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Übungsdesign, Abbruchkriterien und Freigaben

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Übungsdesign, Abbruchkriterien und Freigaben für Black Building Tests

Übungsdesign, Abbruchkriterien und Freigaben für Krankenhäuser und Kliniken

Übungen im Facility Management von Krankenhäusern und Kliniken dienen dazu, Notfallprozesse, Betriebsfortführung, technische Infrastruktur und interne Koordination unter kontrollierten Bedingungen zu überprüfen. Eine wirksame Übung muss sorgfältig geplant, realistisch gestaltet, risikobewertet und formell freigegeben werden, damit Patientensicherheit, klinische Abläufe und Gebäudebetrieb jederzeit geschützt bleiben.

Übungsplanung

Die Übungsplanung legt fest, warum eine Übung durchgeführt wird, welche Bereiche betroffen sind und welche Ergebnisse erreicht werden sollen. Sie stellt sicher, dass die Übung nicht isoliert betrachtet wird, sondern mit den Risiken, Prioritäten und betrieblichen Anforderungen der Einrichtung verbunden ist.

Die Planung soll insbesondere:

  • Übungsziele definieren, die zu den betrieblichen Risiken der Klinik oder des Krankenhauses passen.

  • Die Einsatzbereitschaft von Mitarbeitenden, Prozessen, Kommunikationswegen und technischen Anlagen überprüfen.

  • Die Widerstandsfähigkeit der Einrichtung stärken und konkrete Verbesserungsmaßnahmen vorbereiten.

  • Sicherstellen, dass klinische Leistungen, Patiententransporte, Versorgungsketten und sicherheitsrelevante Systeme nicht unnötig beeinträchtigt werden.

Rahmenwerk der Übungsplanung

Eine strukturierte Übungsplanung folgt klar definierten Planungselementen. Jedes Element muss vor der Durchführung dokumentiert und mit den betroffenen Fachbereichen abgestimmt werden.

Planungselement

Beschreibung

Ziele

Festlegung der erwarteten Ergebnisse, Leistungsanforderungen und Beobachtungsschwerpunkte.

Umfang

Definition der beteiligten Gebäude, Abteilungen, Anlagen, Systeme und Dienstleister.

Teilnehmende

Benennung interner und externer Stakeholder, einschließlich Facility Management, Klinikleitung, Pflege, Sicherheit, IT, Medizintechnik und externer Partner.

Ressourcen

Festlegung von Personal, Räumen, Geräten, Kommunikationsmitteln, Ersatzmaterialien und logistischer Unterstützung.

Zeitplan

Planung von Meilensteinen, Abstimmungen, Briefings, Übungsdurchführung und Nachbereitung.

Ergebnisse

Definition der erwarteten Nachweise, Beobachtungen, Berichte und Korrekturmaßnahmen.

Für Krankenhäuser und Kliniken ist besonders wichtig, dass der Übungszeitraum mit der Auslastung, geplanten Eingriffen, Wartungsfenstern und verfügbaren Personalressourcen abgeglichen wird.

Entwicklung der Übungsziele

Übungsziele müssen konkret, überprüfbar und für den Klinikbetrieb relevant sein. Allgemeine Ziele wie „Notfallbereitschaft testen“ reichen nicht aus. Besser sind präzise Ziele, zum Beispiel die Überprüfung der Reaktionszeit bei einem Stromausfall oder die Wirksamkeit der Kommunikation zwischen Facility Management und klinischer Leitung.

Zielkategorie

Zweck

Validierung der Notfallreaktion

Überprüfung, ob Alarmierung, Eskalation, Koordination und Sofortmaßnahmen wie vorgesehen funktionieren.

Überprüfung der Betriebsfortführung

Bewertung, ob kritische Leistungen trotz Störung aufrechterhalten oder zeitnah wiederhergestellt werden können.

Test der Infrastrukturresilienz

Prüfung der Leistungsfähigkeit kritischer Systeme wie Stromversorgung, Lüftung, medizinische Gase, Wasser, IT-gestützte Gebäudetechnik und Aufzüge.

Wirksamkeit der Kommunikation

Bewertung der Genauigkeit, Geschwindigkeit und Vollständigkeit interner und externer Informationsweitergabe.

Bewertung der Entscheidungsfindung

Prüfung, ob Führungsstrukturen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege unter Druck funktionieren.

