch die Datenschutz-Compliance (DSGVO etc.) gewährleistet werden, was aber eher die IT- und Rechtsabteilung betrifft.

Normen und Standards

Neben ISO 27001 (IT-Sicherheit) und B3S Krankenhaus (branchenspezifischer Sicherheitsstandard, herausgegeben z. B. vom DKG/VDE) sind für OT auch Normen wie IEC 80001 (Risikomanagement für IT-Netzwerke mit Medizinprodukten) relevant. Für Telefonanlagen gelten Notstromforderungen (z. B. für Schwesternrufsysteme fordert DIN VDE 0834 Notstrom innerhalb 15 Sek für 1 Stunde). SGB V §75b/c verpflichten größere Kliniken zur Erfüllung des „Standes der Technik“ in IT-Sicherheit, dessen Einhaltung von Prüfern (BSI/KBV) nachgewiesen werden muss. Die Krankenhausbetriebsverordnungen mancher Länder haben zusätzliche Vorgaben, z. B. redundante Alarmserver für Patientenruf. Joint Commission (USA) und JCI verlangen ein Utility Systems Management und regelmäßige Ausfallübungen auch für IT/Kommunikation.

Wirkung auf Patientendurchlauf

Die digitale Infrastruktur beeinflusst den Patientendurchlauf heute direkt in Echtzeit: Von der Aufnahme (elektronische Administration, Versandscheine) über die Diagnostik (Labor, PACS) bis zur Therapieplanung (OP-Planungstools) – alles ist vernetzt. Ein reibungsloser Durchlauf setzt voraus, dass diese Systeme schnell und ohne Abstürze funktionieren. FM trägt dazu bei, indem es Hochverfügbarkeit sicherstellt: z. B. keine Wartezeit, weil „das System hängt“ oder „Server down – bitte später wiederkommen“. Durch IT-unterstützte Prozesssteuerung (Patientenaufrufsysteme, Bettenmanagement-Software) wird der Flow überhaupt erst optimiert – fällt das weg, entsteht Chaos und man fällt auf manuelle, langsamere Verfahren zurück. Somit würde ein großer IT-Ausfall die Durchlaufzeiten sprunghaft erhöhen (man denke an handgeschriebene Verordnungen, die Portier per Bote bringt statt elektronisch). Außerdem können FM-Maßnahmen wie IoT-Sensoren den Betrieb effizienter gestalten, was indirekt Durchlaufzeiten senkt: Echtzeit-Tracking von Betten, Geräten oder Patientenströmen liefert Daten zur Engpasssteuerung. Beispiel: Wenn das FM-System erkennt, dass sich in der Notaufnahme Wartebereiche füllen und Betten knapp werden, kann frühzeitig reagiert werden (z. B. Reinigungsdienst anweisen, entlassene Betten schneller aufzubereiten). Digitale Vernetzung ermöglicht also proaktives Management von Pufferzonen und Engpässen im Patientendurchlauf. Kurzum, FM stellt durch robuste IT/OT sicher, dass die digital abhängigen klinischen Prozesse zuverlässig laufen – was in der heutigen Zeit gleichbedeutend mit einem funktionierenden Krankenhaus ist.

Brandschutz und Sicherheitsanlagen

Brandschutz in Kliniken dient primär dem Schutz von Leben – Patienten (teils immobil), Personal und Besucher – und der Sicherstellung, dass im Falle eines Brandes die Evakuierung gelingen kann, ohne dass es zu Massenpanik oder Verlust von Patientenversorgung kommt. Sicherheitsanlagen ergänzen dies (z. B. Zugangssysteme, Kameraüberwachung) und schützen vor externen Risiken. Der Fokus liegt hier auf Personensicherheits- und Kontinuitätsrisiken: Ein unbeherrschter Brand könnte nicht nur Leben gefährden, sondern auch ganze Stationen außer Betrieb setzen, was den Patientendurchlauf abrupt unterbrechen würde.

Risiken & typische Szenarien

Feuer kann entstehen durch Elektrogeräte, offene Flammen (Kerzen, Rauchen – in Kliniken meist verboten), technische Defekte, oder auch bewusst gelegt (Brandstiftung). Die Gefahr wird potenziert durch mögliche Panik und die Unbeweglichkeit vieler Patienten, die nicht selbst fliehen können. Rauch ist oft die größte Bedrohung (Rauchgasvergiftung). Kliniken zählen baurechtlich zu Sonderbauten, wo vom Standard abweichende Konzepte (z. B. Evakuierung über Bettenaufzüge) nötig sind. Weitere Aspekte: Explosionen (z. B. in Gaslagern), sowie Ausfall von Sicherheitssystemen (wenn z. B. Brandmeldeanlage defekt ist, bleibt ein Entstehungsbrand unentdeckt). Krankenhäuser sind verpflichtet, erhöhte vorbeugende Brandschutzmaßnahmen zu treffen, weil Evakuierungen schwierig und ein „Shelter in place“ Ansatz oft bevorzugt ist (Patienten verbleiben in sicheren Compartments im Gebäude).

Bauliche und technische Brandschutzmaßnahmen:

  • Bauliche Kompartimentierung: Kliniken werden in Brandabschnitte unterteilt, meist aufgeteilt pro Geschoss und Flügel (max. zulässige Fläche pro Brandabschnitt gemäß Landesbauordnung, oft ~1.000 m², variiert). Brandwände, feuerbeständige Decken und Türen (selbstschließend, feuerhemmend T30/T90) verhindern die schnelle Brandausbreitung. Wichtig sind Rettungswege: zwei unabhängige horizontale oder vertikale Fluchtwege aus jedem Bereich. Da viele Patienten liegend transportiert werden müssen, sind ausreichend breite Flure und Türöffnungen notwendig, sowie Feuerwehraufstellflächen vor dem Gebäude. Rauchschutztüren im Gang schließen im Alarmfall automatisch (über Magnetkontakte an BMA gekoppelt), um Rauchabschnittsbildung zu gewährleisten.

  • Brandmeldeanlage (BMA): Alle Kliniken haben eine automatische Brandmeldeanlage mit vernetzten Rauchmeldern (teils auch Wärmemelder in Küchen etc.). Diese ist meist auf die Feuerwehr aufgeschaltet, um sofort Hilfe zu alarmieren. Gemäß DIN 14675 sind Planung, Einbau und Betrieb geregelt. Die Melder sind so angebracht, dass auch in Patientenzimmern oder Technikräumen früh detektiert wird. Im Alarmfall werden optische/akustische Signale ausgelöst, oft differenziert: z. B. Alarm zunächst intern zur Prüfung (um Fehlalarm zu verifizieren), dann Evakuierungsalarm. Mitarbeiter sind geschult, bei Alarm nach Feuerwehrplan zu reagieren (Bereich räumen oder schließen). Regelmäßige Übungen (Räumungsübungen, Alarmdrills) sind elementar.

  • Löschanlagen: Viele Krankenhäuser haben Sprinkleranlagen (insbesondere in Tiefgaragen, Archiven, manchen Pflegebereichen). Sprinkler können einen Entstehungsbrand automatisch kontrollieren oder löschen. Die Muster-Krankenhausbauverordnung kann Sprinkler verlangen, je nach Geschosszahl und Nutzung. Zusätzlich gibt es Handfeuerlöscher überall (Anzahl und Art nach Brandschutzordnung, z. B. CO₂-Löscher in Technikbereichen, da rückstandsfrei). In speziellen Bereichen (Labore, IT-Räume) sind stationäre Löschanlagen wie Gaslöschanlagen (Inertgas) oder Löschwassernebel installiert, um empfindliche Geräte zu schützen. Die Löschwasserversorgung sicherzustellen (Hydranten innen/außen, Wandhydranten) gehört auch zum FM-Auftrag.

  • Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA): Insbesondere in kritischen Bereichen (OP-Flure ohne Fenster, Atrien) gibt es Rauchabzugsöffnungen (automatisch via RWA gesteuert), die im Brandfall Rauch aus dem Gebäude leiten. Dies hält Fluchtwege länger nutzbar. Mechanische Lüftungsanlagen schalten bei Brand ggf. in speziellen Modus: Rauchlüftungsanlagen mit Druckbelüftung der Fluchttreppenhäuser (Überdruck hält Rauch fern) oder Absaugung von Rauch in Brandabschnitt.

  • Notbeleuchtung und Sicherheitsstrom: Bei Brand ist oft der Strom betroffen (oder wird zur Sicherheit abgeschaltet). Daher sind Rettungswege mit Notbeleuchtung und beleuchteten Fluchtwegschildern ausgerüstet (nach DIN EN 1838), die über Batterie oder Notstrom mindestens 1,5 Stunden leuchten. Bestimmte Lifte als Feuerwehr-Aufzüge haben eine eigene Sicherheitsstromversorgung. Die Brandmeldeanlage selbst hängt an Sicherheitsstrom (Batteriepuffer) damit sie auch bei Stromausfall funktioniert.

  • Evakuierungs- und Alarmierungssysteme: Viele Kliniken setzen zusätzlich auf Sprachalarmierungsanlagen (SAA), die im Brandfall Durchsagen machen (mehrsprachig, ruhig die Richtung zum Notausgang weisen). Ein Krankenhaus-Evakuierungsalarm kann auch staffelweise erfolgen – oft wird nicht das ganze Haus geräumt, sondern z. B. nur ein Gebäudeabschnitt in den benachbarten sicheren Abschnitt. Evakuierungskonzepte sehen horizontale Evakuierung vor (auf gleicher Ebene in sicheren Bereich), da vertikaler Transport (Treppe) mit vielen Patienten kaum simultan möglich ist. Spezielle Evakuierungshilfen (Evakuierungsmatratzen, Rettungstücher) werden vorgehalten, um Bettlägerige im Notfall über Treppen bewegen zu können.

  • Sicherheitstechnik: Ergänzend zum Brandschutz seien andere Sicherheitsanlagen erwähnt: Zutrittskontrollsysteme an sensiblen Türen (z. B. Intensivstation, Arzneimittellager) schützen Patienten und Assets vor unbefugtem Zutritt – bei Brand müssen diese in einen Fail-Safe-Modus fallen (Türen entriegeln, damit Flucht nicht blockiert ist). Videoüberwachung kann Brandstiftung vorbeugen und hilft, in der Evakuierung die Lage zu überblicken. Ein Krankenhaus-Sicherheitssystem umfasst oft auch Personennotruf (Übergriffe auf Personal), Baby-Alarmanlagen (Schutz vor Kindesentführung) etc. Dies alles trägt indirekt zur allgemeinen Betriebssicherheit bei, was wiederum stabile Abläufe ermöglicht.

Organisatorisches & Wartung

Betreiberpflichten im Brandschutz sind strikt: Brandmelde- und Sprinkleranlagen fallen unter DIN 14675 und müssen regelmäßig inspiziert werden. Feuerlöscher werden jährlich geprüft. Das FM führt Brandschauen durch, hält Brandschutzordnungen aktuell und stellt Brandwachen bei erhöhtem Risiko (z. B. bei Schweißarbeiten während Umbau, wofür es Erlaubnisscheine gem. Heißarbeitsverfahren gibt). Mitarbeiterschulungen sind vorgeschrieben: Jährliche Unterweisungen im Brandschutz, Evakuierungshelfer pro Station. Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr wird geübt; es gibt einen immer aktuellen Feuerwehrplan (mit Lage der Brandabschnitte, Hauptabsperrungen von Gas/Strom etc.). Im Umbau sind Baustellen-Brandschutzkonzepte nötig (Brandlasten minimieren, Melder nicht deaktivieren ohne Ersatzmaßnahmen). Schließlich sorgt FM für Dokumentation jeder Prüfung, damit im Haftungsfall Nachweise da sind.

Rechtliche Grundlagen

Baurechtlich gilt meist die Muster-Krankenhausbauverordnung (KHBauVO) bzw. landesspezifische Vorschriften, die Sonderbestimmungen zum Brandschutz enthalten. Z.B. müssen Patientenzimmer rauchdicht abschließende Türen haben, damit im Brandfall der Raum als Schutzraum dienen kann, bis Rettung naht. Die Sonderbauverordnung Krankenhäuser fordert ein ganzheitliches Brandschutzkonzept und oft auch Selbsthilfemaßnahmen des Betreibers. Ansonsten greifen die Landesbauordnungen, TRVB (Technische Richtlinien vorbeugender Brandschutz) und Arbeitsstättenrichtlinien (Fluchtwege). Versicherer setzen oft weitere Standards, um Feuerversicherungsschutz zu gewähren (z. B. VdS-Richtlinien).

