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Hygienische Baustellenführung im Bestand

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Hygienische Baustellenführung im Krankenhausbestand während Bau- und Umbauarbeiten

Hygienisches Baustellenmanagement in bestehenden Krankenhausgebäuden

Bau- und Renovierungsarbeiten in bestehenden Krankenhausgebäuden erfordern ein streng kontrolliertes Vorgehen, da der laufende Klinikbetrieb, die Patientensicherheit und die Hygiene jederzeit gewährleistet bleiben müssen. Facility Management übernimmt hierbei eine zentrale Steuerungsfunktion, indem Infektionsschutz, technische Gebäudefunktionen, Zugangsregelungen, Reinigung, Kommunikation und behördliche Anforderungen in einem abgestimmten Baustellenmanagement zusammengeführt werden.

Hygienische Baustellenführung im Krankenhaus

Zweck und Ziele

Infektionsprävention ist ein wesentlicher Bestandteil jedes Bau- oder Sanierungsprojekts im Krankenhaus. Bauarbeiten können Staub, Schimmelsporen, Partikel und andere Verunreinigungen freisetzen, die sich über Luftströmungen, Personenverkehr, Materialtransporte oder unzureichend geschlossene Barrieren in klinische Bereiche ausbreiten können.

Das Ziel besteht darin, baubedingte Risiken für gesundheitsversorgungsassoziierte Infektionen zu vermeiden oder auf ein kontrollierbares Minimum zu reduzieren. Besonders schutzbedürftig sind Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen, in Operationsbereichen, in onkologischen Abteilungen, Transplantationseinheiten, Neonatologie und Bereichen mit immungeschwächten Personen.

Infektionsprävention muss bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden. Vor Beginn der Arbeiten sind Risiken zu bewerten, Schutzmaßnahmen festzulegen, Verantwortlichkeiten zuzuweisen und Überwachungsprozesse zu definieren. Während der Ausführung müssen die Maßnahmen regelmäßig kontrolliert und bei Abweichungen sofort angepasst werden.

Baubedingte Infektionsgefahren

Gefahrenquelle

Mögliche Auswirkung

Stauberzeugende Tätigkeiten

Verbreitung von Mikroorganismen, Schimmelsporen und Partikeln über die Luft

Abbruch- und Renovierungsarbeiten

Freisetzung von Verunreinigungen aus Baumaterialien, Hohlräumen, Zwischendecken oder Schächten

Unterbrechungen technischer Versorgung

Erhöhtes Risiko für Umweltkontaminationen, insbesondere bei Lüftung, Wasser, Abwasser oder Strom

Bewegung von Baupersonal

Verschleppung von Staub und Keimen zwischen Baustelle und klinischen Bereichen

Abfallansammlung

Bildung und Verbreitung von Staub, Gerüchen, Schädlingen oder Krankheitserregern

Baubedingte Infektionsgefahren entstehen häufig nicht durch einen einzelnen Faktor, sondern durch eine Kombination aus Staubfreisetzung, unkontrollierten Wegen, gestörten Luftströmungen und unzureichender Reinigung. Deshalb müssen technische, organisatorische und hygienische Maßnahmen gemeinsam geplant werden.

Verantwortlichkeiten im Infektionsschutz

Facility Management koordiniert die baulichen, technischen und betrieblichen Anforderungen. Es stellt sicher, dass Barrieren, Lüftungskonzepte, Zugänge, Reinigungsleistungen, Entsorgung und Dokumentation funktionsfähig umgesetzt werden.

Das Team für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene bewertet die hygienischen Risiken, definiert erforderliche Schutzmaßnahmen und unterstützt bei Kontrollen, Freigaben und Abweichungsmanagement.

Projektleitungen sind für Terminplanung, Leistungskoordination, Umsetzung der Schutzmaßnahmen und Abstimmung mit Nutzern verantwortlich.

Auftragnehmer und Nachunternehmer müssen alle hygienischen Vorgaben einhalten, Mitarbeitende unterweisen, Staub- und Schmutzverschleppung verhindern und festgelegte Wege sowie Arbeitsbereiche nutzen.