Jedes Ziel sollte mit einem messbaren Kriterium verbunden werden. Dazu gehören Reaktionszeiten, Vollständigkeit der Meldungen, Einhaltung von Verfahren, Verfügbarkeit von Ersatzressourcen oder Zeit bis zur Wiederaufnahme eines kritischen Prozesses.

Dokumentation der Übungsplanung

Die Planungsdokumentation bildet die Grundlage für Durchführung, Kontrolle, Bewertung und Freigabe der Übung. Sie muss aktuell, eindeutig und für alle verantwortlichen Stellen zugänglich sein.

Erforderliche Dokumente sind:

  • Übungsplan: beschreibt Zweck, Ziele, Umfang, Ablauf, Rollen, Zeitplan und erwartete Ergebnisse.

  • Umfangsbeschreibung: legt fest, welche Bereiche, Systeme, Prozesse und Standorte einbezogen oder ausdrücklich ausgeschlossen sind.

  • Teilnehmer- und Stakeholderliste: enthält alle verantwortlichen Personen, Abteilungen, Dienstleister und Kontaktstellen.

  • Kommunikationsplan: definiert Meldewege, Eskalationsstufen, Ansprechpartner, Kommunikationsmittel und Ersatzkanäle.

  • Risikobewertungsbericht: dokumentiert Gefährdungen, Auswirkungen, Risikostufen und Schutzmaßnahmen.

  • Übungszeitplan: enthält Vorbereitungstermine, Briefings, Startzeit, geplante Übungsphasen und Nachbesprechung.

  • Freigabeunterlagen: belegen, dass Planung, Risiken, Ressourcen und betriebliche Auswirkungen geprüft und genehmigt wurden.

Grundsätze des Übungsdesigns

Das Übungsdesign beschreibt, wie die Übung aufgebaut wird. Es muss realistisch genug sein, um verwertbare Erkenntnisse zu liefern, aber kontrolliert genug, um Patientensicherheit und Klinikbetrieb nicht zu gefährden.

Designgrundsatz

Anwendung

Realismus

Das Szenario muss glaubwürdige Störungen abbilden, etwa Ausfall technischer Anlagen, Wasserleckage, Energieunterbrechung oder eingeschränkte Zugänglichkeit.

Relevanz

Die Übung muss auf bekannte Risiken, Schwachstellen, Auditfeststellungen, Betriebsunterbrechungen oder strategische Prioritäten der Einrichtung ausgerichtet sein.

Sicherheit

Patienten, Mitarbeitende, Besuchende, Dienstleister und laufende Behandlungen dürfen nicht gefährdet werden.

Kontrolle

Die Übungsleitung muss jederzeit wissen, welche Aktivitäten stattfinden, welche Bereiche betroffen sind und wann eingegriffen werden muss.

Bewertung

Die Übung muss beobachtbare Kriterien enthalten, damit Leistungen objektiv bewertet werden können.

Ein gutes Übungsdesign vermeidet künstliche Komplexität. Es konzentriert sich auf Szenarien, die für die Einrichtung realistisch, risikobasiert und betrieblich relevant sind.

Szenarioentwicklung: Szenariokomponenten

Ein Szenario sollte klar beschreiben, welches Ereignis eintritt, welche betrieblichen Folgen entstehen und welche Entscheidungen erwartet werden.

Komponente

Beschreibung

Auslösendes Ereignis

Ereignis, das die Übung startet, zum Beispiel Brandmeldealarm, Ausfall der Kälteversorgung, Leckage, Stromunterbrechung oder Störung der medizinischen Gasversorgung.

Betriebliche Auswirkung

Beschreibung der betroffenen Leistungen, Systeme, Räume, Patientenwege oder Versorgungsprozesse.

Eskalationsabfolge

Geplante Entwicklung des Szenarios, einschließlich zusätzlicher Ereignisse, Informationsmeldungen oder verschärfter Bedingungen.

Entscheidungspunkte

Situationen, in denen Führungskräfte oder verantwortliche Funktionen entscheiden müssen, zum Beispiel Verlagerung von Leistungen, Aktivierung von Ersatzsystemen oder Einschränkung eines Bereichs.

Wiederherstellungsmaßnahmen

Maßnahmen zur Stabilisierung, Rückkehr zum Normalbetrieb und Dokumentation der Wiederaufnahme.

