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Beauftragter für Medizinproduktesicherheit und Vorkommnisse

Facility Management: Kliniken und Krankenhäuser » FM » Medizintechnik, FM und IT/OT-Schnittstellen » Beauftragter für Medizinproduktesicherheit und Vorkommnisse

Beauftragter für Medizinproduktesicherheit und Vorkommnisse im Krankenhaus

Beauftragte Person für Medizinproduktesicherheit und Vorkommnisse in Krankenhäusern und Kliniken

Die beauftragte Person für Medizinproduktesicherheit und Vorkommnisse ist die zentrale Koordinationsstelle für sicherheitsrelevante Ereignisse im Zusammenhang mit Medizinprodukten in Krankenhäusern und Kliniken. Sie unterstützt die sichere Anwendung, die strukturierte Bearbeitung von Vorkommnissen, die Einhaltung interner Vorgaben sowie die Zusammenarbeit zwischen klinischen Bereichen, Medizintechnik, Facility Management, Qualitäts- und Risikomanagement und Krankenhausleitung.

Sicherheit von Medizinprodukten gezielt steuern

Zweck der Position

Die Position dient dazu, medizinproduktbezogene Risiken frühzeitig zu erkennen, gemeldete Vorkommnisse fachgerecht zu koordinieren und sicherzustellen, dass erforderliche Maßnahmen nachvollziehbar umgesetzt werden. Die beauftragte Person ist keine Einzelinstanz für technische Reparaturen oder klinische Entscheidungen, sondern eine koordinierende Funktion mit klarer Schnittstellenverantwortung.

Ziele

  • Sichere Nutzung und sicherer Betrieb von Medizinprodukten sicherstellen: Medizinprodukte müssen bestimmungsgemäß, funktionsfähig und unter geeigneten Betriebsbedingungen eingesetzt werden.

  • Vorkommnisse und unerwünschte Ereignisse koordinieren: Meldungen müssen aufgenommen, bewertet, weitergeleitet und bis zur abschließenden Bearbeitung verfolgt werden.

  • Einhaltung geltender Anforderungen und interner Verfahren unterstützen: Die beauftragte Person achtet darauf, dass Meldewege, Dokumentationspflichten, Prüfprozesse und Freigaben eingehalten werden.

  • Eine aktive Sicherheits- und Meldekultur fördern: Mitarbeitende sollen Vorkommnisse, Beinahe-Ereignisse und Auffälligkeiten ohne Verzögerung melden, damit Risiken schnell beherrscht werden können.

Organisatorische Rolle

Die beauftragte Person arbeitet bereichsübergreifend. Sie verbindet klinische, technische, organisatorische und infrastrukturelle Informationen, damit medizinproduktbezogene Risiken vollständig bewertet werden können.

Funktionsbereich

Verantwortung

Klinische Bereiche

Koordination von Vorkommnismeldungen, Anwenderinformationen und sicherheitsrelevanter Kommunikation

Medizintechnik

Technische Bewertung, Geräteprüfung, Ursachenanalyse und Unterstützung bei gerätebezogenen Untersuchungen

Facility Management

Koordination von infrastrukturellen Themen, die den Betrieb von Medizinprodukten beeinflussen

Qualitäts- und Risikomanagement

Einbindung von Vorkommnissen, Maßnahmen und Kennzahlen in Qualitäts- und Risikoprozesse

Krankenhausleitung

Information über wesentliche Sicherheitsrisiken, kritische Vorkommnisse und Leistungsindikatoren

Behörden und externe Stellen

Kommunikation und Meldung, sofern dies erforderlich oder organisatorisch vorgesehen ist

Sicherheitskoordination

Die beauftragte Person ist die zentrale Anlaufstelle für Fragen zur Medizinproduktesicherheit. Sie koordiniert sicherheitsbezogene Abläufe, sorgt für klare Zuständigkeiten und unterstützt die Umsetzung von Verfahren zur sicheren Nutzung von Medizinprodukten. Zu ihren Aufgaben gehört es, sicherheitsrelevante Informationen zu bewerten, interne Stellen zu informieren und erforderliche Maßnahmen anzustoßen. Dazu zählen Hinweise von Herstellern, technische Auffälligkeiten, interne Meldungen und Ergebnisse aus Prüfungen oder Audits.

Überwachung von Vorkommnissen

Bei einem Vorkommnis stellt die beauftragte Person sicher, dass die Meldung vollständig erfasst, die Dringlichkeit bewertet und die Untersuchung eingeleitet wird. Sie koordiniert die Abstimmung zwischen klinischen Bereichen, Medizintechnik, Facility Management, Qualitätsmanagement und weiteren Beteiligten. Sie verfolgt Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen bis zum Abschluss. Dabei ist wichtig, dass Maßnahmen nicht nur beschlossen, sondern auch umgesetzt, überprüft und dokumentiert werden.

