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DGNB-Zertifizierung

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DGNB-Zertifizierung für nachhaltige Krankenhausimmobilien und grüne Gebäudekonzepte

DGNB-Zertifizierung für Krankenhäuser und Kliniken

Die DGNB-Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen ist ein strukturiertes Bewertungssystem für nachhaltige Gebäude. Für Krankenhäuser und Kliniken ist sie besonders relevant, weil Gesundheitseinrichtungen hohe Anforderungen an Energieeffizienz, Betriebssicherheit, Nutzerkomfort, Hygiene, Wirtschaftlichkeit und langfristige Gebäudefunktion stellen.

DGNB-Zertifizierung im Krankenhausbau

Hintergrund und Zweck

Das DGNB-Zertifizierungssystem wurde entwickelt, um Nachhaltigkeit im Bauwesen messbar, vergleichbar und überprüfbar zu machen. Es betrachtet Gebäude nicht nur während der Planung und Errichtung, sondern über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Dazu gehören die Nutzung, Instandhaltung, Modernisierung und spätere Rückbauphasen.

Ziel der nachhaltigen Gebäudebewertung ist es, die Qualität eines Gebäudes anhand klar definierter Kriterien zu beurteilen. Dabei werden ökologische, wirtschaftliche, funktionale und technische Anforderungen miteinander verbunden. Für Krankenhäuser und Kliniken ist dieser Ansatz besonders wichtig, da diese Gebäude oft rund um die Uhr betrieben werden und eine hohe technische Komplexität aufweisen.

Die lebenszyklusorientierte Bewertung unterstützt Facility Manager dabei, nicht nur die Investitionskosten, sondern auch Betriebs-, Wartungs-, Energie- und Erneuerungskosten zu berücksichtigen. Dadurch können Entscheidungen getroffen werden, die langfristig wirtschaftlich, betriebssicher und nachhaltig sind.

Grundprinzipien

Die DGNB verfolgt einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz. Das bedeutet, dass nicht nur Energieverbrauch und Umweltwirkungen bewertet werden, sondern auch Wirtschaftlichkeit, Nutzerkomfort, technische Qualität, Prozessqualität und Standortfaktoren.

Ein zentrales Prinzip ist die leistungsorientierte Bewertung. Die Qualität eines Gebäudes wird anhand nachweisbarer Ergebnisse beurteilt, nicht nur anhand geplanter Maßnahmen. Für das Facility Management bedeutet dies, dass Messwerte, Dokumentationen, Wartungsprozesse und Betriebsergebnisse eine wichtige Rolle spielen.

Die Integration ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte sorgt dafür, dass Nachhaltigkeit nicht isoliert betrachtet wird. Ein Krankenhaus muss energieeffizient sein, gleichzeitig aber auch hygienische Anforderungen erfüllen, Ausfallsicherheit gewährleisten, Patientenkomfort ermöglichen und wirtschaftlich betrieben werden können.

Der Fokus liegt auf langfristiger Gebäudequalität und Effizienz. Technische Anlagen, Raumstrukturen und Betriebsprozesse sollen so gestaltet sein, dass sie dauerhaft leistungsfähig, wartbar und anpassbar bleiben.

Relevanz für Gesundheitseinrichtungen

Krankenhäuser und Kliniken stehen vor besonderen Nachhaltigkeitsanforderungen. Sie haben einen hohen Energie- und Wasserbedarf, benötigen zuverlässige Lüftungs-, Heizungs-, Kühlungs-, Strom- und Sanitärsysteme und müssen strenge Anforderungen an Hygiene, Sicherheit und Verfügbarkeit erfüllen.

Die Gebäudequalität wirkt sich direkt auf die Gesundheitsversorgung aus. Raumklima, Beleuchtung, Akustik, Orientierung, technische Stabilität und funktionale Wegeführung beeinflussen Patienten, Mitarbeitende, Besucher und medizinische Abläufe.

Facility Management spielt eine zentrale Rolle bei der Erhaltung der Zertifizierungsziele. Dazu gehören Energie- und Ressourcenmonitoring, vorbeugende Instandhaltung, technische Dokumentation, Nutzerkommunikation, Anlagenoptimierung und die kontinuierliche Verbesserung der Gebäudeleistung.