Wirkung auf Patientendurchlauf

Idealerweise verhindern Brandschutzmaßnahmen, dass es überhaupt zu brandbedingten Betriebsstörungen kommt. Kleinstbrände werden durch automatische Detektion und Löschung begrenzt, ohne dass Patienten evakuiert werden müssen (das würde den Durchlauf stark beeinträchtigen). Sollte doch etwas passieren, ermöglicht die Brandschutzstruktur ein gezieltes Verlegen in sichere Bereiche, anstatt eine komplette Krankenhausschließung. Beispielsweise, wenn in einem Bettenflügel ein Feuer ausbricht: Durch die Brandabschnittsbildung kann man nur diesen Teil räumen und die Patienten im benachbarten Abschnitt unterbringen, wo der Betrieb weitergeht – so bleibt die Funktionsfähigkeit der Klinik teilweise erhalten. Das FM trägt mit regelmäßigen Übungen dazu bei, dass selbst im Ernstfall geordnet und schnell reagiert wird, was Patientenschäden und Ausfallzeiten minimiert. Auch im Alltag spürt man präventiven Brandschutz: Blockierte Fluchtwege (z. B. vollgestellte Flure) werden vom FM unterbunden – das hat neben der Sicherheit auch einen Effizienz-Effekt, da freie Verkehrswege den täglichen Patiententransport beschleunigen. Weiterhin sorgt die Zutrittskontrolle dafür, dass z. B. keine Unbefugten OP-Säle betreten (Hygiene und Ablaufstabilität) oder kritische Bereiche stören. Zusammenfassend erhöht ein konsequenter Brandschutz und Sicherheitsmanagement die Robustheit des Klinikbetriebs: Selbst ungewöhnliche Ereignisse führen nicht zum Chaos, sondern werden beherrscht – der Patientendurchlauf bleibt so weit wie möglich stabil, Planungen müssen nicht komplett verworfen werden, und nach einem Vorfall kann der Normalbetrieb schneller wieder aufgenommen werden.

Aufzüge, Transporte und Logistiksysteme

Krankenhäuser sind komplexe, vertikal organisierte Gebäude – Aufzüge und Transportsysteme bilden die Adern, durch die Patienten, Personal und Material fließen. Ihre Zuverlässigkeit beeinflusst direkt die Durchlaufzeiten (z. B. Wartezeit auf Transport) und die Entkopplung verschiedener Prozesse (getrennte Transportwege für Patienten, Speisen, Abfall etc.).

Risiken & Ausfallmodi

Ein Aufzugsausfall kann kritische Verzögerungen verursachen – etwa wenn ein Intensivpatient in den OP gebracht werden muss und der einzige Bettenaufzug steckt fest. Auch Transportlogistik-Störungen (Ausfall automatischer Transportwagen oder Rohrpost) führen zu Rückstau: Laborproben kommen verspätet, Medikamente verzögern sich. Typische Ausfälle bei Aufzügen sind technische Defekte (Türmechanik, Antrieb), Stromausfall (woraufhin Notbetrieb/Notbefreiung greifen muss) oder Überlastung (zu wenige Kapazitäten zu Stoßzeiten). Bei Logistiksystemen kann IT-Versagen (Ausfall der Steuerung) oder mechanische Blockaden (steckengebliebener Transportroboter) vorkommen. Ein Sonderfall sind steckengebliebene Personenaufzüge, was Angst/Panik bei Patienten auslösen und medizinische Notfälle verschlimmern könnte. Zudem hat Transport immer auch eine Hygiene-Komponente: Vermischung von unreinen (z. B. Mülltransport) und reinen Gütern (Speisen) oder Patienten kann Infektionsrisiken erhöhen, daher sind getrennte Wege essential – wenn diese nicht eingehalten werden (z. B. im Notfall alle denselben Aufzug nutzen müssen), steigt das Risiko.

Technische und organisatorische Maßnahmen:

  • Redundante Aufzugssysteme und Kapazität: Krankenhäuser planen mehrere Aufzüge: mindestens einen großen Bettenaufzug pro Bettenflügel, separate Personenaufzüge für Besucher, eventuell spezielle Aufzüge für Operationstrakt/Intensiv. Diese Mehrzahl schafft Puffer – fällt einer aus, stehen andere bereit. In kritischen Bereichen gibt es oft mindestens zwei Bettenaufzüge gegenüberliegend, damit im Brandfall einer von der Feuerwehr genutzt werden kann und der andere für Patiententransporte verfügbar bleibt (sofern sicher). Aufzüge werden nach EN 81 und krankenhausspezifischen Anforderungen gebaut – z. B. Bettenaufzüge mit verlängerten Stehzeiten zum langsamen Reinrollen der Betten, präziser Halt (wichtig für z.B. inkubierte Patienten). Sie verfügen über Notrufsysteme (mit 24/7 besetzter Leitstelle) und müssen bei Stromausfall auf Notstrom laufen oder zumindest zur nächsten Etage fahren und Türen öffnen. FM stellt durch Wartungsverträge sicher, dass kurze Reaktionszeiten von Servicetechnikern garantiert sind, falls ein Aufzug ausfällt – oft bestehen 24/7-Bereitschaften.

  • Separate Transportlogistik: Ein FM-Ziel ist die räumliche und zeitliche Entflechtung von Patienten-, Personal- und Materialtransporten. Dafür werden getrennte Aufzüge oder Fahrpläne genutzt: z. B. eigene Serviceaufzüge für Küche, Wäsche, Müll, die nicht mit Patienten belegt werden (Vermeidung von Kreuzkontamination und Verzögerungen). In großen Kliniken existieren unterirdische Versorgungsgänge oder Automatikkleinbahn-Systeme für Material. Wo vorhanden, fahrerlose Transportfahrzeuge (AGVs) bewegen z. B. Wäsche oder Speisen – das FM überwacht deren Betrieb, damit sie reibungslos und sicher fahren (Sensoren gegen Kollision mit Personen). Rohrpost-Anlagen beschleunigen den Transport von Laborproben, Blutkonserven, Dokumenten: Sie sparen Laufwege und entlasten Personal, was indirekt die Prozesszeiten verkürzt (Laborresultate früher -> schnellere Therapieentscheidung). Die FM-Abteilung wartet und steuert diese Systeme, oft über ein Leitsystem mit Priorisierung (Notfallproben haben Vorrang).

  • Wegeleitsystem und Pufferzonen: Gute Wegeleitung (Beschilderung, Farbcodes) sorgt dafür, dass Patienten oder Besucher zügig ans Ziel finden – das minimiert Verspätungen etwa zu Untersuchungen. FM wirkt hier mit baulichen Maßnahmen (Farbleitsystem auf dem Boden, digitale Info-Kioske). Ferner werden strategisch Pufferzonen geplant: z. B. Bettenaufstellplätze vor OPs (damit Patiententransporte nicht im Gang warten müssen, sondern geordnet), oder Aufzugs-Lobbys, wo Personal mit Patientenliegen warten kann, ohne Verkehrswege zu versperren. Solche baulichen Flächen für Bereitstellung erhöhen Entkopplung und Durchsatz, da mehrere Transporte parallel abgewickelt werden können.

  • Wartung und Modernisierung: Aufzüge sind stark genutzt (teils >1000 Fahrten/Tag) und müssen monatlich kontrolliert und regelmäßig modernisiert werden (z. B. TÜV-Prüfung nach BetriebssicherheitsV). FM achtet darauf, Stillstände für Wartung in verkehrsarme Zeiten zu legen (Nacht, früh morgens) oder in Abstimmung mit der Klinikplanung (z. B. keinen Aufzug stilllegen während Hauptbesuchszeit oder großer Verlegungsaktion). Wenn Modernisierungen nötig sind (z. B. Ersatz einer alten Steuerung), wird das phasenweise getan: nie alle Aufzüge gleichzeitig außer Betrieb setzen, sondern etagenweise oder abschnittsweise planen mit Ausweichrouten.

Normen und Regularien

Aufzüge unterliegen der Betriebssicherheitsverordnung und müssen z. B. eine ZÜS-Prüfung (zugelassene Überwachungsstelle) alle 2 Jahre absolvieren. Norm EN 81-70 regelt barrierefreie Aufzüge (wichtig im Krankenhaus: ausreichend Kabinengröße, Haltegriffe, Ansagesystem für Sehbehinderte). Für automatische Transporte gibt es Sicherheitsnormen (z. B. IEC 61508 funktionale Sicherheit, ISO 3691-4 für fahrerlose Transportfahrzeuge). Aus Infektionssicht gibt es Empfehlungen, z. B. RKI-Bereichstrennung (keine schmutzigen Güter mit Patienten gemeinsam transportieren); diese sind organisatorisch umzusetzen.

Wirkung auf Patientendurchlauf

Effiziente Transport- und Aufzugssysteme beschleunigen den gesamten klinischen Prozessfluss. Patienten kommen pünktlich zu OP oder Untersuchung, weil Aufzüge verfügbar sind und Wartezeiten minimiert werden. Tragen Aufzüge Störungen davon, kann es im Ablauf zu Dominoeffekten kommen: z. B. verzögert sich der OP-Transport, was den OP-Plan durcheinander bringt und nachfolgende Patienten später drankommen – so verlängern sich Durchlaufzeiten unnötig. Durch die genannten FM-Maßnahmen wird dieses Risiko reduziert: Mehrere Aufzüge und alternative Routen (z. B. Bett via Rampe ins Nachbargebäude) verhindern kompletten Stillstand. Zudem ermöglicht eine geteilte Logistik (rein/unrein) den parallel ablaufenden Betrieb: während z. B. Essenswagen unterwegs sind, können gleichzeitig Patienten mit einem anderen Lift transportiert werden. So werden Engpässe vermieden und die Entkopplung von Prozessen erhöht – dies entspricht dem Lean-Prinzip, dass Supportprozesse (Logistik) den Kernprozess (Patientenbehandlung) nicht ausbremsen dürfen. Indirekt trägt auch der Komfort bei: Wenn Patienten nicht in überfüllten Aufzügen lange stehen oder rangieren müssen, reduziert das Stress und ermöglicht flüssigeres Arbeiten für Personal. In Notfällen (z. B. Schockraum-Anfahrt per Lift vom Hubschrauberlandeplatz) macht eine zuverlässige Anlage den Unterschied zwischen Leben und Tod und verhindert behandlungsverzögernde Umwege. Zusammengefasst: Intakte, gut organisierte Transportinfrastruktur kürzt Wege und Zeiten, hält Hygiene- und Sicherheitsstandards ein und fungiert als „Öl im Getriebe“ für den Patientendurchlauf.

Bauphysik, Raumgestaltung und Bauorganisation

Unter Bauphysik und baulicher Gestaltung fassen wir Aspekte wie Raumakustik, thermische Bauqualität, Beleuchtung, Ergonomie und bauliche Flexibilität zusammen. Auch die Bauorganisation bei Neubau/Umbau wird hier betrachtet. Diese Faktoren bilden die statische Hülle, innerhalb derer der klinische Betrieb abläuft, und beeinflussen sowohl die Effizienz als auch Patientenwohlbefinden und Sicherheit.

  • Akustik und Ruhe: Ein gut geplantes Akustikkonzept (Schallschutz) sorgt dafür, dass Lärm die Patienten nicht belastet. Zuviel Lärm kann Schlaf stören, Heilung verzögern und Stress verursachen – alles Faktoren, die Aufenthaltsdauer verlängern könnten. Bauphysikalische Maßnahmen sind z. B. Schallschutzwände zwischen Patientenzimmern (DIN 4109), schallgedämpfte Decken und Bodenbeläge, gedämpfte Türschließer. Durch Zonierung werden lärmige Bereiche (Hubschrauberlandeplatz, Haustechnik) von Ruhebereichen entkoppelt. Auch Alarmgeräte werden akustisch optimiert (überwachtes Zimmer statt lautem Fluralarm), um „Alarmmüdigkeit“ zu reduzieren. Die FM-Aufgabe ist hier eher in Planungsphase und Instandhaltung von Schallschutz (z. B. keine dauerhaften lauten Lüftungsgeräusche durch defekte Lager).