Vertreter der Krankenhausabteilungen melden betriebliche Besonderheiten, Patientenschutzanforderungen, kritische Zeiten und Störungen, damit Bauarbeiten mit dem Klinikbetrieb abgestimmt werden können.

Risikobewertung und Infection Control Risk Assessment, ICRA

Die Risikobewertung dient dazu, baubedingte Infektions- und Betriebsrisiken vor Arbeitsbeginn systematisch zu erkennen. Sie bewertet, welche Arbeiten durchgeführt werden, welche Bereiche betroffen sind, welche Patientengruppen gefährdet sein können und welche Auswirkungen auf Versorgung, Hygiene, Sicherheit und technische Infrastruktur entstehen können.

Die Ergebnisse bestimmen, welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind. Dazu gehören beispielsweise staubdichte Abschottungen, Unterdruckhaltung, HEPA-Filterung, Umleitungen für Personal und Patienten, besondere Reinigungsintervalle, Zugangsbeschränkungen oder eine temporäre Verlegung von Bereichen.

Infection Control Risk Assessment, ICRA: ICRA-Prozess

Ein ICRA ist ein strukturierter Prozess zur Bewertung und Steuerung hygienischer Risiken bei Bauarbeiten im Krankenhaus. Es sollte vor Projektstart erstellt und während der Bauphase bei Änderungen aktualisiert werden.

Der Prozess umfasst:

  • Bewertung des Projektumfangs, einschließlich Art, Dauer und Lage der Arbeiten

  • Einstufung der Bauaktivitäten nach Staub-, Lärm-, Erschütterungs- und Eingriffsintensität

  • Bewertung der betroffenen Patientengruppen und Funktionsbereiche

  • Identifikation von Umweltrisiken, zum Beispiel Luftführung, Wassersysteme, Schächte, Deckenhohlräume oder Transportwege

  • Auswahl geeigneter Kontrollmaßnahmen und Festlegung der Überwachung

Das ICRA muss praktikabel sein. Es soll nicht nur Risiken beschreiben, sondern klare Maßnahmen, Verantwortliche, Prüfpunkte und Reaktionswege festlegen.

Wichtige Bewertungsfaktoren

Bewertungskategorie

Zu berücksichtigende Punkte

Art der Arbeiten

Inspektion, kleinere Instandsetzung, Renovierung, Großbaumaßnahme, Abbruch

Patientengefährdung

Allgemeinpflege, Intensivmedizin, OP-Bereiche, immungeschwächte Patientinnen und Patienten

Lage

Nähe zu klinischen Bereichen, Sterilgutversorgung, Labor, Küche, Technikräumen oder Fluchtwegen

Dauer

Kurzzeitige Arbeiten, mehrtägige Maßnahmen, langfristige Bauphasen

Umweltauswirkung

Staub, Luftströmungsänderungen, Lärm, Vibration, Gerüche, Unterbrechung technischer Medien

Planung der Risikominderung

Für jedes identifizierte Risiko müssen konkrete Maßnahmen definiert werden. Dazu gehören bauliche Schutzmaßnahmen, technische Kontrollen, organisatorische Regeln und hygienische Vorgaben.

Die Planung sollte mindestens enthalten:

  • erforderliche Infektionsschutzmaßnahmen

  • verantwortliche Personen oder Funktionen

  • Kontrollhäufigkeit und Prüfkriterien

  • Vorgehen bei Abweichungen oder Störungen

  • Kommunikationswege zu betroffenen Abteilungen

  • Dokumentationspflichten

Die Risikominderung ist nur wirksam, wenn sie während der Bauausführung aktiv überwacht wird. Facility Management sollte regelmäßige Begehungen durchführen und festgestellte Mängel mit Frist, Verantwortlichkeit und Nachkontrolle dokumentieren.

Trennung von Bau- und Klinikbereichen

Die klare Trennung zwischen Baustelle und klinischen Bereichen verhindert die Ausbreitung von Staub, Partikeln, Keimen, Gerüchen und Lärm. Sie schützt Patientenzimmer, Behandlungsräume, Flure, Wartezonen, OP-Bereiche, Diagnostik, Lagerflächen und technische Funktionsbereiche.