DGNB-Bewertungsrahmen

Bewertungskategorie

Bewertungsschwerpunkt

Ökologische Qualität

Ressourceneffizienz und Umweltwirkung

Ökonomische Qualität

Lebenszykluskosten und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit

Soziokulturelle und funktionale Qualität

Nutzerkomfort, Gesundheit und Funktionalität

Technische Qualität

Gebäudetechnik und technische Leistungsfähigkeit

Prozessqualität

Planungs-, Bau- und Betriebsprozesse

Standortqualität

Lage, Erreichbarkeit und Umfeldbedingungen

Der Bewertungsrahmen der DGNB unterstützt eine strukturierte Betrachtung der gesamten Gebäudequalität. Für das Facility Management ist dieser Rahmen hilfreich, weil er Nachhaltigkeit in konkrete Betriebsanforderungen übersetzt. Dazu gehören messbare Energiekennzahlen, Wartungsfähigkeit, Nutzerzufriedenheit, Betriebskosten, technische Verfügbarkeit und Dokumentationsqualität.

Energieeffizienz

Die Reduzierung des Energieverbrauchs ist ein wesentlicher Bestandteil der ökologischen Qualität. In Krankenhäusern und Kliniken betrifft dies insbesondere Lüftung, Heizung, Kühlung, Beleuchtung, medizinische Bereiche, Küchen, Wäschereien und IT-Infrastruktur.

Energieeffiziente Gebäudesysteme sollten bedarfsgerecht gesteuert und regelmäßig überprüft werden. Dazu gehören effiziente Lüftungsanlagen, Wärmerückgewinnung, intelligente Gebäudeautomation, LED-Beleuchtung, effiziente Pumpen und eine optimierte Regelung der technischen Anlagen.

Die Integration erneuerbarer Energien kann die Umweltwirkung weiter reduzieren. Dabei muss im Gesundheitswesen besonders darauf geachtet werden, dass die Versorgungssicherheit, die Netzstabilität und die betrieblichen Anforderungen jederzeit gewährleistet bleiben.

Ressourcenmanagement

Ein wirksames Ressourcenmanagement umfasst den sparsamen Umgang mit Wasser, Materialien und Betriebsstoffen. In Gesundheitseinrichtungen sind wassersparende Armaturen, Leckageüberwachung, effiziente Reinigungsprozesse und eine kontrollierte Nutzung technischer Wasseranlagen wichtige Maßnahmen.

Die Auswahl nachhaltiger Materialien sollte bereits in der Planung berücksichtigt werden. Materialien müssen langlebig, wartungsfreundlich, emissionsarm und für den jeweiligen hygienischen Einsatzbereich geeignet sein.

Abfallvermeidung und Abfalltrennung sind ebenfalls zentrale Bestandteile. In Krankenhäusern ist dabei zwischen allgemeinen Abfällen, Wertstoffen, medizinischen Abfällen und besonders zu behandelnden Abfallströmen zu unterscheiden. Das Facility Management sollte klare Prozesse, Zuständigkeiten und Sammelstellen definieren.

Umweltwirkung

Die Reduzierung von Treibhausgasemissionen erfordert eine systematische Betrachtung des Gebäude- und Anlagenbetriebs. Energieverbrauch, Wärmeversorgung, Kälteerzeugung, Beschaffung und Wartungsstrategien beeinflussen die Umweltbilanz einer Gesundheitseinrichtung. Die Bewertung des ökologischen Fußabdrucks sollte nicht nur einzelne Maßnahmen betrachten, sondern die Gesamtwirkung des Gebäudes über seinen Lebenszyklus. Dazu gehören Bauprodukte, Betriebsenergie, Instandhaltung, Modernisierung und spätere Rückbauprozesse. Für eine stabile ökologische Leistung ist ein regelmäßiges Monitoring erforderlich. Verbrauchsdaten, Emissionskennzahlen und Anlagenzustände sollten erfasst, analysiert und für Optimierungsmaßnahmen genutzt werden.