  • Thermische Bauqualität: Gute Wärmedämmung und Raumklimatisierung leisten einen Beitrag zur Stabilität des Betriebs. Im Sommer überhitzende Stationen oder im Winter zugige Fensterfronten beeinträchtigen Patientenkomfort und -gesundheit. FM achtet bei Fenstern auf Isolierglas (ggf. mit Sonnenschutz) und dämmt nach, falls erforderlich. In Patientenzimmern sind gemäß ArbStättV und DIN 1946 Temperaturen um ~22 °C vorzuhalten; schlechte Bauphysik würde zu stark schwankenden Temperaturen führen, was v.a. für Schwerkranke ungünstig ist. Außerdem erhöhen stabile Umgebungsbedingungen die Zuverlässigkeit von Medizintechnik (z. B. CT/MRT brauchen kühle, konstante Umgebungen – hier sind bauliche Wärmeabfuhr und Klimaanlagendimensionierung entscheidend). Baufeuchte und Schimmelprävention fallen ebenfalls unter FM: Feuchte Wände können Schimmel erzeugen und Infektionsrisiken bergen; daher werden bauphysikalische Probleme wie Wärmebrücken oder undichte Fassaden erkannt und saniert.

  • Licht und Beleuchtung: Eine helle, freundliche Umgebung fördert Genesung (Tageslicht, Blick nach draußen) – was zwar nicht direkt den Durchlauf verkürzt, aber durchaus medizinische Outcomes verbessert (z. B. weniger Schmerzmittelverbrauch in tageslichthellen Zimmern). Aus FM-Sicht heißt das: ausreichende Fensterflächen, ggf. Tageslichtsimulationslampen in Räumen ohne Fenster (OP, Radiologie). Beleuchtungstechnisch muss Norm EN 12464 (Beleuchtungsstärken für Arbeitsstätten) beachtet werden – OPs brauchen z. B. extrem helle OP-Leuchten, während Patientenzimmer dimmbares Licht für Nacht. FM sorgt für Notbeleuchtung (bereits bei Brandschutz erwähnt), sodass im Stromausfall weiter Licht für Evakuierung und Minimumbetrieb vorhanden ist.

  • Ergonomie und Raumlayout: Baulich-technische Maßnahmen sollen Arbeits- und Prozessabläufe erleichtern. Dazu gehören z. B. ausreichend große Räume (OP-Größen normgerecht, siehe DIN 13080 Funktionsbereiche-Planung), kurze Wege zwischen zusammenhängenden Abteilungen (OP und ICU benachbart bei herzchirurgischen Kliniken, um Transportzeit zu minimieren). Pufferflächen (Wartezonen, Vorbereitung, Lager) helfen, Stoßzeiten abzufedern. Auch Barrierefreiheit (DIN 18040) ist wesentlich: Stufenlose Zugänge, breite Türen – das kommt nicht nur Rollstuhlfahrern zugute, sondern allen Transporten (Betten, Geräte) und beschleunigt so die Bewegung im Haus.

  • Umbau im Bestand: Ein spezielles Risiko ist Bauen im laufenden Betrieb. Umbauten sind oft nötig (Erweiterung, Modernisierung), dürfen aber den Patientendurchlauf nicht gefährden. FM trifft Vorkehrungen wie: Staubschutztüren und Unterdruck-Baustellenzelte (um Staub nicht in benachbarte Stationen dringen zu lassen, da Baustaub hochinfektiös sein kann – z. B. Aspergillus-Sporen gefährlich für Leukämiepatienten). Außerdem werden Baumaßnahmen zeitlich koordiniert: laute oder erschütternde Arbeiten (Kernbohrungen, Stemmarbeiten) nur tagsüber und möglichst angekündigt, damit Stationen sich einstellen können. Falls ein Bereich temporär stillgelegt wird (z. B. halbe Intensivstation bei Umbau), sorgt FM mit Klinikleitung für Ausgleichskapazitäten (vielleicht Ausweichen auf Nachbarklinik oder Interimslösungen in Containern). Interimskonzepte sind zentral: Beispielsweise bei OP-Sanierung wird ein Ausweich-OP eingerichtet (z. B. im Hybrid-OP oder in externer OP-Einheit), um den OP-Betrieb nicht völlig zu unterbrechen. Diese Interimsbereiche müssen technisch adäquat ausgestattet sein (ggf. mobile RLT, temporäre Medizintechnik). Die Arbeitsschutz-Aspekte für Bauarbeiter und Klinikpersonal (Lärm, Absturzsicherung, Koordination) werden ebenfalls vom FM überwacht, oft mittels eines Fremdfirmenmanagements.

  • Flexibilität und Zukunftssicherheit: Baulich wird versucht, Strukturen anpassungsfähig zu halten (Stichwort „Hospitals of the future“). Installationszonen und Schachtsysteme werden großzügig dimensioniert, damit Nachrüstungen (neue Kabel, Rohre) möglich sind, ohne alles aufzureißen. Modularität in Bau (vorgefertigte Module) ermöglicht schnellere Umbauten. Dies alles reduziert die Umbauzeiten, falls z. B. eine Abteilung kurzfristig neuen Anforderungen angepasst werden muss – was den Betrieb agiler macht und extreme Wartezeiten auf neue Kapazitäten vermeidet.

  • Normen: DIN 13080 (Gliederung des Krankenhauses in Funktionsbereiche) gibt Planern eine Leitlinie, welche Bereiche in welchem Größenverhältnis vorzusehen sind. Sie ist für die Funktionsplanung wichtig, damit räumliche Relationen stimmen (z. B. Anzahl Aufwachraumbetten pro OP-Saal). Arbeitsschutzvorschriften (ArbStättV, DGUV) definieren bauliche Mindestbedingungen (Luft, Licht, Fluchtwege). Brandschutz hatten wir separat. Für Raumakustik gibt es DIN 18041 (Hörsamkeit), relevant etwa in Konferenzräumen oder patientennahen Bereichen, wo Verständigung klappen muss (Durchsagen etc.). Strahlenschutzverordnung diktiert baulichen Strahlenschutz (Bleiwände in Röntgenräumen), was indirekt auch FM-Sache ist, um Personenschutz zu gewährleisten – dessen Versäumnis kann Bereiche unbenutzbar machen.

  • Wirkung auf Patientendurchlauf: Eine durchdachte bauliche Gestaltung schafft die physischen Voraussetzungen für effiziente Abläufe. Beispielsweise verkürzt ein kluges Layout Wege (Patient muss nicht durchs ganze Haus zur Radiologie, weil diese strategisch zentral liegt). Gute Schallschutz- und Lichtverhältnisse fördern Patientenkomfort und Genesung – was Aufenthaltsdauern beeinflussen kann (ruhig schlafende Patienten genesen schneller). Selbst Farben und Atmosphären (die in FM unter „Healing Architecture“ diskutiert werden) können Stress reduzieren, was die Kooperation der Patienten bei Therapien verbessert und somit Prozesse beschleunigt. Bei Umbauten ermöglicht ein umsichtiges FM, dass keine Betriebsunterbrechungen auftreten: So können Kapazitätserweiterungen (neue Station) oder Modernisierungen (z.B. neuer MRT) realisiert werden, ohne dass der laufende Betrieb zum Erliegen kommt. Das heißt, der Patientendurchlauf bleibt stabil trotz Veränderung, was in Zeiten steigenden Bedarfs wichtig ist. Auch Governance-Aspekte wie Dokumentation der baulichen Änderungen (Werkezuge, Revisionspläne) sorgen dafür, dass jederzeit Klarheit herrscht, wo welche Technik verläuft – im Störungsfall schnelle Reaktion möglich, was wiederum Ausfallzeiten minimiert. Zusammengefasst: Bauphysik und Planung bilden das Fundament, auf dem alle technischen Maßnahmen wirken. Ein solides, flexibles und patientenorientiertes Gebäude vermindert Reibungsverluste und Gefahren – somit fließen Patienten sicherer und zügiger durchs System.

Gebäudeautomation, Monitoring und Alarmierungssysteme

Gebäudeautomation (GA) und Monitoring/Alarmierung sind Querschnittsfunktionen, die sämtliche technische Anlagen vernetzen und überwachen. In einem Krankenhaus mit hochkomplexen Systemen ist eine zentrale Leittechnik unabdingbar, um den Überblick zu behalten und schnell einzugreifen, bevor Patienten betroffen sind. Diese Systeme betreffen Verfügbarkeits- und Sicherheitsrisiken ebenso wie Hygienekontrolle.

  • Funktionen der GA: Ein modernes Building Management System (BMS) sammelt Daten von Heizungs-, Lüftungs-, Klima-, Strom-, Sicherheitssystemen etc. und ermöglicht deren Steuerung von einer Leitwarte aus. Beispiel: Ein GA-System regelt die OP-Klimaanlage (Sollwerte, Zeitprogramme) und gibt Alarm bei Abweichungen (Temp, Druck). Es steuert Beleuchtung und Jalousien automatisch nach Zeit oder Wetter, was den Komfort und Energieeffizienz steigert. Energieoptimierung ist ebenso eine Aufgabe der GA: anhand Sensorwerte (Außentemperatur, Belegungsmeldungen) passt das System z. B. die Lüftungsintensität an – immer jedoch unter Priorität der Patientensicherheit (kein Absenken unter hygienisch nötige Luftmenge). Störmeldungen aller technischen Geräte laufen hier zusammen: von „Filter verschmutzt“ bis „Pumpe ausgefallen“. Dadurch hat der technische Dienst in Echtzeit ein Bild aller Anlagen.

  • Monitoring spezieller Parameter: Neben dem BMS existieren oft Spezial-Monitore: etwa ein Medizinisches Gasalarm-System an der Pforte oder Intensiv, das Leitungsdrucke visualisiert und bei Unterschreiten Alarm schlägt (akustisch und als Anrufkette). Temperaturüberwachung für Arzneimittelkühlschränke oder Laborkühler – via Sensoren, die Alarm ans FM oder Labor senden, falls Kühlung ausfällt, um Proben nicht zu verlieren. Infektionsrelevantes Monitoring: z. B. werden in OPs Differenzdrucksensoren eingesetzt; GA erfasst diese und alarmiert, wenn z. B. der OP-Unterdruck im septischen OP nicht erreicht wird. Oder es gibt Partikelzähler in Reinräumen, die ständig die Partikelzahl messen (ggf. verbunden mit Ampelsystem im OP, ob Reinheitsklasse eingehalten wird). GA kann auch Reinigungsprozesse überwachen: Etwa Raumdesinfektionsstatus – einige Kliniken markieren Räume digital als „zu reinigen“ und tracken per Sensor oder App, wenn Reinigung erfolgte, was die Belegungssteuerung im Bettenmanagement strafft.

  • Alarmierungssysteme: Neben dem technischen Monitoring gibt es Personen-Alarmierungssysteme. Beispielsweise das Schwesternrufsystem für Patientenruf: Es muss hochverfügbar sein (normativ Notstrom, siehe VDE 0834) und integriert in die FM-Strategie (technische Wartung, regelmäßige Prüfungen ob jeder Ruf ankommt). Notfallalarme – Herzalarm, Trauma-Team-Alarm – werden über Pager oder Telefone ausgelöst, was mit IT-Infrastruktur in FM-Zuständigkeit fällt. Ein spezielles FM-Thema ist die klinische Alarmkaskade bei Versagen von Infrastruktur: Z.B. definierte Alarme „Stromausfall Haus B“ werden automatisch an Techniker und Führungskräfte gesendet, ggf. parallel ein automatischer Ansagetext „Technischer Alarm“ über Lautsprecher, um Personal zu informieren. Hier greifen GA und Sicherheitskonzepte ineinander.