Die Trennung dient außerdem der Betriebssicherheit. Sie reduziert unbefugten Zutritt, verhindert Kollisionen zwischen Bauverkehr und Patientenversorgung und schafft klare Bewegungswege für Personal, Material und Abfall.

Physische Trennmaßnahmen

Kontrollmaßnahme

Zweck

Temporäre Trennwände

Räumliche Isolierung des Arbeitsbereichs

Staubdichte Barrieren

Verhinderung luftgetragener Kontaminationen

Abgedichtete Öffnungen und Durchdringungen

Eindämmung von Baustaub an Schächten, Leitungsdurchführungen und Deckenbereichen

Temporäre Türen und Zugangspunkte

Kontrollierter Zutritt für autorisiertes Personal

Geschützte Transportwege

Sichere Bewegung von Material, Werkzeugen und Abfällen

Physische Barrieren müssen stabil, vollständig geschlossen und für die Dauer der Arbeiten geeignet sein. Durchdringungen für Kabel, Schläuche oder Leitungen sind abzudichten. Türen sollten selbstschließend sein, wenn ein erhöhtes Risiko für Staubmigration besteht. Beschädigungen an Barrieren sind unverzüglich zu reparieren.

Organisatorische Trennung

Die organisatorische Trennung legt fest, wie sich Personen, Materialien, Geräte und Abfälle bewegen dürfen. Baupersonal soll grundsätzlich festgelegte Wege nutzen, die nicht durch sensible klinische Bereiche führen.

Erforderliche Maßnahmen sind:

  • gesonderte Wege für Auftragnehmer

  • beschränkter Zugang zu klinischen Zonen

  • getrennte Anlieferungsrouten für Baumaterialien

  • kontrollierte Bewegung von Werkzeugen, Geräten und Verbrauchsmaterialien

  • eindeutige Beschilderung von Sperrbereichen und Zugängen

  • Abstimmung von Transportzeiten mit dem Klinikbetrieb

Die Wegeführung muss regelmäßig überprüft werden. Werden Flure, Aufzüge oder Treppenhäuser gemeinsam genutzt, sind zusätzliche Reinigungs- und Schutzmaßnahmen erforderlich.

Staubkontrolle: Strategien zur Staubvermeidung

Staubvermeidung hat Vorrang vor nachträglicher Reinigung. Stauberzeugende Arbeiten müssen so geplant werden, dass Freisetzung, Ausbreitung und Verschleppung minimiert werden.

Geeignete Maßnahmen sind:

  • staubarme Arbeitsverfahren

  • lokale Absaugung direkt an der Entstehungsstelle

  • Nassverfahren bei Abbruch-, Bohr- oder Schleifarbeiten, sofern technisch und hygienisch zulässig

  • Einsatz geeigneter Filtergeräte

  • sofortige Entfernung von Schutt und losem Material

  • Abdeckung oder Versiegelung staubender Flächen

  • geschlossener Transport von staubbelastetem Material

Trockensauger ohne geeignete Filterung oder Druckluft zum Abblasen von Staub sind in Krankenhausbereichen nicht geeignet, da sie Partikel erneut aufwirbeln können.

Staubüberwachung

Die Staubkontrolle ist durch regelmäßige Sichtprüfungen und dokumentierte Begehungen zu überwachen. Dabei sind insbesondere Barrieren, Türen, Schleusen, Transportwege, angrenzende Flure und Lüftungsbereiche zu prüfen.

Bei risikoreichen Arbeiten kann eine zusätzliche Umweltüberwachung erforderlich sein, zum Beispiel durch Partikelmessungen oder Prüfung der Druckverhältnisse. Festgestellte Staubablagerungen außerhalb des Baustellenbereichs müssen sofort beseitigt und die Ursache ermittelt werden.