Lebenszykluskostenanalyse

Die Lebenszykluskostenanalyse betrachtet nicht nur die anfänglichen Investitionskosten, sondern auch langfristige Betriebs-, Wartungs-, Energie-, Reinigungs-, Instandsetzungs- und Ersatzkosten. Gerade bei Krankenhäusern können Betriebskosten über die Nutzungsdauer einen erheblichen Anteil der Gesamtkosten ausmachen.

Investitionsentscheidungen sollten deshalb nicht ausschließlich nach dem niedrigsten Anschaffungspreis getroffen werden. Eine technisch hochwertige, energieeffiziente und wartungsfreundliche Lösung kann langfristig wirtschaftlicher sein als eine günstige Lösung mit hohen Betriebs- und Ausfallkosten.

Wartungs- und Ersatzplanungen sind frühzeitig zu berücksichtigen. Das Facility Management sollte Lebensdauern technischer Anlagen, Ersatzteilverfügbarkeit, Wartungsintervalle und Modernisierungszyklen in die Budgetplanung einbeziehen.

Anlagenwert und Leistungsfähigkeit

Langfristige wirtschaftliche Nachhaltigkeit entsteht durch Gebäude, die dauerhaft nutzbar, technisch stabil und an veränderte Anforderungen anpassbar sind. In Gesundheitseinrichtungen können sich medizinische Prozesse, gesetzliche Anforderungen, Technikstandards und Flächenbedarfe verändern.

Gebäudedauerhaftigkeit und Anpassungsfähigkeit sichern den Wert der Immobilie. Flexible Grundrisse, zugängliche Technikbereiche, ausreichende Versorgungskapazitäten und eine klare Gebäudedokumentation unterstützen eine wirtschaftliche Nutzung.

Der Werterhalt über den gesamten Lebenszyklus hängt stark von der Instandhaltungsqualität ab. Regelmäßige Inspektionen, Zustandsbewertungen, Anlagenmonitoring und eine vorausschauende Investitionsplanung helfen, Substanzverluste und ungeplante Ausfälle zu vermeiden.

Wohlbefinden der Nutzer

Die Innenraumluftqualität ist in Krankenhäusern und Kliniken besonders wichtig. Lüftungssysteme müssen eine geeignete Luftversorgung sicherstellen, Schadstoffe begrenzen und hygienische Anforderungen unterstützen.

Thermischer Komfort trägt zum Wohlbefinden von Patienten, Personal und Besuchern bei. Raumtemperaturen, Luftfeuchte, Zugluftvermeidung und zonenbezogene Regelungsmöglichkeiten sollten auf die jeweilige Nutzung abgestimmt sein.

Akustische Qualität ist für Heilungsprozesse, Konzentration und Arbeitsqualität relevant. Lärm aus Technikräumen, Fluren, Patientenzimmern und Funktionsbereichen sollte durch bauliche, technische und organisatorische Maßnahmen reduziert werden.

Beleuchtung und visueller Komfort unterstützen Sicherheit, Orientierung und Arbeitsleistung. Tageslicht, blendfreie Kunstbeleuchtung und nutzungsabhängige Lichtkonzepte sind insbesondere in Patientenzimmern, Untersuchungsräumen, Pflegebereichen und Arbeitsplätzen wichtig.

Funktionale Effizienz

Ein nachhaltiges Gesundheitsgebäude muss klinische Arbeitsabläufe wirksam unterstützen. Wege für Patienten, Personal, Material, Medikamente, Speisen, Abfälle und Wäsche sollten logisch, sicher und möglichst konfliktarm organisiert sein.

Barrierefreiheit und Inklusion sind grundlegende Anforderungen. Zugänge, Aufzüge, Sanitärbereiche, Leitsysteme, Wartezonen und Behandlungsbereiche müssen für Menschen mit unterschiedlichen körperlichen, sensorischen und kognitiven Bedürfnissen nutzbar sein.

Eine nutzerorientierte Gebäudeplanung berücksichtigt die Anforderungen von Patienten, medizinischem Personal, Verwaltung, Technik, Reinigung, Logistik und Besuchern. Für das Facility Management ist es wichtig, diese Anforderungen auch im laufenden Betrieb regelmäßig zu überprüfen.