Überlegungen zum Szenariodesign

Bei der Entwicklung eines Szenarios sind die Besonderheiten des Gesundheitswesens zu berücksichtigen. Dazu gehören laufende Patientenversorgung, Hygieneanforderungen, sterile Bereiche, Intensivstationen, Operationsbereiche, Notaufnahme, Diagnostik, Arzneimittelversorgung und technische Abhängigkeiten.

Das Szenario sollte folgende Punkte einbeziehen:

  • Anforderungen an die Fortführung klinischer Leistungen.

  • Abhängigkeiten zwischen Facility Management, Medizintechnik, IT, Sicherheit, Reinigung, Logistik und klinischen Bereichen.

  • Verfügbarkeit von Ersatzressourcen, Notstrom, mobilen Geräten, Ersatzräumen und Dienstleistern.

  • Einschränkungen durch Personalverfügbarkeit, Besucherströme, Schichtwechsel oder laufende Bau- und Wartungsarbeiten.

  • Sicherheits-, Hygiene-, Datenschutz- und Meldeanforderungen.

  • Koordination zwischen Abteilungen, externen Einsatzkräften und technischen Servicepartnern.

Übungsrollen und Verantwortlichkeiten

Klare Rollen verhindern Missverständnisse während der Übung. Jede Rolle muss vor Beginn benannt, gebrieft und mit Entscheidungsbefugnissen ausgestattet werden.

Rolle

Verantwortung

Übungsleiter

Gesamtverantwortung für Planung, Durchführung, Sicherheit, Eskalation und Abschluss der Übung.

Übungssteuerung

Koordination des Übungsablaufs, Einspielung von Meldungen, Überwachung des Zeitplans und Steuerung der Teilnehmeraktivitäten.

Bewertende Personen

Beobachtung der Leistung, Erfassung von Nachweisen, Dokumentation von Stärken, Abweichungen und Verbesserungspotenzialen.

Teilnehmende

Ausführung der vorgesehenen Reaktions-, Kommunikations-, Sicherungs- und Wiederherstellungsmaßnahmen.

Sicherheitsbeauftragte Person

Überwachung der Sicherheitsmaßnahmen, Bewertung aktueller Risiken und Empfehlung zur Unterbrechung oder Beendigung der Übung.

Bei Übungen in Krankenhäusern sollten klinische Ansprechpartner eingebunden werden, wenn Patientenversorgung, klinische Räume, Medizinprodukte oder Versorgungsprozesse betroffen sein könnten.

Bewertungskriterien der Übung

Bewertungskriterien müssen vor der Übung festgelegt werden. Sie ermöglichen eine sachliche Auswertung und verhindern, dass Beobachtungen nur auf subjektiven Eindrücken beruhen.

Bewertungsbereich

Messschwerpunkt

Reaktionszeit

Zeit zwischen Ereignismeldung, Alarmierung, Ankunft verantwortlicher Personen und Einleitung erster Maßnahmen.

Verfahrenseinhaltung

Einhaltung genehmigter Notfallpläne, Betriebsanweisungen, Eskalationswege und Sicherheitsvorgaben.

Kommunikationswirksamkeit

Genauigkeit, Verständlichkeit, Vollständigkeit und rechtzeitige Weitergabe von Informationen.

Ressourcenmanagement

Zweckmäßiger Einsatz von Personal, Ausrüstung, Ersatzmaterialien, Dienstleistern und Räumen.

Wiederherstellungsfähigkeit

Fähigkeit, betroffene Systeme oder Prozesse sicher zu stabilisieren und den Normalbetrieb wieder aufzunehmen.

Die Bewertung sollte zwischen kritischen Abweichungen, Verbesserungspotenzialen und bewährten Vorgehensweisen unterscheiden. Jede Feststellung muss mit einer Verantwortlichkeit und einer konkreten Maßnahme nachverfolgt werden.

Risikobewertung

Die Risikobewertung stellt sicher, dass die Übung keine unvertretbaren Risiken für Patienten, Mitarbeitende, Besuchende, klinische Leistungen oder technische Infrastruktur verursacht. Sie ist vor der Freigabe der Übung durchzuführen und während der Übung aktiv zu überwachen.

Methodik der Risikobewertung

Die Risikobewertung sollte systematisch, dokumentiert und für alle Beteiligten nachvollziehbar sein. Sie betrachtet nicht nur das Übungsszenario, sondern auch Nebenwirkungen auf laufende Abläufe.

Bewertungsstufe

Beschreibung

Gefährdungsidentifikation

Ermittlung möglicher Gefahren durch Übungsaktivitäten, beispielsweise blockierte Wege, Kommunikationslast, Verwechslung mit realen Ereignissen oder Belastung technischer Systeme.