  • Integration mit Kliniksystemen: Das FM-Automationssystem ist idealerweise mit dem Klinikinformationssystem (KIS) verknüpft – z. B. kann ein IWMS (Integrated Workplace Management System) die Patientenbelegung und Wartungspläne koppeln. So vermeidet man z. B., dass ausgerechnet die letzte freie Intensivstation für Wartung gesperrt wird, wenn Patientenhochsaison ist. Auch können Raumbelegungsdaten genutzt werden: Ein OP, der heute nicht benutzt wird, könnte vom GA auf Sparbetrieb gestellt werden (Energieeinsparung, aber rechtzeitig wieder hochfahren vor Nutzung).

  • Digitale Zwillinge und BIM: Zukunftsorientiert setzen manche Kliniken auf digitale Zwillinge – ein virtuelles Modell, das alle Anlagen und Räume digital repräsentiert und mit Live-Daten füttert (BIM im Betrieb). Das FM kann so Simulationen fahren, z. B. was passiert bei Umbau X mit den Patientenwegen? Oder es ortet via BIM-Modell schnell den betroffenen Schieber bei einem Leck. Standardisierte Schnittstellen (openBIM, CAFM-Connect) erleichtern die Datenintegration.

  • Normen und Standards: Gebäudeautomation folgt Standardreihen wie DIN EN 15232 (Energieeffizienz durch GA), VDI 3814 (Building Automation Guidelines). Für IT-Sicherheit in GA gilt ebenso §75b SGB V – viele GA-Komponenten sind kritisch (z. B. OP-Lüftungssteuerung, siehe oben), daher durch Firewall/Netztrennung zu schützen. Für Alarmierungssysteme definieren Normen wie DIN VDE 0834 (Patientenruf), DIN EN 50518 (Alarmempfangszentralen) Mindeststandards. Zudem fordern z. B. KRITIS-Prüfer, dass es ein zentrales Störmeldemanagement gibt.

  • Wartung und Betreiberpflicht: GA-Systeme selbst müssen gewartet und upgedatet werden. Sensoren sind zu kalibrieren (z. B. Temperaturfühler, Drucksensoren nach Herstellervorgabe). Protokollierungsdaten der Leittechnik dienen als Nachweis: z. B. kann das FM anhand Historie zeigen, dass alle Parameter im grünen Bereich waren, um im Streitfall (Infektionsausbruch) belegen zu können, dass z.B. die Raumluftqualität normgerecht war. Das IWMS sammelt auch KPIs wie MTBF (Mean Time Between Failures) und MTTR (Mean Time To Repair) für Technik, was in FM-Qualitätsberichte eingeht.

  • Wirkung auf Patientendurchlauf: Effektiv fungieren GA und Monitoring als Frühwarn- und Optimierungssystem für den gesamten Betrieb. Frühwarnung: Probleme werden erkannt und behoben, bevor sie den Patienten erreichen – z. B. die GA meldet einen steigenden Lüftungsdruck (Filter bald zu), der Techniker tauscht ihn planmäßig aus, sodass es nie zu einem Ausfall kommt, der OPs verzögern würde. Oder die Überwachung sieht, dass ein Kühlgerät ausfällt, bevor Laborproben verderben, so muss kein Test wiederholt werden (Zeitgewinn). Optimierung: GA trägt zur Pufferung bei – bei Ausfall eines Systems kann es teils automatisch gegensteuern (z. B. Umschaltung auf Ersatzkühlung, Aktivierung Reserveventilator). Es erhöht auch die Transparenz: Klinikleitung und FM sehen auf Dashboards tagesaktuell Abweichungen, etwa ob Reinigungszyklen eingehalten wurden (z. B. via ATP-Messungen der Flächenreinheit). Solche Kennzahlen erlauben ein gezieltes Nachsteuern, bevor sich Probleme aufstauen. Beispielsweise zeigt ein Dashboard: „OP-Reinigungszeit heute +15 % länger als üblich“ – dann kann man sofort untersuchen, woran es liegt (mehr OPs? Personalmangel?) und Abhilfe schaffen, bevor es zu OP-Verschiebungen kommt. Das Alarmmanagement ermöglicht es außerdem, in Echtzeit auf Störungen zu reagieren, was gerade nachts/Wochenende essenziell ist – Automatismen benachrichtigen den On-Call-Techniker oder den diensthabenden Techniker per Smartphone-App, sodass keine wertvolle Zeit verloren geht. Insgesamt sorgt GA/Monitoring dafür, dass das Krankenhaus wie ein Orchester dirigiert wird: Alle technischen Teile spielen synchron und Problemstellen werden sofort korrigiert. Das reduziert Stillstandszeiten und macht den Patientendurchlauf berechenbarer und stabiler, weil Überraschungsausfälle seltener und kürzer sind.

Medizintechnische Anlagen und Gerätewirtschaft

Obgleich Medizintechnik (Diagnose- und Therapiegeräte) oft als eigener Bereich neben FM geführt wird, überschneiden sich Aufgaben stark – insbesondere gemäß MPBetreibV (Medizinprodukte-Betreiberverordnung) hat der Betreiber ähnliche Pflichten wie bei haustechnischen Anlagen. Medizintechnik-Ausfälle können den Patientendurchlauf erheblich beeinträchtigen (z. B. MRT defekt – Untersuchung verschiebt sich um Tage). Daher sollen hier kurz die FM-Maßnahmen für medizintechnische Geräte skizziert werden.

Risiken

Ein Versagen von Medizingeräten (Herz-Lungen-Maschine, Beatmungsgerät, Infusionspumpen) kann unmittelbar lebensbedrohend sein. Aber auch nicht lebenskritische Geräte wie Röntgen, Laboranalytik etc. beeinflussen Abläufe – fällt ein Gerät aus, entstehen Rückstaus an anderen Geräten oder Wartezeiten auf Reparatur. Zudem gibt es Compliance-Risiken: Ungenügende Wartung kann zu Qualitätsmängeln (ungenaue Laborwerte, falsche Dosierung) oder rechtlichen Konsequenzen führen (Verstoß gegen MPBetreibV). Ein prominentes Risiko ist auch der technische Fortschritt: Überalterte Geräte könnten Anforderungen nicht mehr erfüllen (z. B. alte Endoskope mit höherem Infektionsrisiko, alte CT mit langsamer Scanzeit) – das behindert effiziente Abläufe und ggf. Erstattungen.

FM-Maßnahmen:

  • Inventarisierung und Wartungsplanung: Alle medizinischen Geräte werden im Anlagenkataster erfasst (inkl. Risikoklassifizierung nach MPBetreibV). Für wartungspflichtige Geräte erstellt das FM bzw. die Medizintechnik-Abteilung Wartungs- und Prüfpläne (STK, MTK) entsprechend Herstellerangaben und Normen. STK = Sicherheitstechnische Kontrolle, MTK = Messtechnische Kontrolle; z. B. Defibrillatoren alle 12 Monate STK, Dosimeter alle 24 Monate MTK etc. Diese Prüfungen werden akribisch dokumentiert (Stempel im Gerätelogbuch, digital im CAFM) – die Dokumentationspflicht für Medizinprodukte beträgt 15 Jahre. Ein Verantwortlicher Medizinprodukte-Beauftragter ist benannt.

  • Wartungsverträge und schnelle Instandsetzung: Für komplexe Großgeräte (CT, MRT, Linearbeschleuniger) schließt man meist Serviceverträge mit dem Hersteller ab, die garantierte Reaktionszeiten bieten (z. B. 24h On-Site Service). Für kleinere Geräte hält die Biomed-Abteilung oft Austauschpools vor – etwa Reserve-Infusionspumpen, die sofort einspringen können, wenn eine Pumpe einen Fehler hat. So wird der klinische Ablauf nicht gestört (defektes Gerät raus, Ersatzgerät rein, Patiententherapie läuft weiter). Auch Leihgeräte von Herstellern können Brücken bei längeren Reparaturen schlagen.

  • Kalibrierung und Qualitätssicherung: Diagnostikgeräte (Labor, Bildgebung) werden regelmäßig kalibriert und auf Funktion geprüft (z. B. tägliche QA-Bilder im Radiologiegerät, Kontrollproben im Labor), oft gesetzlich vorgeschrieben (Röntgen-Verordnung fordert Konstanzprüfungen). FM/Medizintechnik stellt sicher, dass diese QA-Maßnahmen in den Workflow integriert sind, ohne zu große Ausfallzeiten zu erzeugen (z.B. Kalibrationsfahrten in der Nacht).

  • Geräte-Life-Cycle-Management: Es wird langfristig geplant, wann Geräte zu ersetzen sind, bevor Ausfallrate steigt. Dies fließt in Investitionsplanung (in Absprache mit der Klinikleitung) ein, sodass rechtzeitig neue Geräte beschafft werden können und keine Lücke entsteht. FM kann hier Benchmarks nutzen (durchschnittliche Lebensdauer CT ~10 Jahre etc.).

  • Benutzerschulung und Anwenderqualifikation: Manche Geräteausfälle sind „user errors“. Daher organisiert FM/Medizintechnik Einweisungen und Schulungen für Nutzer (MPBetreibV fordert Einweisung mit Dokumentation vor Inbetriebnahme durch Personal). Geübtes Personal bedient Geräte richtig, was Defekte und auch gefährliche Zwischenfälle (Stichwort: falsch angeschlossener O₂-Schlauch an Druckluft – daher Standardisierung, Farbkodierung und Training essentiell) verhindert.

  • IT-Integration und Cyber-Sicherheit: Viele Medizingeräte hängen im IT-Netz (Radiologie-PACS, Patientenmonitore). Hier überschneidet sich wieder FM-IT: Patches, Virenschutz (sofern möglich) und Netzwerksegmentierung schützen Geräte vor Malware. Außerdem überwachen zentrale Systeme auch Medizingeräte – z. B. senden moderne Geräte Selbstdiagnose-Logs an den Service (predictive maintenance: ein MRT meldet, dass Röhrenkühlmittel bald knapp, damit Austausch vor Ausfall erfolgt). FM nutzt solche Telemetrie, um Ausfälle zu vermeiden.

Normen und Vorgaben

MPBetreibV §§ 4–8 definieren Inbetriebnahme, Kontrolle und Instandhaltung von Medizinprodukten. Bestimmte Geräte haben eigene Normen: z. B. DIN 6870 für Röntgen-Konstanzprüfung, VDE 0751 für elektrische Sicherheit von Medizingeräten (Prüfung nach Reparatur). SGB V sieht vor, dass nur einwandfrei funktionierende Geräte betrieben werden (Qualitätsrichtlinien G-BA). Die Medizinprodukte-Sicherheitsplanverordnung fordert Meldewege bei Vorkommnissen (z. B. ein defibrillatorbedingter Zwischenfall muss ans BfArM gemeldet werden) – daher sind FM-Prozesse so aufgesetzt, dass solche Feedback-Schleifen existieren.

Wirkung auf Patientendurchlauf

Medizintechnik-FM sorgt dafür, dass medizinische Geräte verfügbar und zuverlässig sind, was Wartezeiten minimiert. Ein beispielhafter Effekt: Durch gute Wartung erreicht man >99% Verfügbarkeit bei Kerngeräten – Patienten müssen selten wegen „Gerät kaputt“ umgeplant werden. Das erhöht die Planbarkeit und Auslastung der Durchlaufprozesse (z. B. Radiologie kann wie geplant 20 Scans/Tag durchführen ohne Ausfall). Bei unvermeidbaren Ausfällen ermöglicht ein kluges FM (inkl. Reservegeräte) einen nahtlosen Übergang: Der Patient merkt idealerweise nichts davon, weil ein anderes Gerät eingesetzt wird oder der Termin auf denselben Tag in anderem Haus vorgezogen wird (z.B. Kooperationsvertrag mit Nachbarklinik). Auch Safety-Aspekte beeinflussen Durchlauf: Sichere Geräte bedeuten weniger Zwischenfälle – ein Zwischenfall (z. B. Stromschlag durch Defibrillator mit Isolationsfehler) würde nicht nur den Patienten gefährden, sondern auch Abläufe stören durch Untersuchungen, Berichte etc. Proaktives FM verhindert solche Störungen. Schlussendlich trägt die kontinuierliche Geräteerneuerung dazu bei, dass moderne Technik verfügbar ist, die oft schnellere Untersuchungen/Therapien erlaubt (neuer CT = kürzere Scanzeiten = mehr Patienten pro Tag). Summiert man alle diese Effekte, so stellt die medizintechnische Betreuung durch FM einen der Grundpfeiler für einen reibungslosen, zeitoptimierten Patientendurchlauf dar.