Gesundheit und Sicherheit

Sichere Umgebungen für Patienten und Mitarbeitende sind ein Kernziel nachhaltiger Gesundheitseinrichtungen. Dazu gehören rutschhemmende Oberflächen, sichere Verkehrswege, ausreichende Beleuchtung, Notrufsysteme und klare Flucht- und Rettungswege.

Die bauliche und technische Infrastruktur sollte die Infektionsprävention unterstützen. Reinigungsfreundliche Materialien, geeignete Lüftung, getrennte Wegeführungen in sensiblen Bereichen und gut geplante Sanitär- und Hygienebereiche tragen dazu bei.

Notfallvorsorge ist im Krankenhausbetrieb besonders wichtig. Stromversorgung, Brandschutz, Evakuierungsplanung, Notbeleuchtung, technische Redundanzen und klare Verantwortlichkeiten müssen regelmäßig geprüft und geübt werden.

Leistungsfähigkeit der Gebäudesysteme

Die Wirksamkeit der HLK-Systeme, also Heizung, Lüftung und Klima, ist für Komfort, Hygiene und Prozesssicherheit entscheidend. Anlagen müssen bedarfsgerecht dimensioniert, zuverlässig betrieben und regelmäßig gewartet werden.

Die elektrische Infrastruktur muss eine stabile Versorgung sicherstellen. In Krankenhäusern umfasst dies Normalstrom, Sicherheitsstrom, unterbrechungsfreie Stromversorgung, medizinische Verbraucher, IT-Systeme, Beleuchtung und technische Anlagen.

Wasser- und Sanitärsysteme müssen hygienisch sicher, leistungsfähig und wartbar sein. Dazu gehören Trinkwasserqualität, Warmwasserbereitung, Abwasserführung, Armaturenmanagement und die Vermeidung von Stagnation in Leitungsnetzen.

Wartungsfreundlichkeit und Bedienbarkeit

Technische Anlagen müssen für Wartung, Prüfung und Reparatur gut zugänglich sein. Enge Technikräume, fehlende Revisionsöffnungen oder unzureichende Arbeitsflächen erschweren den Betrieb und erhöhen Ausfallrisiken.

Wartungsarbeiten sollten effizient und sicher durchgeführt werden können. Dazu gehören klare Anlagenkennzeichnungen, vollständige Dokumentation, digitale Wartungspläne, geeignete Ersatzteilstrategien und abgestimmte Zugangsregelungen.

Eine bedienerfreundliche Gebäudetechnik unterstützt das Facility Management im Alltag. Gebäudeautomation, Monitoring-Systeme und CAFM-Lösungen sollten verständliche Daten liefern und eine schnelle Reaktion auf Störungen ermöglichen.

Anpassungsfähigkeit des Gebäudes

Gesundheitsgebäude müssen auf zukünftige Anforderungen reagieren können. Medizinische Technik, Behandlungskonzepte, Patientenzahlen und gesetzliche Anforderungen können sich verändern.

Flexible Flächenstrukturen, modulare technische Systeme und Reserven in Versorgungsschächten können spätere Anpassungen erleichtern. Dies reduziert Umbaukosten und Betriebsunterbrechungen.

Systemresilienz und Zuverlässigkeit sind ebenfalls Teil der Anpassungsfähigkeit. Kritische Anlagen sollten so geplant und betrieben werden, dass Ausfälle begrenzt, schnell erkannt und sicher behoben werden können.

Planungs- und Entwurfsqualität

Ein integrierter Planungsansatz ist für DGNB-Projekte im Gesundheitswesen wesentlich. Architekten, Fachplaner, Betreiber, Facility Management, medizinische Nutzer, Hygieneexperten und Bauherren sollten frühzeitig eingebunden werden.

Nachhaltigkeitsziele müssen klar definiert werden. Dazu gehören Energieziele, Komfortanforderungen, Wartungsstandards, Materialanforderungen, Dokumentationspflichten und Zielwerte für die spätere Betriebsphase.

Die Einbindung relevanter Stakeholder verbessert die Planungsqualität. Besonders das Facility Management sollte früh beteiligt werden, damit spätere Betriebsanforderungen, Zugänglichkeiten, Wartungsprozesse und Lebenszykluskosten realistisch berücksichtigt werden.