Lärmkontrolle

Kontrollstrategie

Anwendung

Arbeitszeitplanung

Durchführung lärmintensiver Tätigkeiten zu Zeiten mit geringer klinischer Auswirkung

Akustische Barrieren

Reduzierung der Schallübertragung in benachbarte Bereiche

Wartung der Geräte

Vermeidung unnötiger Betriebsgeräusche durch defekte oder schlecht gewartete Maschinen

Kommunikation mit Beteiligten

Frühzeitige Information über störende Tätigkeiten

Lärm kann die Genesung von Patienten beeinträchtigen, die Kommunikation des Personals stören und medizinische Abläufe erschweren. Lärmintensive Arbeiten sollten mit den betroffenen Abteilungen abgestimmt werden, insbesondere in der Nähe von Intensivstationen, OP-Bereichen, Geburtshilfe, Diagnostik oder Patientenzimmern.

Vibrationsmanagement

Vibrationen können empfindliche medizinische Geräte, Laboranalytik, Bildgebung, bauliche Strukturen und den Patientenkomfort beeinträchtigen. Vor Beginn von Abbruch-, Bohr-, Kernbohr-, Stemm- oder Verdichtungsarbeiten sind vibrationssensible Bereiche zu identifizieren.

Erforderliche Maßnahmen können sein:

  • Abstimmung mit betroffenen Fachabteilungen

  • Schutz oder temporäre Außerbetriebnahme empfindlicher Geräte

  • Einsatz vibrationsarmer Arbeitsverfahren

  • Überwachung bei kritischen Tätigkeiten

  • sofortige Unterbrechung der Arbeiten bei auffälligen Auswirkungen

Facility Management sollte sicherstellen, dass technische Anlagen, medizinische Geräte und bauliche Komponenten nach kritischen Tätigkeiten funktionsfähig bleiben.

Risiken für die Luftqualität

Bei Bauarbeiten in Krankenhausgebäuden können luftgetragene Partikel, Staub, Schimmelsporen und Gerüche entstehen. Zusätzlich können Eingriffe in Decken, Schächte, Wände oder Lüftungsanlagen bestehende Luftströmungen verändern. Dadurch können Verunreinigungen in klinische Bereiche gelangen.

Besonders kritisch sind Arbeiten in der Nähe von OP-Bereichen, Intensivstationen, Isoliereinheiten, Sterilgutversorgung, Apotheken, Laboren und Bereichen mit immungeschwächten Patientinnen und Patienten.

Anforderungen an Abschottungssysteme

Abschottungssystem

Funktion

Unterdrucksysteme

Verhindern das Austreten von Schadstoffen und Partikeln aus dem Baustellenbereich

HEPA-Filtergeräte

Entfernen feine luftgetragene Partikel aus der Luft

Schleusen und Vorräume

Schaffen kontrollierte Übergangszonen zwischen Baustelle und Klinikbereich

Abgedichtete Barrieren

Isolieren Bauzonen von angrenzenden Bereichen

Überwachungsgeräte

Prüfen Druckdifferenzen und Funktion der Schutzmaßnahmen

Unterdruck muss so eingestellt und überwacht werden, dass Luft aus angrenzenden Bereichen in die Baustelle strömt und nicht umgekehrt. Abluft ist kontrolliert zu führen und darf keine sensiblen Bereiche, Ansaugöffnungen oder Patientenwege belasten.

HEPA-Filtergeräte müssen passend dimensioniert, korrekt aufgestellt und regelmäßig geprüft werden. Filterwechsel sind kontrolliert durchzuführen, damit keine Kontamination freigesetzt wird.

Die Wirksamkeit der Luftschutzmaßnahmen ist fortlaufend zu überwachen. Dazu gehören:

  • kontinuierliche oder regelmäßige Kontrolle der Druckdifferenzen

  • Sichtprüfung von Barrieren, Türen und Durchdringungen

  • Kontrolle von Filtergeräten und Luftleitungen

  • Prüfung der Luftführung bei Änderungen im Bauablauf

  • Dokumentation von Messwerten, Inspektionen und Abweichungen

Bei Druckverlust, defekten Barrieren, ungewöhnlichen Gerüchen oder sichtbarem Staubaustritt müssen die Arbeiten gestoppt oder eingeschränkt werden, bis die Schutzfunktion wiederhergestellt ist.

