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Rohrpostanlagen und klinische Probenlogistik

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Rohrpostanlagen und klinische Probenlogistik im Krankenhaus mit automatisierten Transportsystemen

Rohrpost ist kritische Logistikinfrastruktur und kein Komfortsystem

Rohrpostanlagen gehören zu den charakteristischen technischen Logistiksystemen größerer Krankenhäuser. Sie verbinden beispielsweise Notaufnahme, Stationen, Intensivbereiche, Labor und Apotheke und reduzieren zeitaufwendige manuelle Transporte. Die bestehende Krankenhaus-Microsite nennt Rohrpost mehrfach als wichtiges Logistiksystem, führt bislang aber keine eigenständige Seite zur Betriebsführung.

Klinische Transportsysteme sicher und zuverlässig betreiben

Nicht jedes Transportgut ist gleich

Eine zentrale Betreiberaufgabe besteht darin, eindeutig festzulegen, welche Güter über die Anlage transportiert werden dürfen.

Typische Transportfälle können sein:

  • Laborproben,

  • definierte Arzneimittel,

  • Dokumente,

  • kleinere Materialien.

Für empfindliche, besonders gefährliche oder anderweitig ungeeignete Transportgüter können dagegen andere Transportwege erforderlich sein.

Die Transportfreigabe sollte deshalb nicht allein aus technischer Sicht erfolgen. Labor, Apotheke, Hygiene, Arbeitsschutz und klinische Nutzer müssen eingebunden werden.

Stationen und Weichen als Anlagenstruktur erfassen

Eine Rohrpostanlage besteht nicht nur aus Fahrrohren. Sendestationen, Empfangsstationen, Weichen, Gebläse, Steuerungen, Behälter, Überwachung und Software bilden ein Gesamtsystem.

Facility Management sollte deshalb ein vollständiges Anlagenkataster führen. Besonders relevant sind Stationen mit hoher klinischer Bedeutung, etwa in Notaufnahme, Intensivmedizin oder Zentrallabor.

Damit lässt sich die Kritikalität gezielt bewerten: Der Ausfall einer wenig genutzten Verwaltungsstation besitzt eine andere Bedeutung als eine Unterbrechung der Verbindung zwischen Notaufnahme und Labor.

Störungen nach klinischer Wirkung priorisieren

Ein verlorener oder steckengebliebener Transportbehälter ist nicht nur ein technischer Fehler. Enthält er eine zeitkritische Probe, kann die Störung einen diagnostischen Prozess verzögern.

Deshalb sollte das Störungsmanagement mindestens unterscheiden zwischen:

technischer Anlagenstörung, verlorenem Transport, beschädigtem Behälter und möglicher Kontamination.

Für jeden Fall sind Melde-, Such-, Reinigungs- und Ersatzprozesse erforderlich.

Hygiene der Behälter organisieren

Transportbehälter werden von vielen Bereichen genutzt und stellen damit selbst Betriebsmittel dar. Reinigung, Desinfektion, Beschädigungskontrolle und gegebenenfalls Sperrung müssen geregelt sein.

Bei ausgelaufenen Proben oder kontaminierten Behältern ist ein definierter Sonderprozess notwendig. Eine technische Freigabe ohne hygienische Bewertung kann unzureichend sein.

Manuellen Ersatzprozess vorhalten

Auch eine hochverfügbare Rohrpostanlage kann ausfallen.

Deshalb benötigt das Krankenhaus einen Ersatzprozess mit Boten- beziehungsweise Transportdienst. Dabei müssen Prioritäten, Transportzeiten, Übergaben und Ansprechpartner bereits vor dem Ereignis definiert sein.

Kennzahlen zeigen die tatsächliche Bedeutung

Rohrpostanlagen lassen sich gut über Betriebsdaten steuern. Transportzahl, Transportzeit, Fehlerrate, Störungen, verlorene Behälter und Verfügbarkeit können wertvolle Kennzahlen darstellen.

Damit wird aus einer scheinbaren Nebenanlage ein messbarer Bestandteil klinischer Prozessqualität. Ziel des Facility Managements ist eine zuverlässige Verbindung zwischen technischer Verfügbarkeit und schneller klinischer Logistik.