Qualitätsmanagement in der Bauphase

Qualitätssicherung während der Bauphase ist notwendig, damit die geplanten Nachhaltigkeitsziele tatsächlich umgesetzt werden. Prüfpläne, Baustellenkontrollen, Materialfreigaben und technische Abnahmen sollten strukturiert durchgeführt werden.

Nachhaltige Baupraktiken umfassen einen kontrollierten Materialeinsatz, Abfalltrennung auf der Baustelle, Schutz vor Feuchteschäden, emissionsarme Produkte und eine sorgfältige Ausführung technischer Anlagen.

Leistungsnachweise sind für die spätere Zertifizierung und den Betrieb wichtig. Prüfprotokolle, Messungen, Inbetriebnahmeunterlagen und Mängelverfolgung sollten vollständig dokumentiert werden.

Inbetriebnahme und Dokumentation

Die Inbetriebnahme technischer Systeme muss systematisch erfolgen. Anlagen sind zu testen, einzuregulieren und hinsichtlich ihrer geplanten Leistung zu validieren.

Dokumentationsmanagement ist eine zentrale Aufgabe. Revisionsunterlagen, Wartungsanleitungen, Prüfprotokolle, Anlagenlisten, Schaltpläne und Bedienkonzepte müssen vollständig, aktuell und für das Betriebsteam zugänglich sein.

Die Prüfung der Betriebsbereitschaft stellt sicher, dass das Gebäude sicher, funktionsfähig und nutzungsgerecht übergeben wird. Das Facility Management sollte vor der Übergabe geschult werden und die wichtigsten Anlagen, Betriebszustände und Störfallprozesse kennen.

Erreichbarkeit

Krankenhäuser und Kliniken müssen für Patienten, Besucher und Mitarbeitende gut erreichbar sein. Dies betrifft sichere Zugänge, klare Orientierung, barrierefreie Wege, ausreichende Parkmöglichkeiten und eine verständliche Verkehrsführung.

Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr unterstützt eine nachhaltige Mobilität. Haltestellen, Fußwege, Fahrradabstellplätze und sichere Übergänge sollten in die Standortbewertung einbezogen werden.

Die Erreichbarkeit für Rettungs- und Einsatzfahrzeuge ist betriebskritisch. Zufahrten, Vorfahrten, Wendemöglichkeiten, Feuerwehrflächen und Notfallzugänge müssen freigehalten, gekennzeichnet und regelmäßig überprüft werden.

Standortintegration

Die Umweltverträglichkeit des Standorts betrifft unter anderem Lärm, Grünflächen, Bodenversiegelung, Regenwassermanagement und die Einbindung in das städtebauliche Umfeld.

Eine effiziente Flächennutzung unterstützt sowohl Nachhaltigkeit als auch Betriebseffizienz. Erweiterungsmöglichkeiten, Logistikflächen, technische Außenanlagen und Aufenthaltsbereiche sollten sinnvoll angeordnet werden.

Lokale Infrastruktur ist für den Betrieb einer Gesundheitseinrichtung wesentlich. Dazu gehören Energieversorgung, Wasser- und Abwassersysteme, digitale Netze, Verkehrsanbindung, Entsorgung und die Nähe zu ergänzenden Gesundheits- oder Versorgungsangeboten.

Nachhaltige Gesundheitsinfrastruktur

Die Integration von Nachhaltigkeit in den Krankenhausbetrieb erfordert eine enge Verbindung von Gebäudeplanung, Technik, medizinischen Prozessen und Facility Management. Nachhaltigkeit darf nicht nur als Planungsziel verstanden werden, sondern muss im täglichen Betrieb messbar umgesetzt werden.

Krankenhäuser sind ressourcenintensive Einrichtungen. Lüftung, Sterilisation, Diagnostik, Beleuchtung, Kühlung, Medizintechnik und Logistik verursachen hohe Energie- und Betriebskosten. Die DGNB-Bewertung unterstützt dabei, diese Bereiche strukturiert zu analysieren und zu verbessern.