Lebenszyklusorientierte Maßnahmen: Planung, Betrieb, Umbau, Instandhaltung

Bauliche und technische Maßnahmen müssen stets im Lebenszykluskontext betrachtet werden – von der ersten Planung über jahrzehntelangen Betrieb bis zu Umbauten oder Erweiterungen.

In jedem Abschnitt greifen unterschiedliche Strategien:

  • Planungs- und Bauphase: Hier werden durch vorausschauende Planung die Weichen für einen effektiven Patientendurchlauf gestellt. Anwendung finden Prinzipien des “Design for Healthcare“: kurze Wege, logistische Trennung, Erweiterungsflächen. Normen wie DIN 13080 helfen, keine wichtigen Funktionsstellen zu vergessen. FM-Expertinnen sollten früh eingebunden sein (planungs- und baubegleitendes FM), um Betriebssicht einzubringen – z. B. darauf achten, dass ausreichend Schächte für spätere Kabel liegen, dass Wartungsräume neben OPs schallisoliert sind, etc. Im Neubau werden zudem aktuelle Technologien gleich mit eingeplant (z. B. digitale Infrastruktur, Sensoren, Building Information Modeling für das Betriebsmanagement). Abnahmeprüfungen* am Ende der Bauphase ( TÜV-Abnahmen, Hygieneabnahmen) sichern, dass das Gebäude betriebsbereit und normgerecht ist.

  • Betriebsphase: Im laufenden Betrieb ist Instandhalten vor Neuanschaffen die Devise – regelmäßige Wartung nach Herstellervorgaben, wie bereits pro Gewerk beschrieben, und darüber hinaus zustandsorientierte Instandhaltung (Condition Monitoring, Schwingungsanalysen, etc.) um optimale Nutzungsdauer zu erzielen. Das FM etabliert ein CAFM/IWMS-System zur Verwaltung aller Wartungs-, Prüf- und Dokumentationspflichten. Ebenso werden Energie- und Ressourcenmanagement betrieben (z. B. Optimierung der Verbräuche nach DIN ISO 50001) – neben Kosten hat dies auch Resilienz-Effekte: Ein energieeffizientes Haus hat z. B. mehr Puffer bei Notstrom (die Dieselvorräte reichen länger, wenn das Haus weniger Energie braucht). Während der Betriebsphase achtet FM auf Änderungsmanagement: Jede bauliche oder anlagentechnische Änderung wird dokumentiert (Pläne fortschreiben, damit im Störungsfall die aktuelle Anlage bekannt ist). Regelmäßige Risikoreviews (z. B. jährliche Überprüfung des Notfallplans nach DIN ISO 22301) mit Lessons Learned aus Beinahe-Ereignissen halten die Organisation lernfähig.

  • Umbau/Erweiterung: Wie beschrieben, werden Umbauten möglichst ohne Betriebsunterbrechung realisiert. Dafür kann man Interimslösungen nutzen: z. B. Container-OPs oder Bettenstationen aus Modulbauten, die temporär aufgebaut werden (in Pandemiezeiten z. B. eingesetzt). Wichtig ist die Kommunikation: Patienten und Mitarbeiter müssen wissen, wie sie trotz Baustelle zurechtfinden (Leitsystem anpassen, Baustellenlärm ankündigen). Umbauten erfordern oft Anpassung von Brandschutzkonzept, Hygieneplänen – FM koordiniert das mit Behörden (Baubehörde, Gesundheitsamt) und sorgt für rechtzeitige Abnahmen, damit es nicht in letzter Minute zu Verzögerungen kommt (eine nicht freigegebene OP-Saal-Umbau könnte geplante OPs verhindern).

  • Rückbau und Entsorgung: Am Ende des Lebenszyklus (oder bei Umnutzung) muss ein Krankenhausgebäude auch zurückgebaut werden können, ohne die Umwelt oder noch laufende Teile des Betriebs zu gefährden. Schadstoffquellen (Asbest, PCB) sind schon während Betrieb bekannt und gekennzeichnet, damit im Rückbau korrekt entsorgt wird. Rückbauphase beeinflusst keinen Patientendurchlauf mehr, sei aber der Vollständigkeit halber erwähnt.

Zeitliche Risiken minimieren

Zu jedem Lebenszyklus-Schritt gehört das Timing: Wartungen nachts, Umbauten in Ferienzeiten oder staffelweise, Neubauten idealerweise parallel zum Altbetrieb etc., um Stoßzeiten zu umgehen. Nachtbetrieb/Feiertage: FM hält Notdienste und Rufbereitschaften bereit, sodass 24/7 jemand einsatzfähig ist. Oft werden Schichtmodelle eingesetzt (ein Techniker nachts vor Ort für erste Eingriffe). An Wochenenden kann eine reduzierte FM-Mannschaft laufen, aber kritische Posten (z. B. Leitwarte mit Alarmaufschaltung) bleiben besetzt – all dies ist organisatorisch im Dienstplan verankert.

Interaktion mit klinischem Personal

Lebenszyklusmaßnahmen gelingen nur, wenn FM eng mit Medizin/Pflege kooperiert. Beispielsweise sollte die OP-Leitung in Wartungsplanungen involviert sein, um Gelegenheitsfenster zu finden (etwa Wartung der ZSV-Batterien in Sommerferien, wenn planbare OP-Zahlen geringer). Umgekehrt informiert das Klinikmanagement FM frühzeitig über neue med. Leistungen (z. B. Einführung einer PET-CT Diagnostik), damit FM die räumlichen/technischen Voraussetzungen vorbereiten kann. So wird antizipativ agiert statt reaktiv – ein Kennzeichen hohen Organisationsreifegrads.

In Summe stellt das lebenszyklusorientierte FM sicher, dass Planungslücken, Wartungsstau oder Umbauchaos gar nicht erst entstehen, sondern früh adressiert werden. Dadurch werden die technischen Maßnahmen nachhaltig wirksam und der Klinikbetrieb bleibt über Jahrzehnte hinweg sicher und stabil.

Einige Beispiele illustrieren diese Interaktionen:

  • OP-Verfügbarkeit: Die technische Infrastruktur (Strom, Klima, Sterilgut, Medizingase) garantiert, dass ein OP-Saal jederzeit einsatzbereit ist. FM-Maßnahmen wie Laminar-Airflow und strikte Hygiene (Reinigung DIN 13063) sorgen für keimarme Bedingungen, wodurch weniger postoperative Infekte auftreten – das hält die OP-Kapazität hoch, weil keine Saalschließungen wegen Ausbrüchen nötig sind. Redundante Systeme (zwei Autoklaven, zwei Lüftungsgeräte) erlauben es, dass OPs planmäßig laufen, selbst wenn ein Gerät ausfällt. Wichtig ist die Abstimmung: Technisches und OP-Personal koordinieren Wartungsfenster, z. B. ein OP wird für Filterwechsel blockiert, während andere weiterlaufen – so bleiben immer genügend OPs offen, um den Operationsplan (Patientendurchlauf) nicht zu gefährden.

  • Reinigungs- und Desinfektionszyklen: Reinigung gehört zum infrastrukturellen FM. Ausreichende personelle und technische Ressourcen (Reinigungsteams, Maschinen) sind nötig, um Patientenzimmer und OPs zügig wieder nutzbar zu machen. FM stellt z. B. durch gute Gebäudeplanung sicher, dass Reinigungslogistik schnell ist: Bereitstellungsschächte für Wäsche, kurze Wege für Reinigungskräfte, genügend Reinigungsgeräte pro Bereich. Normgerechte Aufbereitungsräume auf Station (Raumgrößen nach RKI-Empfehlung, getrennt rein/unrein) ermöglichen effiziente Arbeitsabläufe im Hygienemanagement. Auch High-Tech-Lösungen – wie UVC-Desinfektionsroboter oder Raumnebel-Desinfektion – können vom FM eingeführt werden, um z.B. Isolationszimmer schneller wieder belegen zu können (verkürzt die Sperrzeit nach einem Patienten mit multiresistenter Infektion). FM achtet zudem darauf, dass Reinigungsmittel und -verfahren baulich verträglich sind (Böden, Oberflächen beständig), damit keine Materialschäden zu Ausfall von Räumen führen. Reinigungsqualität wird teils messtechnisch überwacht (ATP-Biomonitore), wobei das FM die Auswertung mit organisiert.

  • Transportlogistik: Wie oben ausführlich beschrieben, separiert FM die Pfade von Patienten, Personal und Material. Das ermöglicht, dass z. B. Patiententransporte nicht durch Versorgungsfahrten aufgehalten werden. Zusätzlich bringt FM hier Digitalisierung ein: etwa Transportleitsysteme, die Fahrten priorisieren – ein Notfalltransport wird via Pager angekündigt, sodass Aufzüge reserviert werden. Mit FM-Maßnahmen wie Bettenmanagement-System kann automatisch ein Patiententransport angefordert werden, sobald eine Untersuchung fertig ist, was Wartezeiten abbaut. Interaktion mit klinikbetrieb: Pflegekräfte buchen Transport über eine App, FM stellt über das System sicher, dass genügend Portier-Personal da ist, und optimiert Routen. So fließen Patienten schneller durch Diagnostik- und Therapieschritte.

  • Isolationsmanagement: Bei Infektionspatienten (z. B. COVID-19, MRSA) muss der FM-gestaltete bauliche Rahmen (Isolationszimmer mit Schleusen, Unterdruck etc.) mit klinischen Abläufen harmonieren. FM unterstützt Kliniker, indem es entkoppelte Bereiche einrichtet: separate Station oder Flure für Isolationspatienten, damit andere Patientenwege unberührt bleiben. Das verhindert, dass ein Isolationstransport einen ganzen Aufzug blockiert (viele Häuser hatten für COVID eigene Transportkorridore). Außerdem stellt FM Verbrauchsmaterial-Lager in Schleusen bereit (persönliche Schutzausrüstung), was die Prozesszeit für das An- und Ablegen verkürzt. Überwachung durch RKI-Checklisten und FM-Dokumentation zeigt, dass Betreiberpflichten (Raumdesinfektion, Lüftungsprüfungen) eingehalten werden – dies gibt dem klinischen Hygieneteam Vertrauen und ermöglicht, Bettenkapazitäten optimal zu nutzen (z. B. kein unnötiges Freihalten von Isolationsbetten aus Angst vor Technikversagen).

  • Sterilgutversorgung (AEMP): FM koordiniert die Technik in der zentralen Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte: Dampfsterilisatoren, Reinigungsautomaten, Lüftung. Hohe Anlagenverfügbarkeit hier ist kritisch, sonst stockt der gesamte OP-Durchlauf, wenn keine sterilen Instrumente bereitstehen. Maßnahmen: Redundante Steri-Autoklaven, Notfallpläne (Zusammenarbeit mit externer Sterilgutversorgung bei eigenem Ausfall). Klinischer Betrieb und FM planen gemeinsam Puffer: etwa ein Instrumentenpuffer für 1–2 Tage, um kurze Ausfälle zu überbrücken. So wird der OP-Betrieb nicht sofort beeinträchtigt, wenn ein Steri defekt ist – FM hat Zeit, ihn zu reparieren oder Alternativen bereitzustellen.

  • Versorgung mit Medikamenten und Materialien: FM-Unterstützung bei Lagerhaltung (Kühlräume, Apothekensicherungen) gewährleistet, dass Medikation nicht wegen Kühlkettenproblemen fehlt. Auch Notstrom für Apothekenkühlschränke ist FM-Thema. Das verhindert Behandlungspausen (eine Chemo verschieben, weil Kühlschrank ausgefallen -> vermieden). Ähnlich sorgt FM dafür, dass Materiallogistik (z.B. durch automatische Lager oder Barcode-Systeme) effizient läuft, sodass Pflege nicht lange auf Nachschub warten muss – das hält die Pflege am Patienten statt mit logistischen Aufgaben beschäftigt.