Dokumentation und Compliance

Alle sicherheitsrelevanten Vorgänge müssen nachvollziehbar dokumentiert werden. Die Dokumentation umfasst Meldungen, Bewertungen, Untersuchungen, Entscheidungen, Maßnahmen, Freigaben und Kommunikation. Die beauftragte Person unterstützt Audits, interne Prüfungen und externe Inspektionen, indem sie vollständige und geordnete Nachweise bereitstellt. Dadurch wird die Rückverfolgbarkeit sicherheitsrelevanter Entscheidungen gewährleistet.

Schulung und Sensibilisierung

Die beauftragte Person fördert das Bewusstsein für sichere Anwendung, Meldepflichten und interne Abläufe. Mitarbeitende müssen wissen, welche Ereignisse zu melden sind, welche Sofortmaßnahmen erforderlich sind und welche Stellen einzubeziehen sind. Erkenntnisse aus Vorkommnissen werden in geeigneter Form weitergegeben. Ziel ist es, Wiederholungen zu vermeiden und das Sicherheitsniveau im Betrieb kontinuierlich zu verbessern.

Rahmen für das Vorkommnismanagement

Das Vorkommnismanagement stellt sicher, dass medizinproduktbezogene Ereignisse strukturiert erkannt, gemeldet, untersucht, bewertet und abgeschlossen werden. Der Prozess muss für klinische und technische Mitarbeitende verständlich, zugänglich und verbindlich sein.

Zweck

Der Zweck besteht darin, Patienten, Mitarbeitende und den Krankenhausbetrieb vor vermeidbaren Risiken zu schützen. Jedes relevante Ereignis soll so bearbeitet werden, dass die Ursache verstanden, das unmittelbare Risiko kontrolliert und eine Wiederholung möglichst verhindert wird.

Erkennung und Meldung von Vorkommnissen

Vorkommnisse können in der direkten Patientenversorgung, während der Geräteanwendung, bei der Wartung, im Rahmen technischer Prüfungen oder durch externe Informationen erkannt werden. Entscheidend ist, dass Auffälligkeiten zeitnah gemeldet und nicht informell gelöst werden, wenn ein Sicherheitsrisiko bestehen kann.

Quellen von Vorkommnissen

  • Klinische Anwenderinnen und Anwender sowie medizinisches Personal.

  • Medizintechnik und technische Fachabteilungen.

  • Facility Management und technische Dienste.

  • Hersteller, Lieferanten und externe Serviceanbieter.

  • Interne Audits, Begehungen, Prüfungen und Inspektionen.

Meldeanforderungen

Meldeelement

Beschreibung

Beschreibung des Vorkommnisses

Kurze, sachliche Darstellung des Ereignisses, der Umstände und des zeitlichen Ablaufs

Geräteinformationen

Gerätebezeichnung, Inventarnummer, Seriennummer, Standort und betroffene Abteilung

Operative Auswirkungen

Auswirkungen auf Behandlungsabläufe, Verfügbarkeit von Geräten oder klinische Leistungen

Sicherheitsauswirkungen

Tatsächliche oder mögliche Gefährdung von Patienten, Mitarbeitenden oder Dritten

Sofortmaßnahmen

Bereits durchgeführte Maßnahmen zur Sicherung der Situation, Sperrung des Geräts oder Information zuständiger Stellen

Untersuchungsprozess bei Vorkommnissen:

Die Untersuchung muss der Schwere des Ereignisses angemessen sein. Kritische Vorkommnisse erfordern eine sofortige Sicherung der Situation, klare Eskalation und eine priorisierte Bearbeitung. Weniger kritische Ereignisse werden ebenfalls nachvollziehbar bewertet und dokumentiert.

Erstbewertung

  • Schweregrad, Dringlichkeit und potenzielle Wiederholungsgefahr bestimmen.

  • Betroffene Geräte sichern, kennzeichnen und bei Bedarf außer Betrieb nehmen.

  • Verfügbare Beweise, Einstellungen, Protokolle und Betriebsdaten erhalten.

  • Risiken für Patientenversorgung, Mitarbeitende und Betriebsabläufe bewerten.

Untersuchungsaktivitäten

  • Technische und organisatorische Informationen zum Ereignis sammeln.

  • Wartungs-, Prüf-, Reparatur- und Servicedokumentation prüfen.

  • Anwenderverhalten, Einweisung, Arbeitsabläufe und Umgebungsbedingungen bewerten.

  • Infrastrukturbezogene Faktoren wie Stromversorgung, Raumklima, Medienversorgung oder IT-Anbindung einbeziehen.

  • Ursachenanalyse durchführen und beitragende Faktoren dokumentieren.