Auswirkungsanalyse

Bewertung möglicher Folgen für Patientenversorgung, Personal, Infrastruktur, Betriebskontinuität und Reputation.

Wahrscheinlichkeitsbewertung

Einschätzung, wie wahrscheinlich eine Gefährdung während der Übung eintreten kann.

Risikoeinstufung

Festlegung des Gesamtrisikos anhand von Auswirkung und Wahrscheinlichkeit.

Maßnahmenplanung

Definition konkreter Kontrollen, Zuständigkeiten, Überwachungspunkte und Eingriffsmöglichkeiten.

Risiken mit hoher Auswirkung auf Patientensicherheit oder kritische Versorgung müssen reduziert, vermieden oder durch eine Anpassung des Übungsumfangs kontrolliert werden.

Risikokategorien

Die Risikokategorien helfen, die Bewertung vollständig und strukturiert durchzuführen.

Risikokategorie

Bewertungsschwerpunkt

Patientensicherheit

Mögliche Auswirkungen auf Behandlung, Pflege, Transport, Überwachung, Medikationsprozesse und Notfallversorgung.

Mitarbeitersicherheit

Gefährdung von Personal durch Verkehrswege, technische Anlagen, Stress, Schichtbelastung oder unklare Anweisungen.

Klinischer Betrieb

Potenzial für Unterbrechungen in Notaufnahme, OP, Intensivstation, Diagnostik, Labor, Apotheke oder Bettenmanagement.

Technische Infrastruktur

Auswirkungen auf Strom, Wasser, Lüftung, Aufzüge, Brandmeldetechnik, Zutrittskontrolle, Gebäudeautomation und medizinische Versorgungssysteme.

Regulatorische Anforderungen

Einhaltung interner Vorgaben, behördlicher Anforderungen, Meldepflichten, Datenschutz, Hygiene und Arbeitsschutz.

Maßnahmen zur Risikominderung

Risikomindernde Maßnahmen müssen praktisch umsetzbar sein und vor Übungsbeginn bestätigt werden.

Maßnahme

Zweck

Sicherheitsunterweisungen

Sicherstellen, dass alle Beteiligten Ziel, Umfang, Grenzen, Verhalten bei realen Ereignissen und Abbruchsignale kennen.

Übungsgrenzen

Begrenzung der betroffenen Bereiche, Systeme, Zeiten und Handlungen, damit der Klinikbetrieb geschützt bleibt.

Bereitschaftsressourcen

Bereitstellung zusätzlicher Ansprechpartner, technischer Unterstützung, Sicherheitsdienst, Ersatzkommunikation oder Notfallmaterial.

Überwachung

Kontinuierliche Beobachtung von Patientenversorgung, Betriebsstabilität, Kommunikationslage und Sicherheitsbedingungen.

Befugnis zum Übungsstopp

Festlegung, wer die Übung sofort unterbrechen oder beenden darf, wenn Risiken entstehen.

Die Sicherheitsbeauftragte Person und die Übungsleitung müssen während der gesamten Durchführung erreichbar sein und unmittelbar eingreifen können.

Abbruchkriterien

Abbruchkriterien legen im Voraus fest, wann eine Übung verschoben, unterbrochen oder beendet werden muss. Sie schützen Patientensicherheit, Personal, klinische Abläufe und technische Systeme vor vermeidbaren Belastungen. Die Kriterien müssen allen verantwortlichen Personen vor Übungsbeginn bekannt sein.

Kriterien für die Absage vor Übungsbeginn

Eine Übung darf nicht gestartet werden, wenn bereits vor Beginn Bedingungen bestehen, die eine sichere Durchführung verhindern.

Bedingung

Auslöser für Absage

Schwerwiegender klinischer Vorfall

Aktivierung realer Notfallstrukturen, hohe Belastung der Notaufnahme, kritische Versorgungslage oder außergewöhnliche Patientensituation.

Ausfall eines kritischen Systems

Ungeplanter Ausfall von Strom, Wasser, Lüftung, IT, Brandmeldetechnik, medizinischen Gasen, Aufzügen oder anderen essenziellen Diensten.

Personelle Engpässe

Unzureichende Verfügbarkeit von Schlüsselpersonen, klinischem Personal, Facility-Management-Team, Sicherheitsdienst oder technischen Dienstleistern.