  • Personal- und Patientenkomfort: Letztlich wirken FM-Maßnahmen auch indirekt: Zufriedenes Personal (weil gute Arbeitsbedingungen, z. B. funktionierende Klimaanlage im Sommer, wenig Ausfall der Geräte) arbeitet effizienter und fällt seltener aus – das erhält die betriebliche Leistungsfähigkeit und stabile Patientenschlüssel. Zufriedene Patienten (angenehme Umgebung) kooperieren besser, beschweren sich weniger – das entlastet administrative Prozesse. Diese weichen Faktoren summieren sich zu einem positiven Einfluss auf den Durchlauf: Weniger Reibung, weniger Verzögerung durch Frust oder Unwohlsein.

Nachweisführung und Betreiberpflichten gemäß Normen und Gesetzen

Krankenhausbetreiber tragen eine hohe rechtliche Verantwortung für den sicheren Betrieb aller Anlagen. Das Einhalten von Normen und Gesetzen dient nicht nur der Rechtssicherheit, sondern vor allem der Patientensicherheit – es ist also integraler Bestandteil der FM-Maßnahmen.

Betreiberverantwortung

Nach § 823 BGB (Schadensersatzpflicht bei Verletzung von Verkehrssicherungspflichten) haftet der Betreiber für Schäden durch unsicheren Betrieb. Diese Verantwortung kann zwar intern delegiert werden (z. B. an Technischen Leiter, §13 BetrSichV), entbindet die Geschäftsführung aber nicht von der Überwachungspflicht. Klinisches FM implementiert daher ein Compliance-System, um allen Betreiberpflichten gerecht zu werden. Dazu gehört die Ernennung verantwortlicher Personen (Medizinprodukte-Sicherheitsbeauftragter, Strahlenschutzbeauftragter, Hygiene-Beauftragter etc.) und die Etablierung klarer Prozesse zur Pflichtenübertragung.

Wichtige Rechtsvorschriften:

  • Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV): Sie regelt die Verwendung von Arbeitsmitteln (dazu zählen klinische Anlagen wie Aufzüge, Sterilisatoren, Druckbehälter) und fordert regelmäßige Prüfungen durch befähigte Personen, eine Gefährdungsbeurteilung für jedes Arbeitsmittel sowie ein Prüfbuch. Z. B. Druckbehälter (wie Kessel, O₂-Tank) jährlich durch ZÜS, elektrische Anlagen wiederkehrend etc. FM führt ein Prüfkataster, in dem alle Fristen und Prüfnachweise lückenlos hinterlegt sind.

  • Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV): Sie konkretisiert das MPG. §§ 6–8 MPBetreibV verlangen, dass der Betreiber Funktionsprüfungen und Instandhaltungen von Medizinprodukten dokumentiert und Verantwortliche benennt. Auch die Einweisung der Anwender ist hier vorgeschrieben. Ein Verstoß (z. B. fehlende Wartung eines Defibrillators) kann Ordnungswidrigkeiten oder im Schadenfall sogar Strafbarkeit nach sich ziehen. FM erfüllt dies durch Wartungspläne, Prüfprotokolle und Einweisungsnachweise – oft in Zusammenarbeit mit der medizintechnischen Abteilung.

  • Gesetzliche Hygienevorgaben: Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) verpflichtet Kliniken, nach Stand der Wissenschaft Infektionen vorzubeugen. Die Kommission für Krankenhaushygiene (RKI/KRINKO) gibt Richtlinien heraus (z. B. Anforderungen an Hygiene bei Operationen, an Aufbereitung von Medizinprodukten), die quasi verbindlich sind. FM muss z. B. gemäß KRINKO-Empfehlung sicherstellen, dass baulich-funktionell bestimmte Parameter gegeben sind (etwa keine Wasserentnahmestellen im OP, Schleusensysteme, geeignete RLT). Die RKI-Richtlinien sind zwar keine Gesetze, doch Gerichte werten sie als „allgemein anerkannte Regeln“ – Nichteinhaltung wäre schwer zu rechtfertigen. Daher werden sie im FM als Norm eingeplant.

  • DIN- und VDE-Normen: Viele Normen haben quasi-gesetzlichen Charakter, da sie in Verordnungen oder Unfallverhütungsvorschriften referenziert werden. Schon erwähnt: DIN VDE 0100-710 (Pflicht in vielen Bundesländern per Bauordnung für Krankenhäuser), DIN 1946-4 (häufig Forderung der Hygienebehörden), TrinkwV verweist auf DVGW-Regeln etc. Das FM muss auf dem Laufenden bleiben, wenn Normen aktualisiert werden – etwa die Novelle von DIN 1946-4:2018 erhöhte gewisse Prüfanforderungen, was FM anpassen musste. Manche Normenreihen (z. B. DIN EN 15221 / ISO 41001 für FM-Management) sind freiwillig, dienen aber als Qualitätsmaßstab im FM.

  • KRITIS-B3S und IT-Sicherheit (§75c SGB V): Seit 2021 müssen große Kliniken nachweisen, dass sie ihre IT nach dem Stand der Technik schützen. Dazu gehört auch der Bericht an Aufsichtsbehörden (BSI/KBV). Im FM-Kontext fließt das ins Risikomanagement und erfordert regelmäßige externe Audits/Penetrationstests. Im Fall einer Nicht-Umsetzung drohen Sanktionen bis hin zur Schließung bestimmter Bereiche (im Extremfall).

  • Arbeitsrechtliche Vorschriften: ArbStättV und die Technischen Regeln (ASR) definieren z. B. Mindestbelüftung pro Person, Raumtemperaturen, Pausenräume – FM muss diese einhalten, sonst drohen Auflagen von der Aufsichtsbehörde oder Berufsgenossenschaft. Ebenso wichtig: Elektrosicherheit nach DGUV Vorschrift 3 – jährliche Prüfung med. genutzter ortsveränderlicher Geräte, etc. All das erfordert Planung und Nachweis.

  • Sozialgesetzbuch V / Qualitätssicherung: Indirekt relevant sind Qualitätsvorgaben: z. B. OPS Codes oder G-BA Richtlinien, die bauliche/technische Voraussetzungen definieren (eine Schlaganfallstation muss Monitoring haben, eine Geburtsklinik Kreißsaal-OP innerhalb x Metern etc.). SGB V §135 ff. fordern Qualitätssicherung – falls ein Haus diese strukturellen Voraussetzungen nicht erfüllt, kann es Leistungen nicht abrechnen. FM muss also auch strukturqualitätsrelevante Merkmale sicherstellen, z. B. die Vorhaltung von Notstrom für bestimmte Eingriffe, von definierter Medizintechnik pro Bett.

Nachweisführung (Dokumentation): Eine Kernaufgabe des FM ist das Führen aller relevanten Dokumente:

  • Gebäudebuch/Anlagenkataster: Enthält Übersicht aller technischen Anlagen, Räume, Baujahr, Verantwortliche.

  • Wartungspläne und Prüfprotokolle: Jeder Prüftermin wird dokumentiert (digital oder Papier). Aufbewahrung mindestens 10 Jahre (BetrSichV) bzw. 15 Jahre für Medizinprodukte.

  • Gefährdungsbeurteilungen: Für alle Anlagen werden diese erstellt und archiviert.

  • Betriebsanweisungen und Logbücher: z. B. Fahrtenbücher für Notstromtests, oder das Trinkwasser-Wartungsbuch (Spülpläne, Temperaturprotokolle).

  • Notfallpläne und Übungsnachweise: Dokumentation von Notstromtests, Evakuierungsübungen etc.

Bei Audits oder im Schadensfall muss FM all dies vorlegen können – das ist oft der entscheidende Schutz vor Haftung: Wenn man nachweisen kann, alles Erforderliche getan und geprüft zu haben, mindert dies strafrechtliche Vorwürfe (fahrlässige Tötung, §222 StGB, oder Körperverletzung). Um stets auskunftsfähig zu sein, setzen viele Kliniken auf digitale Dokumentenmanagementsysteme, strukturiert nach ISO 9001, in dem alle relevanten Nachweise abgelegt und versioniert werden. Manche sind auch zertifiziert (z. B. durch GEFMA 160 für FM-Dokumentation).

Konsequenzen bei Verstößen

Neben dem bereits genannten Haftungs- und Strafrisiko drohen behördliche Maßnahmen: Das Gewerbeaufsichtsamt oder Gesundheitsamt kann Stationen schließen, wenn erhebliche Mängel vorliegen (z. B. Legionellenbefall ohne Reaktion, defekte Brandmelder). Weiterhin können Zertifizierungen (etwa KTQ, JCI) entzogen werden, was Image und ggf. Patientenströme beeinflusst. Versicherungen könnten im Schadenfall die Deckung ablehnen, falls grobe Pflichtverletzung (z. B. keine Wartung) vorlag. Daher investiert ein „rechtskonformes“ FM viel in lückenlose Einhaltung aller Vorschriften.

Governance im FM

Kliniken etablieren dazu FM-Compliance-Komittees, Risikomanagement-Workshops und nutzen Normen wie ISO 31000 (Risikomanagementprozesse) im Zusammenspiel mit ISO 9001 (Qualitätsmanagement). Das bedeutet, FM ist nicht nur technisch, sondern auch administrativ-strategisch aufgestellt: Audits, Benchmarking, kontinuierliche Verbesserung sind fester Bestandteil. So wendet man z. B. interne Audits (FM-Audit) an, um regelmäßig Schwachstellen aufzudecken, bevor externe Prüfer oder Vorfälle es tun.

Letztlich zeigt die Nachweisführung und Erfüllung der Betreiberpflichten gegenüber Normen und Gesetzen auch eine Kultur der Sicherheit: Sie dokumentiert dem Personal und den Patienten, dass Sicherheit und Stabilität proaktiv gemanagt werden – was Vertrauen schafft, das wiederum die Zusammenarbeit und Compliance (z. B. Hygieneregeln einhalten) fördert. Dieses Zusammenspiel von Governance und operativer Exzellenz garantiert nachhaltig einen sicheren und stabilen Patientendurchlauf.

Ein Blick ins Ausland zeigt bewährte Strategien im Facility Management, die – wo passend – auch in deutschen Kliniken Anwendung finden (oder finden sollten):

  • NHS (Großbritannien) – Health Technical Memoranda (HTM): Der NHS hat detaillierte technische Richtlinien (HTMs) für Krankenhausinfrastruktur. Diese Best Practices betonen Standardisierung, Risikoklassen und Redundanz. Beispielsweise HTM 02-01 für medizinische Gase fordert ähnlich wie DIN ISO 7396 redundante Versorgung und regelmäßige Notfallübungen; HTM 03-01 für Lüftung in OPs stipuliert regelmäßige Validierungen und Mindestluftwechselraten analog DIN 1946-4. Britische Krankenhäuser setzen verstärkt auf „Authorised Engineers“ – spezialisierte Fachingenieure, die bestimmte Gewerke (Dampf, Elektro, Gas) auditieren und abnehmen. Das schafft eine zusätzliche Sicherheitsinstanz. Auch „Permit-to-work“-Systeme sind etabliert: kein Techniker arbeitet an kritischen Systemen ohne schriftliche Freigabe und Risikoanalyse – identisch zu §13 BetrSichV in DE, aber oft noch stringenter gelebt. Die NHS-Krankenhausplanung integriert zudem Infection Control Teams in Bauprojekte (IPC Teams), um sicherzustellen, dass baulich-hygienische Aspekte von Anfang an berücksichtigt werden. Deutsche Kliniken verfolgen solche Ansätze zunehmend, z.B. Pflicht zur Hygienefachkraft bei Bauabnahmen, aber die institutionalisierten Rollen wie in UK könnten noch übertragen werden.