Betriebliche Leistungsfähigkeit

Energie- und Medienmanagement sind zentrale Aufgaben im nachhaltigen Krankenhausbetrieb. Strom, Wärme, Kälte, Wasser, medizinische Gase und Druckluft müssen zuverlässig bereitgestellt und effizient genutzt werden. Effiziente Facility Services unterstützen die medizinische Kernleistung. Reinigung, Sicherheit, Abfallmanagement, Logistik, Catering, technische Instandhaltung und Außenanlagenpflege sollten klar organisiert und leistungsbezogen gesteuert werden. Die langfristige Optimierung der Anlagenleistung erfordert kontinuierliche Zustandsbewertung. Kritische technische Systeme sollten überwacht, regelmäßig gewartet und anhand von Betriebsdaten verbessert werden.

Patienten- und Arbeitsumfeld

Ein hochwertiges Gebäude kann heilungsfördernde Umgebungen unterstützen. Gute Luftqualität, angemessene Beleuchtung, geringe Lärmbelastung, sichere Wegeführung und angenehme Aufenthaltsbereiche verbessern die Patientenerfahrung.

Auch die Arbeitsplatzqualität für medizinisches und nichtmedizinisches Personal ist wesentlich. Funktionale Räume, kurze Wege, zuverlässige Technik, ergonomische Arbeitsbereiche und klare Betriebsprozesse tragen zur Arbeitsfähigkeit und Zufriedenheit bei.

Patientenzentrierte Versorgung wird durch Gebäude unterstützt, die Orientierung, Komfort, Sicherheit und Privatsphäre ermöglichen. Das Facility Management trägt dazu bei, diese Qualitäten im täglichen Betrieb aufrechtzuerhalten.

Ressourceneffiziente Gebäudegestaltung

In Kliniken und ambulanten Einrichtungen ist eine effiziente Flächennutzung besonders wichtig. Behandlungsräume, Wartezonen, Verwaltung, Lager, Technikflächen und Personalbereiche sollten so geplant werden, dass Abläufe ohne unnötige Wege und Flächenverluste funktionieren.

Effiziente Gebäudebetriebe setzen auf bedarfsgerechte Technik, einfache Wartung und klare Betriebsprozesse. Auch kleinere Einrichtungen profitieren von Energieüberwachung, geregelter Lüftung, effizienter Beleuchtung und systematischer Instandhaltung.

Nutzererfahrung und Barrierefreiheit

Komfortable Patientenumgebungen sind für Kliniken ein wichtiger Qualitätsfaktor. Wartebereiche, Untersuchungsräume, Sanitärbereiche und Empfangszonen sollten gut belüftet, sauber, übersichtlich und angenehm gestaltet sein.

Barrierefreie Gesundheitsleistungen erfordern leicht verständliche Wegeführung, stufenlose Zugänge, geeignete Türen, Aufzüge oder Rampen sowie nutzbare Sanitärbereiche. Dies verbessert die Zugänglichkeit für Patienten mit Mobilitätseinschränkungen, ältere Menschen und Besucher.

Die betriebliche Wirksamkeit im ambulanten Bereich hängt von klaren Abläufen ab. Terminführung, Patientenwege, Reinigung, Materialversorgung und technische Verfügbarkeit müssen auf kurze Aufenthaltszeiten und hohe Frequenz ausgelegt sein.

Leistungsüberwachung

Die Überwachung der Nachhaltigkeitsleistung ist eine dauerhafte Aufgabe. Energieverbrauch, Wasserverbrauch, Abfallmengen, Raumkomfort, Anlagenverfügbarkeit und Wartungskennzahlen sollten regelmäßig erfasst und bewertet werden.

Energie- und Ressourcenmonitoring ermöglicht frühzeitige Reaktionen auf Abweichungen. Steigende Verbräuche, ineffiziente Regelungen oder technische Fehlfunktionen können so erkannt und korrigiert werden.

Instandhaltungsmanagement

Vorbeugende Instandhaltung reduziert Ausfallrisiken und verlängert die Lebensdauer technischer Anlagen. Wartungspläne sollten risikoorientiert, nutzungsbezogen und auf kritische Krankenhausfunktionen abgestimmt sein.

Lebenszyklusorientiertes Anlagenmanagement verbindet technische Zustandsdaten mit Budgetplanung. Dadurch können Ersatzinvestitionen, Modernisierungen und Instandsetzungen rechtzeitig vorbereitet werden.