Patientenschutz

Patientenschutz hat Priorität vor Baufortschritt. Vor Beginn der Arbeiten sind gefährdete Patientengruppen, kritische Räume und notwendige Transportwege zu identifizieren.

Wichtige Maßnahmen sind:

  • Schutz von Patiententransportwegen vor Staub, Lärm und Bauverkehr

  • Erhaltung freier Rettungs-, Flucht- und Notfallwege

  • Abstimmung mit Stationen und Funktionsbereichen

  • zeitliche Planung störender Arbeiten außerhalb kritischer Behandlungszeiten

  • temporäre Verlegung von Patienten oder Funktionen, wenn Schutzmaßnahmen nicht ausreichen

  • sichere Beschilderung und Begleitung bei geänderten Wegen

Patiententransporte durch oder unmittelbar an Bauzonen vorbei sind nach Möglichkeit zu vermeiden. Wenn dies nicht möglich ist, müssen Wege gereinigt, geschützt und organisatorisch überwacht werden.

Schutz des Personals

Mitarbeitende müssen frühzeitig über Bauumfang, Dauer, Risiken, Sperrbereiche, Wegeänderungen und Meldewege informiert werden. Dies betrifft klinisches Personal, Technik, Reinigung, Logistik, Sicherheitsdienst und Verwaltung.

Facility Management sollte klare Meldewege einrichten, damit Staub, Gerüche, Lärm, Luftzug, Feuchtigkeit, beschädigte Barrieren oder Sicherheitsprobleme sofort gemeldet werden können. Rückmeldungen aus den Abteilungen sind aktiv zu berücksichtigen, da Mitarbeitende Veränderungen im Betrieb oft früh erkennen.

Besucherschutz

Schutzmaßnahme

Zweck

Wegweiser und Beschilderung

Sichere Orientierung um Baustellenbereiche herum

Kontrollierte Zugangswege

Trennung von Besucherverkehr und Bauaktivitäten

Sicherheitsinformationen

Hinweis auf laufende Arbeiten, gesperrte Bereiche und alternative Wege

Physische Barrieren

Verhinderung versehentlichen Betretens der Baustelle

Besucher dürfen nicht durch Baustellen oder ungesicherte Übergangsbereiche geführt werden. Beschilderung muss verständlich, sichtbar und aktuell sein. Temporäre Wegführungen sind so zu gestalten, dass auch mobilitätseingeschränkte Personen sicher geleitet werden.

Zugangskontrolle zur Baustelle

Die Zugangskontrolle schützt Patienten, Mitarbeitende, Besucher und den Krankenhausbetrieb. Sie verhindert unbefugten Zutritt, reduziert hygienische Risiken und stellt sicher, dass nur unterwiesene und autorisierte Personen die Baustelle betreten.

Zugangskontrolle ist zugleich ein Sicherheits- und Hygieneelement. Sie unterstützt die Nachverfolgbarkeit von Personen, verbessert die Kontrolle von Fremdfirmen und erleichtert die Reaktion bei Vorfällen.

Verfahren der Zugangskontrolle

Element der Zugangskontrolle

Anforderung

Registrierung von Auftragnehmern

Prüfung, Autorisierung und Erfassung vor Arbeitsbeginn

Ausweise oder Kennzeichnung

Sichtbare Identifikation und kontrollierte Zutrittsberechtigung

Ein- und Ausgangsprotokolle

Nachvollziehbarkeit der anwesenden Personen

Besucherbeschränkungen

Begrenzung des Zutritts auf notwendige und autorisierte Personen

Sicherheitsbegehungen

Prüfung der Einhaltung von Zugangs- und Hygieneregeln

Zugangspunkte müssen klar definiert und gesichert sein. Notausgänge dürfen nicht blockiert werden. Bei Arbeiten in sensiblen Bereichen kann eine Begleitung durch berechtigtes Krankenhauspersonal erforderlich sein.

Hygienische Anforderungen an Auftragnehmer

Alle Auftragnehmer müssen vor Arbeitsbeginn eine Einweisung erhalten. Diese muss die besonderen Anforderungen des Krankenhausumfelds erklären, insbesondere Infektionsschutz, Wegeführung, persönliche Schutzausrüstung, Abfallentsorgung, Verhalten bei Störungen und Meldepflichten.