Untersuchungsergebnisse

Ergebnisbereich

Zweck

Ursachenidentifikation

Feststellen, welche technischen, organisatorischen, menschlichen oder infrastrukturellen Faktoren zum Ereignis beigetragen haben

Risikobewertung

Einschätzen, ob weiterhin Sicherheitsrisiken bestehen und welche Bereiche betroffen sind

Korrekturmaßnahmen

Erkannte Mängel beseitigen und den sicheren Zustand wiederherstellen

Vorbeugemaßnahmen

Wiederholungen vermeiden und bestehende Prozesse verbessern

Abschluss von Vorkommnissen

Ein Vorkommnis darf erst abgeschlossen werden, wenn alle relevanten Untersuchungen beendet, die Maßnahmen bewertet und die erforderlichen Informationen dokumentiert sind. Der Abschluss muss nachvollziehbar begründet sein.

Abschlussanforderungen

  • Abschluss aller Untersuchungsaktivitäten.

  • Überprüfung der Wirksamkeit beschlossener Korrekturmaßnahmen.

  • Dokumentation von Feststellungen, Entscheidungen, Verantwortlichkeiten und Fristen.

  • Kommunikation relevanter Erkenntnisse an betroffene Bereiche.

  • Aktualisierung von Verfahren, Schulungsunterlagen oder Sicherheitsinformationen, sofern erforderlich.

Programm zur Medizinproduktesicherheit

Ein Programm zur Medizinproduktesicherheit bündelt alle organisatorischen, technischen und betrieblichen Maßnahmen, die einen sicheren Einsatz von Medizinprodukten unterstützen. Es sollte in die bestehenden Strukturen des Krankenhauses eingebunden sein und eng mit Medizintechnik, Facility Management, Qualitätsmanagement und klinischen Leitungen abgestimmt werden.

Ziele

  • Patienten, Mitarbeitende und Besucher vor medizinproduktbezogenen Risiken schützen.

  • Einen zuverlässigen und sicheren Betrieb von Medizinprodukten sicherstellen.

  • Regulatorische, organisatorische und interne Anforderungen unterstützen.

  • Die Sicherheitsleistung durch messbare Maßnahmen und klare Verantwortlichkeiten verbessern.

Risikobasiertes Sicherheitsmanagement

Risikobasiertes Sicherheitsmanagement bedeutet, dass Maßnahmen nach dem tatsächlichen Risiko priorisiert werden. Kritische Geräte, versorgungsrelevante Systeme und Bereiche mit hoher Patientenabhängigkeit erhalten besondere Aufmerksamkeit.

Sicherheitsrisikobewertung

Bewertungsbereich

Bewertungsschwerpunkt

Patientensicherheit

Mögliche Schädigung von Patienten durch Gerätefehler, Fehlbedienung oder ungeeignete Betriebsbedingungen

Mitarbeitersicherheit

Risiken für medizinisches, technisches und unterstützendes Personal

Gerätekritikalität

Bedeutung des Medizinprodukts für Diagnostik, Therapie, Überwachung oder Notfallversorgung

Operative Auswirkungen

Mögliche Unterbrechung klinischer Leistungen oder Verzögerung von Behandlungsabläufen

Regulatorische Auswirkungen

Relevanz für Nachweispflichten, Meldepflichten und interne Compliance

Risikokontrollmaßnahmen

  • Inspektion, Prüfung und Freigabe von Medizinprodukten.

  • Vorbeugende Wartungs- und Instandhaltungsprogramme.

  • Bearbeitung von Sicherheitsinformationen, Warnhinweisen und Rückrufen.

  • Schulung und Unterstützung der Anwenderkompetenz.

  • Überprüfung und Anpassung betrieblicher Verfahren.

  • Abstimmung mit Facility Management bei infrastrukturellen Risiken.

Sicherheitsüberwachung und Beobachtung:

Die Sicherheitsüberwachung dient dazu, wiederkehrende Auffälligkeiten, technische Schwachstellen und organisatorische Defizite frühzeitig zu erkennen. Sie basiert auf Vorkommnissen, Wartungsdaten, Prüfberichten, Rückmeldungen aus den Bereichen und externen Sicherheitsinformationen.

Überwachungsaktivitäten

  • Auswertung von Vorkommnistrends.

  • Analyse wiederkehrender Geräteausfälle oder Bedienprobleme.

  • Überwachung der Wirksamkeit von Korrekturmaßnahmen.

  • Bewertung von Sicherheitskennzahlen und Bearbeitungszeiten.

  • Prüfung, ob Sicherheitsinformationen rechtzeitig verteilt und umgesetzt wurden.