Schweres Wetterereignis

Wetterbedingungen, die Anfahrt, Evakuierungswege, Außenbereiche, Lieferungen oder Gebäudesicherheit beeinträchtigen.

Regulatorische oder Management-Vorgabe

Anweisung durch Behörden, Geschäftsführung, Klinikleitung oder Einsatzleitung, die Übung nicht durchzuführen.

Kriterien für die Unterbrechung der Übung

Eine Unterbrechung ermöglicht eine Lagebewertung, ohne die Übung sofort vollständig zu beenden. Sie ist erforderlich, wenn ein Zustand entsteht, der geklärt oder stabilisiert werden muss.

Bedingung

Erforderliche Maßnahme

Auftretendes Sicherheitsproblem

Sofortige Pause, Bewertung durch Übungsleitung und Sicherheitsbeauftragte Person, Entscheidung über Fortsetzung oder Abbruch.

Betriebliche Störung

Prüfung, ob Patientenversorgung, klinische Abläufe oder technische Systeme beeinträchtigt sind.

Kommunikationsausfall

Wiederherstellung der vereinbarten Kommunikationswege oder Aktivierung von Ersatzkanälen.

Ressourcenmangel

Neubewertung, ob die Übung mit verfügbaren Mitarbeitenden, Geräten und Unterstützung sicher fortgeführt werden kann.

Während einer Unterbrechung dürfen keine weiteren Übungseinspielungen erfolgen. Teilnehmende müssen klar informiert werden, ob die Situation Teil der Übung ist oder ob ein reales Ereignis vorliegt.

Kriterien für die Beendigung der Übung

Eine Übung ist zu beenden, wenn eine sichere Fortführung nicht mehr gewährleistet ist oder reale Ereignisse Vorrang haben.

Bedingung

Erfordernis zur Beendigung

Risiko für Patientensicherheit

Sofortige Beendigung der Übung und Rückkehr zu sicheren klinischen Abläufen.

Tatsächlicher Notfall

Übergang vom Übungsbetrieb zur realen Ereignisbewältigung gemäß Notfallorganisation.

Erhebliche betriebliche Auswirkung

Stoppen aller Übungsaktivitäten, wenn Leistungen, Prozesse oder technische Systeme relevant beeinträchtigt werden.

Sicherheitsvorfall

Beendigung bis zur Klärung, Dokumentation und Bewertung des Ereignisses.

Entscheidung der Führungsebene

Beendigung aufgrund autorisierter Entscheidung durch Klinikleitung, Geschäftsführung oder benannte Einsatzleitung.

Nach einer Beendigung muss klar kommuniziert werden, dass die Übung abgeschlossen ist. Offene Sicherheitsfragen, betroffene Prozesse und erforderliche Sofortmaßnahmen sind zu dokumentieren.

Zuständigkeit für Absage, Unterbrechung und Abbruch

Die Entscheidung über Absage, Unterbrechung oder Abbruch muss eindeutig geregelt sein. In einer Klinik darf keine Unsicherheit darüber bestehen, wer bei Risiken handlungsbefugt ist.

Zuständigkeitsebene

Verantwortung

Übungsleiter

Empfehlung zur Unterbrechung, Steuerung der Lagebewertung und Information der Beteiligten.

Facility-Management-Leitung

Entscheidung zu gebäudetechnischen, infrastrukturellen und betrieblichen Auswirkungen.

Klinische Leitung

Bewertung aller Auswirkungen auf Patientenversorgung, klinische Prioritäten und medizinische Sicherheit.

Geschäftsführung oder Executive Management

Letzte Entscheidung über Absage, Abbruch oder Fortführung bei übergreifenden Risiken.

Die Befugnis zur sofortigen Unterbrechung sollte zusätzlich der Sicherheitsbeauftragten Person eingeräumt werden, wenn akute Gefahren erkannt werden.

Freigabeprozesse

Formelle Freigabeprozesse stellen sicher, dass eine Übung ausreichend geplant, risikobewertet, abgestimmt und ressourcenseitig abgesichert ist. Ohne dokumentierte Freigabe sollte keine Übung mit möglicher Auswirkung auf Patientenversorgung, Gebäudebetrieb oder kritische Infrastruktur durchgeführt werden.

Freigabeanforderungen

Die Freigabe muss sich auf alle wesentlichen Bestandteile der Übung beziehen. Jede zuständige Stelle prüft die Aspekte, die in ihren Verantwortungsbereich fallen.