Auftragnehmer müssen:

  • festgelegte Arbeitsbereiche und Wege einhalten

  • geeignete persönliche Schutzausrüstung tragen

  • Staub- und Schmutzverschleppung vermeiden

  • Materialien und Werkzeuge kontrolliert transportieren

  • Barrieren, Schleusen und Türen korrekt nutzen

  • hygienische Vorgaben des Krankenhauses befolgen

Verstöße sind zu dokumentieren und müssen zu sofortigen Korrekturmaßnahmen führen.

Reinigungs- und Desinfektionsverfahren

Das Reinigungsprogramm dient der Entfernung von Staub, Schmutz, Partikeln und potenziellen Kontaminationen. Es schützt angrenzende Klinikbereiche, unterstützt die Wirksamkeit der Barrieren und reduziert das Risiko der Verschleppung.

Reinigung ist während der gesamten Bauphase erforderlich, nicht nur am Ende. Die Reinigungsfrequenz richtet sich nach Art der Arbeiten, Staubentwicklung, Nutzung der Wege und Nähe zu sensiblen Bereichen.

Reinigungsanforderungen

Bereich

Reinigungsanforderung

Baustellenbereiche

Tägliche Reinigung und Entfernung von Schutt und losem Material

Zugangswege

Häufige Reinigung während aktiver Bauarbeiten

Barriereflächen

Geplante Reinigung und Kontrolle auf Beschädigung oder Staubablagerung

Angrenzende klinische Bereiche

Erhöhte Reinigungsfrequenz bei Bauaktivitäten in der Nähe

Fertiggestellte Arbeitsbereiche

Endreinigung vor Übergabe und Wiederbelegung

Reinigungsmethoden müssen für Krankenhausbereiche geeignet sein. Staub ist so zu entfernen, dass er nicht erneut aufgewirbelt wird. Transportwege, Aufzüge und Übergangsbereiche sind besonders zu beachten.

Desinfektionsverfahren

Desinfektion ersetzt keine Reinigung. Vor jeder Desinfektion müssen sichtbarer Schmutz, Staub und organische Belastungen entfernt werden, damit Desinfektionsmittel wirksam sein können.

Erforderliche Schritte sind:

  • gründliche Reinigung vor der Desinfektion

  • Verwendung freigegebener Desinfektionsmittel für den jeweiligen Bereich

  • Behandlung häufig berührter Flächen, zum Beispiel Türgriffe, Handläufe, Schalter und Bedienelemente

  • Einhaltung der vorgeschriebenen Einwirkzeiten

  • Sicht- und Funktionsprüfung vor Wiederbelegung

  • Dokumentation der Reinigung und Freigabe

Vor der Übergabe an den Klinikbetrieb ist zu bestätigen, dass der Bereich sauber, trocken, frei von sichtbarem Staub und technisch nutzbar ist.

Ziele des Abfallmanagements

Das Abfallmanagement verhindert Umweltkontaminationen, Staubverbreitung, Geruchsbelastungen und Störungen des Krankenhausbetriebs. Bauabfälle dürfen nicht unkontrolliert gelagert, offen transportiert oder über klinische Hauptwege bewegt werden, sofern vermeidbar.

Ziel ist eine sichere Sammlung, Zwischenlagerung, Beförderung und Entsorgung unter Einhaltung der hygienischen und betrieblichen Anforderungen.

Prozess der Abfallhandhabung

Prozessschritt

Kontrollmaßnahme

Sammlung

Abgedeckte und gekennzeichnete Behälter

Lagerung

Gesicherte temporäre Sammelbereiche

Transport

Festgelegte Entsorgungswege

Entsorgung

Freigegebene Entsorgungsverfahren

Dokumentation

Nachverfolgung und Aufzeichnungen über Abfallströme

Abfallbehälter müssen geeignet, stabil und bei staubendem Material geschlossen sein. Zwischenlager dürfen keine Fluchtwege, Patiententransporte, technische Anlagen oder Hygienebereiche beeinträchtigen.