Kontinuierliche Verbesserung

Regelmäßige Leistungsbewertungen helfen, Schwachstellen im Betrieb zu erkennen. Dazu gehören Energieaudits, Nutzerfeedback, Anlagenanalysen, Störungsberichte und Kostenbewertungen.

Laufende Nachhaltigkeitsinitiativen können die Gebäudewirkung schrittweise verbessern. Beispiele sind Optimierung der Anlagenregelung, Reduzierung von Wasserverlusten, Verbesserung der Abfalltrennung, Umstellung auf effiziente Beleuchtung und Schulung des Betriebspersonals.

Definition der Zertifizierungsziele

Zu Beginn des Projekts müssen klare Nachhaltigkeitsziele festgelegt werden. Diese Ziele sollten messbar sein und sich auf Energie, Ressourcen, Komfort, technische Qualität, Wirtschaftlichkeit und Betriebsprozesse beziehen.

Die Auswahl des angestrebten Zertifizierungsniveaus gibt dem Projektteam Orientierung. Das Zielniveau sollte realistisch sein und zu Budget, Gebäudeart, Projektumfang und Betreiberanforderungen passen.

Organisation des Projektteams

Rollen und Verantwortlichkeiten müssen eindeutig definiert werden. Dazu gehören Bauherr, Projektsteuerung, DGNB-Auditor, Planungsteam, Fachplaner, Facility Management, Nutzervertretung und ausführende Unternehmen.

Die Koordination zwischen den Beteiligten ist entscheidend. Nachhaltigkeitsanforderungen müssen in Planung, Ausschreibung, Bauausführung, Inbetriebnahme und späteren Betrieb übertragen werden.

Bewertungsprozess

Phase

Hauptaktivitäten

Registrierung

Anmeldung des Projekts im DGNB-System

Planungsbewertung

Bewertung von Entwurf und Nachhaltigkeitsstrategien

Dokumentationseinreichung

Vorbereitung und Einreichung erforderlicher Nachweise

Prüfung

Überprüfung der Erfüllung von Kriterien und Leistungsanforderungen

Endbewertung

Gesamtbewertung und Zertifizierungsentscheidung

Der Bewertungsprozess erfordert eine strukturierte Nachweisführung. Für das Facility Management ist besonders wichtig, dass betriebsrelevante Anforderungen bereits in der Planungs- und Bauphase dokumentiert werden. Fehlende Unterlagen, unklare Zuständigkeiten oder nicht geprüfte Anlagen können den späteren Betrieb und die Zertifizierung erschweren.

Leistungsbewertung

Die Leistungsbewertung prüft, ob die relevanten Bewertungskriterien erfüllt wurden. Dazu werden Planungsunterlagen, Berechnungen, technische Nachweise, Produktinformationen, Messungen und Betriebsdokumente herangezogen.

Technische und betriebliche Unterlagen müssen vollständig und nachvollziehbar sein. Für Krankenhäuser und Kliniken sind insbesondere Nachweise zu Energie, Raumkomfort, technischer Sicherheit, Wartungsfähigkeit und Betriebsbereitschaft wichtig.

Qualitätssicherung

Unabhängige Prüfverfahren stellen sicher, dass die Bewertung objektiv und nachvollziehbar erfolgt. Die eingereichten Nachweise werden auf Plausibilität, Vollständigkeit und Übereinstimmung mit den Anforderungen geprüft.

Die Validierung der Konformität dient dazu, Planungsziele, Bauausführung und dokumentierte Leistung miteinander abzugleichen. Abweichungen sollten früh erkannt und vor Abschluss der Zertifizierung geklärt werden.

Die DGNB-Zertifizierung kann je nach Bewertungsergebnis in unterschiedlichen Stufen vergeben werden:

  • Bronze

  • Silber

  • Gold

  • Platin

Die konkrete Einstufung richtet sich nach dem erreichten Gesamtergebnis und den Anforderungen des jeweiligen DGNB-Systems. Für Projektteams ist es wichtig, die angestrebte Stufe frühzeitig zu definieren und die erforderlichen Nachweise konsequent zu steuern.