Management von Sicherheitsinformationen

Aktivität

Zweck

Prüfung von Sicherheitshinweisen

Herstellerinformationen bewerten und Relevanz für eigene Gerätebestände feststellen

Rückrufüberwachung

Betroffene Geräte, Standorte und Verantwortlichkeiten identifizieren

Nachverfolgung von Korrekturmaßnahmen

Sicherstellen, dass Maßnahmen vollständig und fristgerecht umgesetzt werden

Dokumentationskontrolle

Vollständige, aktuelle und prüffähige Sicherheitsnachweise aufrechterhalten

Kontinuierliche Sicherheitsverbesserung:

Kontinuierliche Verbesserung bedeutet, aus Vorkommnissen, Beinahe-Ereignissen, technischen Daten und Rückmeldungen systematisch zu lernen. Der Fokus liegt auf praktikablen Maßnahmen, die Risiken reduzieren und Abläufe stabiler machen.

Verbesserungsprozess

  • Vorkommnis- und Trenddaten regelmäßig analysieren.

  • Möglichkeiten zur Risikoreduzierung identifizieren.

  • Verfahren, Prüfschritte und Sicherheitskontrollen aktualisieren.

  • Kommunikationswege und Schulungsmaßnahmen stärken.

  • Verantwortlichkeiten und Eskalationswege bei Bedarf anpassen.

Leistungsbewertung

Leistungsbereich

Messschwerpunkt

Vorkommnismeldung

Vollständigkeit, Verständlichkeit und rechtzeitige Meldung

Untersuchungsmanagement

Qualität der Analyse, Abschlussdauer und Wirksamkeit der Lösung

Korrekturmaßnahmen

Umsetzung, Nachweisführung und Wirksamkeitsprüfung

Sicherheitskommunikation

Reichweite, Verständlichkeit und Kenntnisnahme durch betroffene Bereiche

Compliance-Management

Einhaltung von internen Vorgaben, Meldewegen und Dokumentationsanforderungen

Unterstützung der Medizinproduktesicherheit durch Facility Management

Facility Management leistet einen wesentlichen Beitrag zur Medizinproduktesicherheit, weil viele Medizinprodukte von stabilen Gebäudesystemen abhängig sind. Dazu gehören Stromversorgung, Notstrom, Raumlufttechnik, Kühlung, medizinische Gase, Wasserqualität, Abwasser, IT-Infrastruktur und räumliche Bedingungen. Aus Sicht des Facility Managements müssen technische Anlagen so betrieben, überwacht und instand gehalten werden, dass Medizinprodukte unter sicheren und geeigneten Bedingungen funktionieren. Störungen an Gebäudesystemen können direkte Auswirkungen auf Diagnostik, Therapie, Überwachung und Patientenversorgung haben.

Koordinationsbereiche des Facility Managements

FM-Schnittstelle

Schwerpunkt des Sicherheitsmanagements

Elektrische Anlagen

Sichere, stabile und unterbrechungsarme Stromversorgung, einschließlich Notstrom- und USV-relevanter Bereiche

Raumlufttechnische Anlagen

Geeignete Temperatur-, Feuchte- und Luftqualitätsbedingungen für Gerätebetrieb und klinische Nutzung

Medizinische Gasanlagen

Sichere Bereitstellung, Überwachung und Verfügbarkeit medizinischer Gase

Wassersysteme

Unterstützung geräteabhängiger Prozesse, Hygieneanforderungen und sicherer Medienversorgung

IT-Infrastruktur

Verfügbarkeit von Netzwerkanbindungen, Schnittstellen, Systemzugängen und Unterstützung der Cybersicherheit

Operative Koordination

Eine wirksame operative Koordination zwischen der beauftragten Person für Medizinproduktesicherheit und Vorkommnisse, der Medizintechnik und dem Facility Management ist erforderlich, um technische, infrastrukturelle und organisatorische Risiken frühzeitig zu erkennen. Regelmäßige Abstimmungen sollten insbesondere bei kritischen Geräten, wiederkehrenden Störungen, Umbauten, Wartungsarbeiten und geplanten Betriebsunterbrechungen erfolgen. Facility Management muss sicherheitsrelevante Störungen unverzüglich an die zuständigen Stellen melden, wenn sie den Betrieb von Medizinprodukten beeinflussen können. Dazu zählen Stromausfälle, Schwankungen in der Medienversorgung, Ausfälle von Raumlufttechnik, Wasserversorgungsprobleme, IT-Störungen oder bauliche Einschränkungen. Die beauftragte Person koordiniert in solchen Fällen die Bewertung der Auswirkungen auf Medizinprodukte und klinische Abläufe. Gemeinsam mit Medizintechnik und Facility Management werden Sofortmaßnahmen, Ersatzlösungen, Freigaben und notwendige Nachprüfungen festgelegt, damit die Patientenversorgung sicher und möglichst unterbrechungsfrei fortgeführt werden kann.