  • USA – Joint Commission Environment of Care: US-Krankenhäuser, akkreditiert durch die Joint Commission (TJC), müssen strenge Environment of Care (EoC)-Standards einhalten. Diese umfassen u.a. Safety, Fire Safety, Medical Equipment, Utilities Management. Eine Best Practice dort ist der „Utilities Management Plan“, in dem alle Ausfallszenarien (Strom, Wasser, Dampf, Medgas) mit konkreten Maßnahmen hinterlegt sind – ähnlich dem deutschen Notfallplan, jedoch stärker operationalisiert. Joint Commission verlangt auch jährliche Risikobewertungen und Übungen (z. B. Simulation eines kompletten Stromausfalls) und überprüft Nachweise. Ein Konzept, das aus den USA kommt und in Deutschland vermehrt übernommen wird, ist die Infection Control Risk Assessment (ICRA) bei Bauarbeiten: Vor Baubeginn wird systematisch bewertet, wie sich Staub, Lärm, Vibration auf Patienten auswirken könnten, und entsprechende Schutzmaßnahmen werden vorgeschrieben (Staubwände, Unterdruck, zeitliche Koordination). Deutsche Hygienerichtlinien fordern das implizit auch, aber die formalisierte ICRA-Matrix des American Society of Healthcare Engineering findet zunehmend Anklang, weil sie Verantwortlichkeiten klar zuweist.

  • Skandinavien – Resilienz und Nachhaltigkeit: In skandinavischen Ländern werden Krankenhäuser oft als „Heilende Architektur“ gebaut: viel Tageslicht, natürliche Materialien, flexible Räume. Diese Prinzipien fördern nicht nur Wohlbefinden, sondern auch Resilienz – z. B. leicht umnutzbare Zimmer, die im Pandemiefall schnell von Normal- zu Isolierstation umgerüstet werden können (schon beim Bau Schleusentüren vorgesehen, Lüftung umschaltbar auf Einzelzimmerbetrieb etc.). Eine Best Practice ist hier die generische Raumplanung: viele identische Raumtypen, modulare Wände, damit zügig Abteilungen reorganisiert werden können (in DE teils verfolgt in Neubauten nach DIN 13080, aber Erweiterbarkeit könnte noch stärker berücksichtigt werden). Auch Energieautarkie ist ein Thema: Etliche skandinavische Kliniken haben Inselnetz-Fähigkeit (kleine Blockheizkraftwerke, große Batteriepuffer), um im Krisenfall tagelang laufen zu können – ähnlich der deutschen Forderung nach 24 Stunden Notstrom, aber dort oft noch länger.

  • Schweiz/Australien – Notfallmanagement und Übungen: Schweizer Kliniken unterhalten in Zusammenarbeit mit Zivilschutz und Armee erweiterte Notfallpläne (z. B. Evakuierung ganzer Spitäler bei Katastrophen) und üben diese regelmäßig mit Einbindung von Rettungsdiensten und Behörden. Das geht über das Minimum hinaus und schafft eingespielte Abläufe. In Australien gibt es z.B. jährliche Hospital Disaster Planning Summits, in denen auch FM-Themen (Wassermangel bei Dürre, Hitzewellen mit Klimaanlagenausfall) durchgespielt werden. Diese Kultur des intensiven Übens könnte deutschen Häusern ebenfalls nutzen – wobei einige Uniklinika hier bereits offensiv sind (z. B. großangelegte Blackout-Übungen zusammen mit Städten).

  • Technologieeinsatz (International): Japanische und koreanische Krankenhäuser sind Vorreiter in Robotik (Transportroboter, Pflegeroboter) – im FM-Kontext interessant wegen der Infrastruktur: spezielle Aufzugssteuerungen, Ladestationen, bauliche Anpassungen. Solche Innovationen werden auch in Deutschland pilotiert (fahrerlose Transportroboter in Uniklinik Hamburg oder Freiburg). Wichtiges Learning: die Interoperabilität. Japan setzt Standardprotokolle für Krankenhausroboter, damit mehrere Systeme koordiniert arbeiten. Hier kann Deutschland profitieren, Standards früh zu setzen, damit neue Technologien sich reibungslos ins FM integrieren lassen (z. B. VDI arbeitet an Richtlinien für Serviceroboter in Kliniken).

Es zeigen internationale Best Practices, dass viele Prinzipien universell sind – Redundanz, Standardisierung, proaktive Risikoanalyse, Übungen. Deutsche Kliniken sind durch strenge Normen wie DIN/VDE bereits auf hohem Niveau, doch eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung und der systematischen Auswertung von Störfällen international kann noch weiter ausgebaut werden. Wichtig ist immer die Übertragbarkeit prüfen: Manche US-Regeln etwa basieren auf NFPA-Standards, die nicht 1:1 passen (andere Maßeinheiten, andere Bauweisen). Dennoch, Konzepte wie ICRA oder Utility Management Plans lassen sich an deutsches Recht anpassen. Die zusätzliche unabhängige Prüfung (wie Authorised Engineer in UK) könnte in DE z.B. durch verstärkte TÜV/GefMA Zertifizierungen abgebildet werden.

In Summe sind die internationalen Erfahrungen ein wertvoller Fundus, um das eigene FM auf den Prüfstand zu stellen und wo sinnvoll zu verbessern – stets mit dem Ziel, Patientensicherheit und Prozessstabilität weiter zu erhöhen.

Anspruch

Ein klinisches Facility Management verzahnt bauliche und technische Maßnahmen so mit den medizinischen Prozessen, dass Risiken aller Art beherrscht und der Patientendurchlauf so wenig wie möglich beeinträchtigt wird. Technische Gewerke – von Raumlufttechnik über Strom und Medizinalgase bis zur Gebäudeautomation – werden redundant, normkonform und wartungsoptimiert ausgeführt, um höchste Verfügbarkeit zu garantieren. Bauliche Strukturen – Brandabschnitte, getrennte Verkehrswege, ergonomische Räume – schaffen Puffer und Entkopplung, sodass lokale Störungen nicht das ganze System lahmlegen. Hygienische Einrichtungen und Überwachung – Speziallüftung, Wasserhygiene, Reinigungskonzepte – sichern die Qualität und Sicherheit der Versorgung, was Ausfälle durch Infektionen vorbeugt. Über all dem wacht ein engmaschiges FM-Governance-System: Normen und Gesetze werden stringent eingehalten, Prüfungen lückenlos dokumentiert, Risiken kontinuierlich analysiert und Notfallszenarien geprobt.

Die Wirkung auf den Patientendurchlauf ist deutlich: Durchlaufzeiten verkürzen sich durch reibungslose Abläufe ohne technische Wartezeiten, Verfügbarkeit steigt durch wenige Ausfälle und schnelle Problemlösungen, Hygiene und Sicherheit schützen Patienten vor zusätzlichen Belastungen (Infektionen, Zwischenfälle), was ihre Behandlung nicht verzögert. Zudem stiftet ein zuverlässiges Umfeld Vertrauen – Patienten fühlen sich in guten Händen, Mitarbeiter können sich auf die Technik verlassen – was die Prozesseffizienz weiter fördert.

Die folgenden Tabellen fassen die wichtigsten Erkenntnisse zusammen – zunächst eine Übersicht pro Gewerk mit Risiken, Gegenmaßnahmen, Normen und Ausfallauswirkungen, und anschließend eine integrative Matrix, die zeigt, wie verschiedene Maßnahmen auf Aspekte wie Pufferbildung, Entkopplung, Verfügbarkeit, Hygiene und Governance wirken.

Technisches Gewerk

Risiken & typische Failure Modes

Bauliche/technische Lösungen (Maßnahmen)

Wichtige Normen/Gesetze

Auswirkungen bei Ausfall (auf Durchlauf)

Raumlufttechnik (Klima)

– Keimverbreitung bei unzureichender Luft
– Ausfall von Lüftung in OP/ISO (führt zu OP-Stopp)
– Komfortverlust (zu heiß/kalt)

– TAV-Decken in Reinraum-OPs (Laminarflow)
– Redundante RLT-Geräte, USV für Steuerung
– Druckkaskaden (Über-/Unterdruck) mit Sensorüberwachung
– VDI 6022 Hygieneinspektionen & Filterwechselplan

DIN 1946-4 (Krankenhaus-RLT) VDI 6022 (Lüftungshygiene) KrankenhausbauVO (Bauluftwechsel)

– OP-Säle unbenutzbar, OP-Verschiebungen
– Infektionsgefahr steigt (postoperative Infektionen)
– Patientenunwohlsein, verlängerte Genesung bei Klimaausfall

Elektrische Versorgung

– Netzausfall (Blackout) extern
– Kurzschluss/Schmorbrand intern
– Spannungsschwankungen beschädigen Geräte

– 2 unabhängige Einspeisungen, Mittelspannungsringe
– Diesel-Notstromaggregate (≤15 s Überbrückungszeit)
– USV-Anlagen für empfindliche Geräte
– Selektive Schutzschaltungen, Isolationsüberwachung

DIN VDE 0100-710 (med. Bereiche) EN 50160 (Spannungsqualität BetrSichV/DGUV 3 (Prüfintervalle)

– Totalausfall aller aktiven Prozesse (OP, Intensiv) binnen Sekunden
– Patientenleben akut gefährdet ohne Notstrom
– Datenverlust (IT), OPs abbrechen, Geräte Reset (Verzögerung)

Med. Gasversorgung

– O₂-Druckabfall (Erstickungsgefahr)
– Druckluftkontamination (Öl, Keime)
– Undichte Stellen/Leckagen (Versorgung reißt ab)

– Zentrale O₂-Tanks + Reservesysteme, auto. Umschaltung
– Doppelkreissystem auf Intensiv (Backup-Leitungen)
– Frühwarnsensoren Druck/Flow, Alarm an Leitwarte
– Vorrätige Mobilflaschen, Notfallplan (Handbeatmung)

DIN EN ISO 7396-1 (Rohrleitungssysteme) MPBetreibV (Wartung, Prüfungen) BetrSichV (Tank-Prüfung)

– Innerhalb Sekunden lebensbedrohlich auf Intensiv/OP
– OPs abbrechen, Patienten intubieren mit Ambubeutel (nur kurze Zeit machbar)
– Stationen müssen evakuiert werden, wenn O₂ lange fehlt

Trinkwasser & Sanitär

– Legionellenbefall (Infektionsausbruch)
– Wasserrohrbruch oder Ausfall der Versorgung
– Verbrühungsgefahr vs. Hygiene (Temperaturkonflikt)

– Warmwasser ≥60 °C, Zirkulationspumpen
– Legionellen-Jahreskontrolle, bei Befund: thermische/chem. Desinfektion
– Totleitungen entfernen, Stagnationsspülpläne
– Doppelwasseranschlüsse bzw. Notverbund zu Nachbargebäude

Trinkwasserverordnung (§14b jährl. Prüfung) DVGW W551/W552 (Anlagenbetrieb) VDI 6023 (Hygiene in TW-Installationen)

– Legionellenausbruch: Stationenschließung, Aufnahmestopp, Pat. müssen evakuiert/durchgecheckt (sehr große Störung)
– Kein Wasser: OPs, Dialyse, Aufbereitung fallen sofort aus
– Hygiene sinkt, Infektionen nehmen zu (längere Liegezeiten)

IT/Kommunikation (IT/OT)

– Serverausfall/KIS down (keine Pat.info
– Cyberangriff (Daten verschlüsselt, Geräte gestört)
– Netzwerk unterbrochen (Gerätevernetzung bricht)

– Redundante Server und Speichersysteme (geklonte Rechenzentren)
– Netzwerk-Backbones doppelt, Ausfallswitches
– ISO 27001 ISMS + regelmäßige PenTests (KRITIS)
– Segmentierung: Medizingeräte in eigenem VLAN, Firewall
– Tägliche Backups, Notfall-Handzettel (Papier) als Fallback

§75c SGB V (KRITIS-IT-Standard) BSI-Gesetz (Meldepflicht gravierender IT-Störungen) DIN EN 80001 (IT-Netzwerke Med-Produkte)

– Patientenaufnahme und Doku muss auf Papier umstellen (sehr zeitaufwändig) –> Stau
– Labor/Radiologie-Befunde verzögert oder unmöglich (Therapie wartet)
– Evtl. Abweisungen von Patienten (bei großem IT-Ausfall)

Brandschutzsysteme

– Feuer oder Rauch in Station/OP (Patienten in Gefahr)
– Fehlalarm (Unterbrechungen, Panik)
– Sprinklerfehlfunktion (Wasserschaden)