Kontrollen bei der Schutt- und Abfallentfernung

Schutt und Bauabfälle sind so zu entfernen, dass keine Staubfreisetzung oder Verschmutzung angrenzender Bereiche entsteht.

Erforderliche Kontrollen sind:

  • geschlossene oder abgedeckte Transportbehälter

  • geplante Entsorgungszeiten mit geringer Auswirkung auf den Klinikbetrieb

  • Reinigung der Transportwege nach Bedarf

  • Vermeidung von Überfüllung

  • keine Zwischenlagerung in klinischen Fluren

  • Kontrolle der Aufzüge, Schleusen und Übergänge nach Transporten

Bei staubintensivem Abfall sind zusätzliche Schutzmaßnahmen wie Befeuchtung, Verpackung oder gesonderte Wege erforderlich.

Regulatorische Anforderungen

Baumaßnahmen in Krankenhausgebäuden müssen die Anforderungen des Infektionsschutzes, des Arbeitsschutzes, der Umwelthygiene und der krankenhausinternen Regelwerke erfüllen. Facility Management muss sicherstellen, dass diese Anforderungen bereits in Planung, Ausschreibung, Ausführung und Abnahme berücksichtigt werden.

Zu beachten sind insbesondere:

  • Standards zur Infektionsprävention im Gesundheitswesen

  • Anforderungen an Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

  • Vorgaben zur Umwelthygiene und Abfallentsorgung

  • interne Hygienepläne und Betriebsanweisungen

  • technische Vorgaben für Lüftung, Wasser, Strom, Brandschutz und Fluchtwege

  • Melde- und Dokumentationspflichten bei Abweichungen

Die Einhaltung dieser Anforderungen ist nicht allein Aufgabe der ausführenden Firmen. Sie muss durch Facility Management, Krankenhaushygiene, Projektleitung und betroffene Fachabteilungen gemeinsam überwacht werden.

Dokumentation und Nachweisführung

Dokumentenart

Zweck

ICRA-Berichte

Nachweis der Risikobewertung und festgelegten Schutzmaßnahmen

Inspektionsprotokolle

Prüfung der Einhaltung von Hygiene-, Sicherheits- und Baustellenregeln

Umweltüberwachungsprotokolle

Nachverfolgung von Druckverhältnissen, Luftqualität oder anderen Kontrollwerten

Reinigungsnachweise

Nachweis der laufenden und abschließenden Hygienemaßnahmen

Ereignisberichte

Dokumentation von Abweichungen, Störungen und Korrekturmaßnahmen

Dokumentation muss aktuell, nachvollziehbar und für berechtigte Beteiligte verfügbar sein. Sie dient nicht nur dem Nachweis, sondern auch der Steuerung des Projekts. Wiederkehrende Mängel müssen analysiert und dauerhaft behoben werden.

Audits und Compliance-Überwachung

Audits und regelmäßige Begehungen stellen sicher, dass die vereinbarten Schutzmaßnahmen tatsächlich umgesetzt werden. Sie sollten risikoorientiert geplant werden. Kritische Bauphasen, staubintensive Arbeiten, Änderungen an Barrieren oder Eingriffe in technische Anlagen erfordern engere Kontrollen.

Die Compliance-Überwachung umfasst:

  • regelmäßige Inspektionen der Baustellenbereiche

  • Prüfung von Barrieren, Schleusen, Unterdruck und Filteranlagen

  • Überprüfung der Wegeführung für Personal, Material und Abfall

  • Kontrolle der Einhaltung durch Auftragnehmer

  • Bewertung von Reinigungs- und Entsorgungsmaßnahmen

  • Dokumentation von Abweichungen

  • Festlegung und Nachverfolgung von Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen

Facility Management sollte die Ergebnisse der Überwachung regelmäßig mit Projektleitung, Krankenhaushygiene und betroffenen Abteilungen abstimmen. Dadurch können Risiken früh erkannt und Maßnahmen angepasst werden, bevor Patientensicherheit oder Klinikbetrieb beeinträchtigt werden.