Aktivitäten nach der Zertifizierung

Nach der Zertifizierung sollte die Gebäudeleistung kontinuierlich überwacht werden. Verbrauchsdaten, Wartungsstatus, Nutzerfeedback und technische Störungen geben Hinweise darauf, ob die geplanten Nachhaltigkeitsziele im Betrieb erreicht werden.

Kontinuierliches Nachhaltigkeitsmanagement ist erforderlich, um die Qualität langfristig zu sichern. Dazu gehören regelmäßige Optimierungen, Schulungen, Aktualisierung der Dokumentation und eine enge Zusammenarbeit zwischen Facility Management, Betreiber und Nutzern.

Ökologische Vorteile

Die DGNB-Zertifizierung unterstützt die Reduzierung von Energie- und Ressourcenverbrauch. Durch effiziente Technik, nachhaltige Materialien, Wassermanagement und strukturierte Betriebsüberwachung können Umweltbelastungen gesenkt werden.

Ein geringerer ökologischer Fußabdruck stärkt die Nachhaltigkeitsleistung der Gesundheitseinrichtung. Für Krankenhäuser und Kliniken ist dies besonders relevant, da sie aufgrund ihres Dauerbetriebs einen hohen Ressourcenbedarf haben.

Ökonomische Vorteile

Ein wesentlicher Vorteil liegt in niedrigeren Betriebs- und Instandhaltungskosten. Energieeffiziente Anlagen, wartungsfreundliche Systeme und planbare Ersatzinvestitionen verbessern die Wirtschaftlichkeit über den Lebenszyklus.

Die Lebenszykluskosteneffizienz wird erhöht, weil Entscheidungen nicht nur auf Anschaffungskosten basieren. Gebäude und Anlagen werden nach langfristigem Nutzen, Betriebssicherheit und Werterhalt bewertet.

Eine zertifizierte Immobilie kann einen höheren Anlagenwert und eine bessere Marktposition erreichen. Klare Nachhaltigkeitsnachweise, gute Dokumentation und stabile technische Qualität unterstützen den langfristigen Werterhalt.

Betriebliche Vorteile

Die DGNB-Zertifizierung fördert eine bessere Gebäudeleistung. Technische Systeme werden strukturierter geplant, geprüft und betrieben, wodurch Komfort, Effizienz und Verfügbarkeit verbessert werden können.

Die Wirksamkeit der Instandhaltung steigt, wenn technische Zugänglichkeit, Dokumentation und Wartungsprozesse früh berücksichtigt werden. Das reduziert ungeplante Ausfälle und erleichtert den täglichen Betrieb.

Facility Manager erhalten eine bessere Grundlage für Entscheidungen. Messwerte, Lebenszykluskosten, Zustandsdaten und Nutzeranforderungen können systematisch miteinander verbunden werden.

Vorteile für das Gesundheitswesen

Patientenkomfort und Zufriedenheit können durch bessere Raumluft, angenehme Temperaturen, gute Beleuchtung, reduzierte Lärmbelastung und klare Orientierung verbessert werden.

Für medizinisches und nichtmedizinisches Personal entstehen bessere Arbeitsbedingungen. Funktionale Räume, zuverlässige Gebäudetechnik und sichere Betriebsprozesse unterstützen eine stabile Leistungserbringung.

Die effiziente Bereitstellung von Gesundheitsleistungen wird unterstützt, weil Gebäude, Technik und Facility Services besser auf klinische Abläufe abgestimmt sind.

Strategische Vorteile

Die DGNB-Zertifizierung zeigt ein klares Engagement für Nachhaltigkeit. Sie macht ökologische, wirtschaftliche und soziale Qualität sichtbar und nachvollziehbar.

Sie unterstützt die Ausrichtung an organisatorischen Nachhaltigkeitszielen. Krankenhäuser und Kliniken können ihre Immobilienstrategie, Betriebsziele und Nachhaltigkeitsprogramme besser miteinander verbinden.

Eine zertifizierte Gesundheitseinrichtung kann Vertrauen bei Patienten, Mitarbeitenden, Betreibern, Investoren und öffentlichen Stellen stärken. Sie zeigt, dass Gebäudequalität, Ressourceneffizienz und verantwortungsvolles Facility Management systematisch umgesetzt werden.