– Brandabschnitte T30/T90, Rauchschürzen, automatische Türschließer
– Autom. Brandmeldeanlage, direkt Feuerwehralarm
– Sprinkler in risikohohen Bereichen, Feuerlöscher flächendeckend
– Rauchabzugsanlagen, Druckbelüftete Fluchtwege
– Evakuierungspläne, Brandschutzhelfer-Training

Landesbauordnungen + KHBauVO (Sonderbau Krankenhaus) DIN 14675 (BMA) Arbeitsstättenregeln (Fluchtwege) DGUV I 205-003 (Krankenhaus Brandschutz)

– Station muss sofort geräumt werden, Ops abgebrochen, Intensivverlegung –> massive Disruption
– Selbst kleiner Brand -> evtl. Ausfall von OP-Saal (Ruß, Reinigung) für Tage
– Fehlalarme: Unterbrechungen, Vertrauensverlust, aber weniger gravierend als Realbrand

Aufzüge & Transport

– Aufzug bleibt stecken (Pat. eingeschlossen)
– Lift ausgefallen -> keine Bettenbewegung
– AGV/ Rohrpost defekt -> Laborproben verzögern sich

– Mehrere Bettenaufzüge pro Bereich (Redundanz)
– Notbefreiungsroutine + Notruf in Kabine, Notstrom für Fahrt in nächste Etage
– Preventive Maintenance mit Fernüberwachung (Aufzugdiagnose)
– Notfallplan: im Worst Case Verlegung auf andere Station (falls z.B. OP-Lift defekt, Pat. in anderen OP bringen über Bett)
– Manuelle Alternativen: Treppenstühle, Boten als Ersatz für Rohrpost

EN 81-20/50 (Aufzug Sicherheit konstruktiv) BetrSichV Anl.3 (Prüfung Aufzüge) DGUV Regel 107-001 (Patiententransport)

– Patienten bleiben im Bett stecken, Termine verpasst (OP verspätet etc.)
– Personal muss schwer heben/tragen -> langsamer Transport
– Laborbefunde spät -> Therapieentscheidungen verzögern sich

Bauphysik & Gebäudehülle

– Überhitzung oder Auskühlung von Bereichen (Klima schafft es nicht)
– Lärmbelastung (Schlafstörung, Kommunikationsstörung)
– Undichte Gebäudehülle (Feuchte, Schimmel)

– Hochwärmegedämmte Fassade, außenliegender Sonnenschutz
– Schallschutz: Wände mit hoher RW, schallabsorbierende Decken, leise Türschließer
– Raumakustikplanung für gute Verständlichkeit (z.B. Sprachalarmanlagen verständlich)
– regelmäßige Bauzustandskontrollen (Thermografie, Feuchtemessung) und zügige Sanierung bei Mängeln

DIN 4109 (Schallschutz) DIN 18041 (Hörsamkeit) EnEV/GEG (Wärmeschutz) Arbeitsstättenrichtlinie ASR A3.5 (Raumtemperatur)

– Pat. schlafen schlecht -> längere Erholzeit, evtl. Verwirrung (Delir) –> Verlängerung Aufenthalt
– Kommunikation Arzt-Patient schlechter (Missverständnisse)
– Bereiche bei Schimmel gesperrt bis Sanierung (Bettenausfall)

Gebäudeautomation & Alarm

– Fehler unbemerkt (kein Alarm) -> schleichendes Versagen (z.B. Temp langsam zu hoch im Kühlraum)
– Fehlalarmketten (wichtige Alarm nicht an richtige Person)

– Zentrale Leitwarte 24/7 oder Rufbereitschaft mit Alarmweiterleitung
– Intelligente GA: Differenzdruck-Alarm OP, Temperatur-Alarm Kühlkette etc. an Techniker und klinisch Verantwortliche
– Redundante Alarmwege (akustisch, SMS, Pager) und regelmäßige Probealarme
– Integration FM-Alarme in Notfallmanagement: z.B. Stromausfallalarm löst automatisch Notfallplan-Checkliste aus

DIN EN 15232 (GA Energieeffizienz) VDI 3814 (GA Planung) DIN VDE 0834 (Schwesternruf; Notstrom ≤15 s) ISO 22301 (Notfallmanagement-System)

– Unbemerkter Ausfall z.B. Kühlung: Medikamente/Blut unbrauchbar -> Behandlung verschieben
– Kein Alarm bei Ausfall RLT: OP-Infektionsrisiko steigt, evtl. erst spät bemerkt (Ausbrüche) -> dann Ausfall mehrerer OPs
– Chaos bei echten Ereignissen, wenn Alarm nicht alle erreicht (Verzögerte Reaktion)

Integrative FM-Matrix – Einfluss baulich-technischer Maßnahmen auf betriebliche Faktoren

Maßnahme / Konzept

Pufferbildung (Reserven, Redundanz)

Entkopplung (Segmentierung, unabh. Zonen)

Durchlaufzeit (Effizienz, Verzögerungsvermeidung)

Verfügbarkeit (Betriebszeit, Ausfallsicherheit)

Hygiene (Infektionsschutz, Sauberkeit)

Governance (Compliance, Nachweisführung)

Redundante Systeme (Strom, Lüftung, etc.)

Schaffen Zeit- und Kapazitätspuffer: bei Ausfall übernimmt Reserve, verhindert Vollstopp.

Entkoppeln Teilsysteme: z.B. zwei Stromkreise oder Lüftungsstränge unabhängig – Störung bleibt lokal.

Minimieren Wartezeiten durch Ausfall: Patient kann ohne Unterbrechung weiterbehandelt werden (keine Umplanung).

Steigern Verfügbarkeit auf >99%, da Single-Point-Failures eliminiert sind; Wartung ohne Betriebsstopp möglich.

Oft Voraussetzung für Hygiene: z.B. zweite Lüftung hält OP-Filterbetrieb aufrecht, somit weiter keimarme Luft.

Erfüllen Normforderungen (z.B. 2 Einspeisungen nach Kritis) und erleichtern Nachweis (Redundanz als Sicherheitsnachweis in Dokumentation).

Zonierung & bauliche Trennung (rein/unrein, Brandabschnitte)

Pufferzonen wirken als Pufferflächen: z.B. Schleusen halten Zeitfenster zum Reagieren frei, Brandabschnitt als räuml. Reserve.

Störungen/Fahrer in einer Zone beeinflussen andere nicht (Brand bleibt in Abschnitt, Infektion in Isolation).

Prozesse laufen parallel in getrennten Strömen: z.B. Patienten- und Materialtransport stören sich nicht – schnellerer Ablauf.

Lokale Ausfälle erfordern nur Teilabschaltung – restlicher Betrieb verfügbar (z.B. defekte Station isoliert, andere normal).

Separierung von Keimquellen (unrein) und Patientenbereichen (rein) – verhindert Ausbreitung nosokomialer Erreger, hält Hygienestandard hoch.

Bauliche Konzepte nach DIN und RKI-Empfehlung (z.B. Schleusen gefordert) – Compliance wird baulich verankert, Nachweis durch Pläne/Gutachten.

Automatisierung & Monitoring (BMS, IoT)

Frühwarnung schafft Zeitpuffer, bevor Krise eskaliert (prädiktive Wartung: Problem beheben, bevor Ausfall).

Automatische Steuerung kann Teilbereiche regeln, ohne andere zu beeinflussen (z.B. Lüftung in OP unabhängig von Station via GA).

Optimierte Steuerung verkürzt Prozesse: z.B. automatische Aufzugsteuerung für Notfall spart Minuten, IoT-Tracking reduziert Suchzeiten.

Durch Überwachung 24/7 praktisch ständig betriebsbereit; kleinere Störungen sofort erkannt und behoben –> höhere Nettobetriebszeit aller Anlagen.

GA überwacht Hygiene-Parameter (Temp, Druck) konstant – kein Abweichen vom Soll ohne Alarm, dadurch immer hygienekonforme Bedingungen.

Lückenlose Protokolle aus Automation belegen Normeinhaltung (z.B. Temperaturkurven als Beweis für Kühlkette), erleichtern Audits (Digitaler Audit-Trail).

Kapazitätsmanagement (Pufferkapazitäten, Reserven)

Vorhaltekapazität (z.B. zusätzliche Betten/OPs, Notreserven an Material) absorbiert Nachfragespitzen – Wartebereiche als Zeitpuffer.

Reservekapazitäten können entkoppelt eingesetzt werden: z.B. Ausweich-OP räumlich getrennt vom Haupt-OP, stört dessen Ablauf nicht bei Nutzung.

Durch Pufferplätze/-geräte können mehr Patienten parallel behandelt werden, kein Stau bei Gerätedefekt oder Spitzenlast – flüssigere Abläufe.

Bei Ausfall eines Elements springt Reserve ein, Gesamtverfügbarkeit bleibt hoch (z.B. 100% OP-Verfügbarkeit trotz Ausfall eines Saals dank Ersatzsaal).

Zusätzliche Geräte können für spezielle Reinigungszyklen rotieren (ein Gerät außer Betrieb für Desinfektion, anderes übernimmt – Hygiene ohne Betriebsstopp).

Zeigt vorausschauende Planung in Unterlagen (Kapazitätsplanung nach DIN 13080), wichtig für Nachweis der Leistungsfähigkeit ggü. Planungsbehörden (SGB V-Kontext).

Notfall- & Eskalationspläne (Prozeduren, Übungen)

Definierte Pufferzeiten: z.B. USV hält 15 Min – in Notfallplan steht, binnen der Zeit muss Diesel laufen; solche Vorgaben geben Handlungsspielraum.

Verantwortlichkeiten klar getrennt (wer macht was), verhindert Chaos-Eskalation in alle Bereiche – Einsatz bleibt fokussiert auf betroffenen Bereich.

Schnelle, geübte Reaktionen verkürzen Ausfallzeiten dramatisch: geübtes Personal evakuiert/wehrt Störung zügig ab, Behandlung kann schneller weitergehen.

Notfallpläne sichern Verfügbarkeit auch in Krisen: z.B. Handlungsanweisung hält Betrieb am Laufen (kontrollierter Shutdown und Restart).

Speziell bei Infektionsausbrüchen: Isolationsplan (Kohortierung, Besucherstop) verhindert Spread – Normalbetrieb für restliche Patienten bleibt hygienisch sicher.

Erfüllung von ISO 22301 (BCM) und behördl. Vorgaben belegt – Übungen protokolliert dienen als Compliance-Nachweis. Steigert Vertrauen der Aufsicht (z.B. bei Zertifizierungen).

Qualitätsmanagement (Standards, Audits, KPIs)

Standardisierte Prozesse enthalten eingebaute Puffer (z.B. SLA Reaktionszeit 30 min – Personalplanung berücksichtigt Reserve dafür).

Trennung von Verantwortungsbereichen (Clear Roles) – FM kümmert sich um Technik, Klinik um Patienten, aber mit Schnittstellenmanagement – verhindert Überschneidungsprobleme.

Ständige Verbesserung (KVP) strafft Abläufe: ineffiziente Schritte erkannt und eliminiert – Durchlauf wird schlanker (z.B. Materiallieferung just-in-time statt auf Abruf).

Proaktive Wartung nach Kennzahlen (MTBF) hält Anlagen länger verfügbar; Qualitätsaudits decken Schwachstellen auf, bevor Ausfall eintritt.

QM-Standards wie Hygieneaudit RKI sichern, dass Regeln überall eingehalten – vermindert Infektionsraten, erhöht hygienische Prozessqualität.

Zeigt Behörden und Kostenträgern messbare Qualität: z.B. KPI Berichte (Anlagenausfälle, Infektionsraten). Compliance mit ISO 9001 etc. dokumentiert Organisationsqualität.

(Legende: Puffer = zeitliche/kapazitive Reserve, Entkopplung = gegenseitige Unabhängigkeit von Bereichen/Prozessen, Durchlaufzeit = Zeit, die Patient für Prozesse braucht, Verfügbarkeit = technische Betriebsbereitschaft, Hygiene = Infektionskontrolle/Sauberkeit, Governance = Regelkonformität/Steuerung.)